Ein Hochbett selber bauen bietet eine hervorragende Möglichkeit, den vorhandenen Wohnraum optimal auszunutzen und gleichzeitig ein individuelles Möbelstück zu schaffen. Ob für das Kinderzimmer, die kleine Studentenwohnung oder als gemütlicher Rückzugsort – ein selbst gebautes Hochbett kann exakt an die eigenen Bedürfnisse und räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Dabei sind sorgfältige Planung, die richtige Materialwahl und das Beachten von Sicherheitsstandards entscheidend für ein stabiles und langlebiges Ergebnis.
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Das Wichtigste in Kuerze
- Platzersparnis: Hochbetten nutzen die vertikale Raumhöhe und schaffen darunter wertvolle Fläche für andere Funktionen.
- Individualität: Ein selbst gebautes Hochbett kann exakt an Raum und Nutzer angepasst werden.
- Sicherheit: Die Einhaltung der DIN EN 747 Norm ist für die Sicherheit, insbesondere für Kinder, entscheidend.
- Stabilität: Massivholz und eine korrekte Statik mit Wandbefestigung und stabilen Pfosten gewährleisten die nötige Tragfähigkeit.
- Kostenersparnis: Ein DIY-Hochbett kann deutlich günstiger sein als ein vergleichbares Fertigprodukt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ein Hochbett selber bauen?
- Planung ist das A und O
- Materialwahl für Stabilität und Langlebigkeit
- Werkzeuge und Vorbereitung
- Die Statik des Hochbettes verstehen und berechnen
- Schritt-für-Schritt-Anleitung: Das Grundgerüst erstellen
- Sicherheitsmaßnahmen und Fallschutz
- Kostenübersicht für ein selbstgebautes Hochbett
- FAQ: Häufige Fragen zum Hochbett selber bauen
- Fazit: Dein individuelles Hochbett selber bauen
Ein Hochbett ist weit mehr als nur ein Schlafplatz. Es ist eine funktionale Lösung, die besonders in kleinen Räumen ihren Mehrwert entfaltet. Wer ein Hochbett selber bauen möchte, profitiert von der Möglichkeit, Design, Größe und Ausstattung exakt auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. So kann unter der Liegefläche ein Schreibtisch, eine gemütliche Leseecke oder zusätzlicher Stauraum entstehen.

Warum ein Hochbett selber bauen?
Die Entscheidung, ein Hochbett selbst zu bauen, bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, die über die reine Kostenersparnis hinausgehen. Einer der größten Pluspunkte ist die maximale Raumnutzung. Insbesondere in Kinderzimmern oder kleinen Wohnungen ermöglicht ein Hochbett, die vertikale Fläche effizient zu nutzen und den Bodenbereich für Spiel, Arbeit oder Stauraum freizuhalten.
Darüber hinaus bietet der Eigenbau eine unvergleichliche Gestaltungsfreiheit. Sie können das Hochbett perfekt an die Raumhöhe, die gewünschte Matratzengröße und den Einrichtungsstil anpassen. Ob ein schlichtes Design, eine integrierte Treppe mit Staufächern oder ein thematisches Bett für Kinder – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Auch spezielle Anforderungen, wie eine Dachschräge, lassen sich beim Selbstbau optimal berücksichtigen, was bei Fertigbetten oft schwierig ist.
Planung ist das A und O
Bevor Sie mit dem Bau beginnen, ist eine detaillierte Planung unerlässlich. Messen Sie den Raum genau aus, insbesondere die Deckenhöhe. Zwischen der Oberkante der Matratze und der Zimmerdecke sollte ein Abstand von mindestens 80 bis 100 cm verbleiben, um aufrechtes Sitzen zu ermöglichen. Überlegen Sie, welche Funktionen der Bereich unter dem Hochbett erfüllen soll: Ein Schreibtisch, ein Sofa oder Regale erfordern unterschiedliche Höhen und Konstruktionen.
Sicherheitsabstände und Normen
Die Sicherheit hat oberste Priorität, besonders wenn Kinder das Hochbett nutzen. Die europäische Sicherheitsnorm DIN EN 747 „Etagenbetten und Hochbetten“ legt Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit fest. Diese Norm regelt unter anderem Abmessungen von Bauteilen, die Größe von Öffnungen (zur Vermeidung von Klemmgefahren) und die nötige Belastbarkeit. Achten Sie darauf, dass alle Kanten sauber geschliffen und abgerundet sind.
Altersgerechte Nutzung
Wichtig ist der Hinweis, dass Hochbetten laut Norm nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet sind. Dies sollte in der Produktbeschreibung und auf Elternportalen eindringlich kommuniziert werden. Unfälle durch Stürze sind eine häufige Ursache für Kopfverletzungen bei kleineren Kindern.
