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Kinderbett selber bauen: Sicher, individuell & nachhaltig

26. Februar 2026 · Ariane Nagel

Ein Kinderbett selber bauen ist eine lohnende Aufgabe, die es Eltern ermöglicht, ein Möbelstück zu schaffen, das perfekt auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten ist. Neben der individuellen Gestaltung stehen dabei vor allem Sicherheit und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Mit der richtigen Planung und handwerklichem Geschick lässt sich ein stabiles und schadstofffreies Bett realisieren, das mit dem Kind mitwachsen kann.

Ein Kinderbett selber bauen bedeutet, eine sichere, individuelle und oft kostengünstigere Schlafstätte zu schaffen, die den spezifischen Anforderungen des Kindes und des Raumes entspricht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Einhaltung von Sicherheitsstandards wie der DIN EN 716 und der Verwendung schadstofffreier Materialien, um die Gesundheit des Kindes zu gewährleisten.

Das Wichtigste in Kuerze

  • Sicherheit hat Priorität: Achten Sie auf abgerundete Kanten, stabile Konstruktionen und die Einhaltung relevanter Normen wie DIN EN 716.
  • Materialwahl: Verwenden Sie unbehandeltes Massivholz und schadstofffreie Lacke oder Öle für ein gesundes Raumklima.
  • Rausfallschutz: Ein Bettgitter sollte mindestens 16 cm über der Matratze enden, für Kinderbetten gemäß EN 716 sind es sogar 50 cm zwischen Matratze und Oberkante des Bettrahmens in tiefster Einstellung.
  • Mitwachsendes Design: Planen Sie die Möglichkeit zur Höhenverstellung des Lattenrostes und zum Umbau zum Juniorbett ein.
  • Kostenersparnis: Ein selbstgebautes Kinderbett kann günstiger sein als ein gekauftes, insbesondere bei hochwertigen Materialien und individuellen Designs.

Das eigene Heimwerkerprojekt, ein Kinderbett selber zu bauen, bietet zahlreiche Vorteile. Es ermöglicht nicht nur die Schaffung eines einzigartigen Möbelstücks, sondern auch die volle Kontrolle über Materialien und Sicherheitsaspekte. Gerade bei Kindermöbeln ist es essenziell, auf schadstofffreie und stabile Konstruktionen zu achten, um dem Nachwuchs einen sicheren und gesunden Schlafplatz zu bieten.

kinderbett selber bauen – Vater und Kind bauen gemeinsam ein sicheres Kinderbett aus Holz
Ein selbstgebautes Kinderbett bietet nicht nur Individualität, sondern auch die Gewissheit, dass nur sichere Materialien verwendet wurden.

Warum ein Kinderbett selber bauen?

Ein Kinderbett selbst zu bauen, ist mehr als nur ein Hobbyprojekt; es ist eine Investition in die Gesundheit und Sicherheit Ihres Kindes. Gekaufte Möbel können oft unerwünschte Chemikalien wie Formaldehyd enthalten, die in die Raumluft abgegeben werden. Durch den Eigenbau wählen Sie die Materialien selbst und können sicherstellen, dass diese schadstofffrei sind. Massivholz, behandelt mit natürlichen Ölen oder Wachsen, trägt beispielsweise zu einem gesunden Raumklima bei.

Zudem bietet der Eigenbau eine unübertroffene Flexibilität in Bezug auf Design und Funktionalität. Sie können das Bett genau an die Raumgröße anpassen, spezielle Wünsche wie integrierten Stauraum oder ein einzigartiges Design umsetzen und es so gestalten, dass es mit dem Kind mitwächst. Ein höhenverstellbarer Lattenrost oder ein umbaubarer Rausfallschutz sind hier gute Beispiele, um die Nutzungsdauer zu verlängern und sich an die Entwicklung des Kindes anzupassen.

Sicherheitsstandards für Kinderbetten

Die Sicherheit Ihres Kindes hat oberste Priorität. Beim Bau eines Kinderbettes sollten Sie daher die geltenden Sicherheitsstandards beachten. Die europäische Norm DIN EN 716-1 legt sicherheitstechnische Anforderungen für Kinderbetten für den Wohnbereich fest, insbesondere für Betten mit einer Innenlänge zwischen 900 mm und 1400 mm. Diese Norm beinhaltet Vorgaben zur Innenhöhe des Bettrahmens (mindestens 50 cm von der Matratzenoberfläche zur Oberkante des Bettrahmens in tiefster Einstellung), um ein Herausfallen zu verhindern.