Materialwahl für Stabilität und Langlebigkeit
Die Wahl des richtigen Holzes ist entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit Ihres Hochbettes. Massivholz wie Kiefer, Buche oder Eiche sind beliebte Optionen.
Für die tragenden Elemente wie Pfosten und Balken sollten Sie Kanthölzer mit einer Kantenlänge von mindestens 8×10 cm verwenden, um eine ausreichende Tragfähigkeit zu gewährleisten. Achten Sie auf Konstruktionsvollholz (KVH) oder Leimholz, da diese besonders formstabil und rissarm sind.
Werkzeuge und Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung mit den passenden Werkzeugen erleichtert den Bau erheblich. Sie benötigen unter anderem:
- Akkuschrauber und Bohrmaschine mit passenden Bohrern
- Säge (Stichsäge, Kreissäge oder Kappsäge für präzise Schnitte)
- Hobel und Schleifgerät (oder Schleifpapier) für glatte Oberflächen und abgerundete Kanten
- Zollstock, Wasserwaage und Winkelmaß für exaktes Messen und Ausrichten
- Schraubzwingen zum Fixieren der Bauteile
- Schrauben (Holzschrauben, Tellerkopfschrauben, Schwerlastdübel für Wandbefestigung)
- Holzleim für zusätzliche Stabilität der Verbindungen
- Ggf. Balkenschuhe und Winkelverbinder aus Metall
Die Statik des Hochbettes verstehen und berechnen
Die Statik ist das Herzstück eines sicheren Hochbettes. Das Bett muss das Gewicht der Matratze, des Schläfers und eventueller zusätzlicher Belastungen (z.B. spielende Kinder) zuverlässig tragen können. Eine Belastbarkeit von mindestens dem dreifachen Gewicht des Schläfers wird empfohlen. Eine sichere Konstruktion umfasst in der Regel eine Kombination aus Wandbefestigung und stabilen Stützpfosten.
Wandbefestigung und Stützpfosten
Die Befestigung an tragenden Wänden ist ein wichtiger Faktor für die Stabilität. Verwenden Sie hierfür Schwerlastdübel und Sechskantschrauben in Verbindung mit Balkenschuhen oder Winkeln. Bei der Planung sollte bedacht werden, dass eine Wandbefestigung die Belastung auf den Boden reduzieren kann, besonders bei Altbauten. Wenn das Hochbett nicht an allen Seiten an der Wand befestigt werden kann, sind stabile Pfosten aus Massivholz unerlässlich.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Das Grundgerüst erstellen
Die genaue Bauanleitung hängt von Ihrem individuellen Design ab, aber die grundlegenden Schritte ähneln sich:
- Zuschnitt der Hölzer: Schneiden Sie alle Balken und Bretter exakt nach Ihrem Bauplan zu. Beschriften Sie die Teile, um Verwechslungen zu vermeiden.
- Vorbereitung der Wandbefestigung: Markieren Sie die Bohrpunkte an der Wand und bohren Sie die Löcher für die Dübel. Befestigen Sie die waagerechten Stützbalken oder Balkenschuhe fest an der Wand.
- Montage der Pfosten: Verschrauben Sie die vertikalen Stützpfosten sicher mit den waagerechten Balken und gegebenenfalls mit dem Boden. Achten Sie auf eine exakte Ausrichtung mit der Wasserwaage.
- Erstellung des Bettrahmens: Montieren Sie die Längs- und Querbalken des Bettrahmens. Hier können Eckblattverbindungen oder robuste Winkelverbinder zum Einsatz kommen, die mit Holzleim zusätzlich verstärkt werden.
- Einbau des Lattenrostes: Die Auflage für den Lattenrost kann aus Leisten bestehen, die an den Innenseiten des Bettrahmens befestigt werden. Achten Sie darauf, dass der Lattenrost stabil aufliegt und nicht verrutschen kann.
Sicherheitsmaßnahmen und Fallschutz
Ein Hochbett muss über einen effektiven Fallschutz verfügen. Laut DIN EN 747 muss die Oberkante der Absturzsicherung mindestens 16 cm über der Oberseite der Matratze liegen. Viele Hersteller empfehlen jedoch deutlich höhere Schutzgitter, um die Sicherheit, insbesondere für jüngere Kinder, zu erhöhen. Ein hoher Fallschutz von 65 cm oder mehr über der Matratze wird oft als sicherer angesehen.
Achten Sie auf kleine Abstände zwischen Bett und Wand, um Klemmgefahren zu vermeiden. Auch die Leiter oder Treppe muss stabil und rutschfest sein. Sprossen sollten eine ausreichende Tiefe und Breite haben. Ein fest verschraubtes Geländer am Einstieg der oberen Ebene bietet zusätzliche Sicherheit.