Wichtige Aspekte der Sicherheit sind:

  • Abstände: Zwischen den Gitterstäben sollten Abstände von 4,5 cm bis 6,5 cm eingehalten werden, um ein Einklemmen von Kopf oder Gliedmaßen zu vermeiden.
  • Rausfallschutz: Ein Bettgitter sollte mindestens 16 cm über der Liegefläche enden, um das versehentliche Herausrollen im Schlaf zu verhindern. Bei mobileren Kindern kann ein höherer Schutz sinnvoll sein, jedoch sollte das Gitter nicht so hoch sein, dass es zum Klettern anregt.
  • Stabilität: Die gesamte Konstruktion muss robust und kippsicher sein. Achten Sie auf feste Verbindungen und vermeiden Sie scharfe Kanten oder Ecken.
  • Matratze: Die Matratze sollte fest im Bettrahmen liegen und der Spalt zwischen Matratze und Bettrahmen darf maximal 4 cm betragen, um ein Einklemmen zu verhindern. Eine atmungsaktive und nicht zu weiche Kindermatratze ist empfehlenswert.
Tipp: Informieren Sie sich zusätzlich bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) über allgemeine Sicherheitshinweise für Kindermöbel und Spielzeug. www.baua.de

Planung und Design des Kinderbettes

Die Planung ist der Grundstein für ein erfolgreiches DIY-Projekt. Überlegen Sie sich zunächst, welche Art von Kinderbett Sie bauen möchten: ein klassisches Gitterbett, ein mitwachsendes Juniorbett oder ein bodennahes Montessori-Bett, das die Selbstständigkeit fördert.

Maße und Größen:

  • Standardmaße für Babybetten sind 60×120 cm oder 70×140 cm. Letzteres ist oft umbaubar zum Juniorbett und länger nutzbar.
  • Für größere Kinder eignen sich Betten in den Maßen 90×200 cm oder 100×200 cm, die auch als Einzelbetten dienen können.
  • Berücksichtigen Sie die Körpergröße Ihres Kindes und planen Sie ausreichend Spielraum ein, damit das Bett über mehrere Jahre genutzt werden kann.

Erstellen Sie eine detaillierte Skizze oder einen Bauplan. Dies hilft, Materialbedarf zu ermitteln und Fehler während des Baus zu vermeiden. Denken Sie an die Höhe des Lattenrostes, die Möglichkeit einer Höhenverstellung und die Integration eines Rausfallschutzes. Bei einem Bett selber bauen, ist die Planung entscheidend.

Materialauswahl für ein gesundes Schlafumfeld

Die Wahl der richtigen Materialien ist entscheidend für ein sicheres und gesundes Kinderbett. Massivholz ist die beste Wahl, da es natürlich, langlebig und atmungsaktiv ist.

Empfohlene Holzarten:

  • Buche und Eiche: Sehr robust, langlebig und widerstandsfähig gegen Beschädigungen. Sie sind teurer und schwerer, bieten aber höchste Stabilität.
  • Kiefer: Leichter und einfacher zu bearbeiten, zudem ökologisch und allergikerfreundlich. Es ist jedoch weicher und kann leichter Kratzer bekommen.
  • Fichte: Eine weitere gute, kostengünstigere Option, die sich gut bearbeiten lässt.
  • Zirbenholz: Bekannt für seine beruhigende Wirkung und positive Effekte auf die Schlafqualität.
Wichtig: Vermeiden Sie Spanplatten oder MDF-Platten, da diese oft Formaldehyd enthalten, das gesundheitsschädlich sein kann. Achten Sie auf FSC-zertifiziertes Holz für Nachhaltigkeit.

Werkzeuge und Materialliste

Für den Bau eines Kinderbettes benötigen Sie eine grundlegende Holzwerkstatt-Ausstattung. Eine genaue Materialliste hängt von Ihrem Bauplan ab, aber die folgenden Werkzeuge und Materialien sind in der Regel erforderlich:

Werkzeuge Materialien
Kreissäge oder Stichsäge Massivholz (z.B. Buche, Kiefer, Fichte)
Bohrmaschine mit Holzbohrern Holzschrauben und/oder Holzdübel
Schleifmaschine oder Schleifpapier (verschiedene Körnungen) Holzleim (wasserfest, schadstoffarm)
Oberfräse (für Kantenrundungen) Holzöl, Holzwachs oder kinderfreundlicher Lack (nach DIN EN 71-3)
Zollstock, Winkel, Bleistift Lattenrost (fertig oder selbstgebaut)
Schraubzwingen Matratze (passend zur Bettgröße)
Hammer, Stecheisen (optional) Rausfallschutz-Elemente (falls nicht integriert)

Für präzise Schnitte und saubere Verbindungen ist gutes Werkzeug unerlässlich. Eine stabile Werkbank und Schraubzwingen erleichtern die Arbeit erheblich. Wenn Sie sich für den Bau eines Werkbank selber bauen interessieren, finden Sie dazu ebenfalls Anleitungen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kinderbettbau