Kostenübersicht für ein selbstgebautes Hochbett
Die Kosten für ein selbstgebautes Hochbett können stark variieren, je nach Materialwahl, Größe und Komplexität des Designs. Im Allgemeinen können Sie jedoch mit einer deutlichen Kostenersparnis im Vergleich zu einem hochwertigen Fertigbett rechnen. Während einfache Fertigbetten ab 150 Euro erhältlich sind, kosten stabilere Varianten für Erwachsene mindestens 250 Euro.
Für ein DIY-Hochbett sollten Sie mit Materialkosten von etwa 200 bis 600 Euro rechnen, wobei Massivholz wie Kiefer oder Buche in diesem Bereich liegen. Hinzu kommen Kosten für Schrauben, Beschläge (ca. 30-80 Euro), Leiter/Absturzsicherung (ca. 50-200 Euro) und eventuelle Oberflächenbehandlung (ca. 20-50 Euro). Bedenken Sie, dass die Anschaffung von Spezialwerkzeugen die Gesamtkosten erhöhen kann, falls diese nicht bereits vorhanden sind.
Video: Hochbett selber bauen – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
FAQ: Häufige Fragen zum Hochbett selber bauen
Für welches Alter ist ein Hochbett geeignet?
Hochbetten sind laut europäischer Sicherheitsnorm DIN EN 747 erst für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Dies liegt an der erhöhten Unfallgefahr durch Stürze bei jüngeren Kindern. Es ist wichtig, diese Altersgrenze strikt einzuhalten.
Welche Höhe sollte mein Hochbett haben?
Die optimale Höhe hängt von der Raumhöhe und der gewünschten Nutzung des Bereichs darunter ab. Zwischen der Matratzenoberkante und der Zimmerdecke sollte ein Mindestabstand von 80-100 cm für bequemes Sitzen eingehalten werden. Die Liegefläche selbst sollte mindestens einen Meter über dem Boden liegen, um als Hochbett zu gelten und den Raum darunter sinnvoll nutzbar zu machen.
Wie mache ich mein Hochbett stabil und sicher?
Stabilität erreichen Sie durch die Verwendung von Massivholz (z.B. Buche, Eiche) für die tragenden Elemente und eine fachgerechte Wandbefestigung mittels Schwerlastdübeln und Balkenschuhen an tragenden Wänden. Zusätzlich sorgen ausreichend dimensionierte Pfosten (mind. 8×10 cm Kantenlänge) und Querbalken für die nötige Tragfähigkeit. Ein hoher Rausfallschutz, der mindestens 16 cm über der Matratze ragt, ist gesetzlich vorgeschrieben und essenziell für die Sicherheit.
Welches Holz ist am besten für ein Hochbett geeignet?
Für maximale Stabilität und Langlebigkeit eignen sich Harthölzer wie Buche oder Eiche. Kiefer oder Fichte sind kostengünstigere Alternativen, die ebenfalls ausreichend stabil sein können, wenn die Dimensionen der Balken entsprechend gewählt werden. Achten Sie auf gut getrocknetes und möglichst rissarmes Holz.
Wie viel kostet es, ein Hochbett selber zu bauen?
Die Materialkosten für ein DIY-Hochbett liegen in der Regel zwischen 200 und 600 Euro, abhängig von Holzart und Komplexität. Hinzu kommen Kosten für Schrauben, Beschläge und Oberflächenbehandlung. Insgesamt ist der Eigenbau oft günstiger als der Kauf eines vergleichbar stabilen Fertigbettes, insbesondere wenn Sie bereits über die nötigen Werkzeuge verfügen.
Kann ich ein Hochbett auch ohne Wandbefestigung bauen?
Grundsätzlich ist dies möglich, erfordert aber eine besonders robuste und in sich stabile Konstruktion mit vier oder mehr tragenden Pfosten. Die Statik muss hierbei extrem sorgfältig berechnet werden, um Kippsicherheit und Belastbarkeit zu gewährleisten. Eine Wandbefestigung wird jedoch fast immer empfohlen, da sie die Stabilität erheblich erhöht und die Konstruktion vereinfachen kann.
Fazit: Dein individuelles Hochbett selber bauen
Ein Hochbett selber bauen ist ein lohnenswertes Projekt, das nicht nur Platz spart, sondern auch viel Freude an einem selbst geschaffenen Unikat bereitet. Mit sorgfältiger Planung, der richtigen Materialwahl und der konsequenten Beachtung von Sicherheitsstandards schaffen Sie ein stabiles, funktionales und ästhetisch ansprechendes Möbelstück, das perfekt zu Ihrem Zuhause passt. Nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Vorbereitung und scheuen Sie sich nicht, bei statischen Fragen Expertenrat einzuholen. Das Ergebnis ist ein langlebiges Hochbett, das viele Jahre lang Freude bereiten wird.