Ein Kinderbett selber zu bauen erfordert Sorgfalt und Präzision. Hier ist eine allgemeine Anleitung, die Sie an Ihr spezifisches Design anpassen können:

1. Zuschnitt der Holzteile

Basierend auf Ihrem Bauplan schneiden Sie alle benötigten Holzplatten und -leisten zu. Achten Sie auf exakte Maße und saubere Schnittkanten. Eine Handkreissäge mit Führungsschiene oder eine Tischkreissäge helfen dabei, Ausrisse zu minimieren. Beschriften Sie die Teile, um Verwechslungen zu vermeiden.

2. Vorbereitung der Holzteile

Schleifen Sie alle Holzteile sorgfältig. Beginnen Sie mit einer gröberen Körnung (z.B. 80er), um Unebenheiten zu entfernen, und arbeiten Sie sich zu feineren Körnungen (z.B. 120er, 180er, 240er) vor, um eine glatte, kinderfreundliche Oberfläche zu erhalten. Besonders wichtig ist das Abrunden aller Kanten, um Verletzungsgefahren zu minimieren. Eine Oberfräse mit Abrundprofil ist hierfür ideal.

3. Aufbau des Bettrahmens

Montieren Sie die Seitenteile und Kopf- bzw. Fußteile des Bettes. Verwenden Sie stabile Holzverbindungen wie Dübel, Zapfen oder feste Schraubverbindungen. Holzleim erhöht die Stabilität zusätzlich. Achten Sie auf rechtwinklige Verbindungen und ziehen Sie alle Schrauben fest an. Die Konstruktion muss absolut wackelfrei sein.

kinderbett selber bauen – Detailaufnahme einer stabilen Holzverbindung an einem selbstgebauten Kinderbettrahmen
Robuste Holzverbindungen und abgerundete Kanten sind entscheidend für die Sicherheit und Langlebigkeit des selbstgebauten Kinderbettes.

4. Anbringen des Lattenrostes und Rausfallschutzes

Installieren Sie die Auflagerleisten für den Lattenrost an den Innenseiten der Bettseiten. Der Lattenrost sollte stabil aufliegen. Wenn Sie einen höhenverstellbaren Lattenrost planen, bohren Sie entsprechende Lochreihen für die Lattenrostauflager. Der Rausfallschutz kann entweder fest in die Konstruktion integriert oder als separates, nachrüstbares Gitter angebracht werden. Stellen Sie sicher, dass keine Spalten entstehen, in denen sich das Kind einklemmen könnte.

Besondere Funktionen integrieren

Der Eigenbau bietet die Möglichkeit, das Kinderbett mit praktischen Funktionen zu erweitern:

  • Höhenverstellbarer Lattenrost: Ideal für Babybetten, da die Liegefläche anfangs höher positioniert werden kann, um das Herausnehmen des Babys zu erleichtern. Sobald das Kind mobiler wird und sich hochziehen kann, muss der Lattenrost abgesenkt werden.
  • Rausfallschutz: Ein fest installierter oder abnehmbarer Rausfallschutz ist für Kleinkinder unerlässlich. Er sollte ausreichend hoch sein, um ein versehentliches Herausrollen zu verhindern, aber nicht so hoch, dass das Kind darüber klettern kann.
  • Umbaufähigkeit: Planen Sie das Bett so, dass es später zu einem Juniorbett oder sogar einem kleinen Sofa umfunktioniert werden kann. Dies spart Ressourcen und Geld.
  • Stauraum: Integrierte Schubladen unter dem Bett oder ein Bettkasten bieten zusätzlichen Stauraum für Spielzeug oder Bettwäsche.

Oberflächenbehandlung für Kindermöbel

Nach dem Schleifen ist die Oberflächenbehandlung wichtig, um das Holz zu schützen und eine kinderfreundliche Oberfläche zu schaffen. Verwenden Sie ausschließlich Produkte, die für Kinderspielzeug geeignet und speichelfest sind (gekennzeichnet mit DIN EN 71-3).

  • Holzöle und -wachse: Diese dringen ins Holz ein, schützen es von innen und lassen die natürliche Maserung sichtbar. Sie sind atmungsaktiv und tragen zu einem gesunden Raumklima bei. Regelmäßiges Nachölen oder -wachsen (alle 6-24 Monate) kann notwendig sein.
  • Wasserbasierte Lacke: Diese bilden eine Schutzschicht auf der Oberfläche. Achten Sie unbedingt auf die Kennzeichnung „für Kinderspielzeug geeignet“ und „speichelfest“.

Unbehandeltes Holz ist ebenfalls eine Option, erfordert aber mehr Pflege und ist anfälliger für Flecken und Beschädigungen. Für die Langlebigkeit und Hygiene ist eine Behandlung empfehlenswert.

Kosten eines DIY Kinderbettes

Die Kosten für ein selbstgebautes Kinderbett können stark variieren, je nach Holzart, Design und ob Sie bereits über die notwendigen Werkzeuge verfügen. Generell kann der Eigenbau eine kostengünstige Alternative zu hochwertigen Fertigbetten sein, besonders wenn Sie auf Standardmaße zurückgreifen und gängige Holzarten verwenden.

Kostenfaktor Schätzung DIY (Kinderbett 70×140 cm) Vergleich Kauf (einfaches Kinderbett)
Holz (Fichte/Kiefer) ca. 80 – 150 € Inkl. im Gesamtpreis
Kleinteile (Schrauben, Leim, etc.) ca. 20 – 50 € Inkl. im Gesamtpreis
Oberflächenbehandlung (Öl/Lack) ca. 20 – 40 € Inkl. im Gesamtpreis
Lattenrost ca. 30 – 80 € Inkl. im Gesamtpreis
Gesamtkosten Material (ohne Werkzeug) ca. 150 – 320 € ab ca. 150 – 500 € (einfach)
Hinweis: Werkzeugkosten sind hier nicht enthalten und können je nach vorhandener Ausstattung variieren.

Diese Tabelle zeigt, dass die Materialkosten für ein selbstgebautes Kinderbett durchaus mit den Preisen für einfache gekaufte Betten mithalten können. Bei individuellen Designs oder hochwertigeren Hölzern können die Kosten für den Eigenbau jedoch auch höher liegen. Ein Hochbett für Kinder aus Fichte mit den Maßen 90 x 200 cm kann beispielsweise Materialkosten von 150 bis 200 Euro verursachen.

FAQ: Kinderbett selber bauen

Welches Holz ist am besten für ein Kinderbett geeignet?

Massivholzarten wie Buche, Eiche oder Kiefer sind ideal. Buche und Eiche sind sehr robust und langlebig, während Kiefer leichter zu bearbeiten und oft kostengünstiger ist. Wichtig ist, unbehandeltes Holz zu verwenden und auf eine FSC-Zertifizierung zu achten.

Wie hoch muss ein Rausfallschutz am Kinderbett sein?

Ein Bettgitter sollte mindestens 16 cm über der Liegefläche enden, um ein versehentliches Herausrollen zu verhindern. Für Kinderbetten gemäß der Norm EN 716-1 ist sogar eine Mindesthöhe von 50 cm zwischen Matratzenoberfläche und Oberkante des Bettrahmens in der tiefsten Einstellung vorgeschrieben.

Ab wann braucht mein Kind einen Rausfallschutz?

Ein Rausfallschutz wird meist ab dem 18. Lebensmonat empfohlen, sobald das Kind mobiler wird und anfängt, im Bett aktiv zu sein oder erste Kletterversuche unternimmt. Bei bodennahen Montessori-Betten ist das Risiko geringer, aber ein weicher Teppich daneben kann zusätzliche Sicherheit bieten.

Kann ich ein Kinderbett höhenverstellbar bauen?

Ja, ein höhenverstellbarer Lattenrost ist eine sehr praktische Funktion. Sie können Lochreihen in die Bettseiten bohren, um die Auflagerleisten für den Lattenrost in verschiedenen Höhen zu befestigen. Dies ermöglicht es, das Bett an die Entwicklung des Kindes anzupassen – höher für Babys und niedriger, sobald das Kind stehen kann.

Welche Oberflächenbehandlung ist für Kinderbetten sicher?

Verwenden Sie ausschließlich Holzöle, Holzwachse oder wasserbasierte Lacke, die für Kinderspielzeug geeignet und speichelfest sind, gemäß der Norm DIN EN 71-3. Diese Produkte sind schadstoffarm und gewährleisten, dass keine schädlichen Substanzen in Kontakt mit dem Kind kommen.

Fazit

Ein Kinderbett selber bauen ist ein Projekt, das sowohl Kreativität als auch Präzision erfordert, sich aber in vielerlei Hinsicht auszahlt. Sie schaffen ein einzigartiges, sicheres und nachhaltiges Möbelstück, das perfekt auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt ist. Durch die bewusste Materialwahl und die Einhaltung von Sicherheitsstandards wie der DIN EN 716-1 können Sie eine gesunde Schlafumgebung gewährleisten. Mit der richtigen Planung und handwerklichem Geschick wird Ihr selbstgebautes Kinderbett zu einem geliebten Unikat, das lange Freude bereitet und eine Geschichte erzählt.

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