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Das Wichtigste in Kuerze
- Planung ist entscheidend: Legen Sie Größe, Standort und Ausstattung fest, bevor Sie mit dem Bau beginnen.
- Materialwahl: Witterungsbeständiges Holz wie Lärche oder kesseldruckimprägnierte Kiefer/Fichte ist für den Außenbereich ideal.
- Sicherheit geht vor: Achten Sie auf abgerundete Kanten, stabile Konstruktion und die Einhaltung der DIN EN 71-8 für private Spielgeräte.
- Fundament schaffen: Ein stabiles Fundament (z.B. Punktfundamente) ist für die Langlebigkeit des Spielhauses unerlässlich.
- Baugenehmigung prüfen: Klären Sie lokale Vorschriften beim Bauamt, auch wenn kleine Spielhäuser oft genehmigungsfrei sind.
Ein Spielhaus selber bauen ist ein wunderbares Projekt, das nicht nur handwerkliches Geschick fordert, sondern auch die Fantasie Ihrer Kinder beflügelt. Statt ein fertiges Modell zu kaufen, können Sie ein individuelles Reich schaffen, das perfekt auf die Bedürfnisse und den Garten zugeschnitten ist. Von der ersten Skizze bis zum letzten Pinselstrich begleiten Sie Ihre Kinder auf dem Weg zu ihrem ganz persönlichen Abenteuerland.

Warum ein Spielhaus selber bauen?
Der Bau eines eigenen Spielhauses bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem Kauf eines fertigen Bausatzes oder eines Plastikmodells. Die Individualität steht hierbei an erster Stelle: Sie können Größe, Form, Farbe und Ausstattung exakt an Ihre Vorstellungen und die Gegebenheiten Ihres Gartens anpassen. Ein selbstgebautes Spielhaus kann später sogar zu einem Gartenhaus umfunktioniert werden, was seine Lebensdauer verlängert und die Investition nachhaltiger macht.
Zudem haben Sie die volle Kontrolle über die verwendeten Materialien und deren Qualität. Sie können sicherstellen, dass nur schadstofffreies, witterungsbeständiges Holz und kinderfreundliche Farben zum Einsatz kommen. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Kinder. Nicht zuletzt kann der Eigenbau oft kostengünstiger sein, da Sie lediglich die Materialkosten tragen und keine Arbeitsleistung oder Handelsmargen zahlen.
Planung und Konzept: Vom Traum zum Bauplan
Bevor Sie mit dem eigentlichen Bau beginnen, ist eine detaillierte Planung unerlässlich. Überlegen Sie sich zunächst die gewünschte Größe des Spielhauses. Soll es ebenerdig sein oder als Stelzenhaus mit Rutsche und Sandkasten? Die Größe hängt auch davon ab, wie viele Kinder es nutzen sollen und wie viel Platz im Garten zur Verfügung steht. Für ein bis zwei Kinder reichen oft 4-6 m² Grundfläche aus.
Erstellen Sie eine Skizze oder einen detaillierten Bauplan. Berücksichtigen Sie dabei Fenster, Türen, eventuelle Veranden oder Anbauten wie eine Schaukel. Denken Sie auch an die Ausrichtung zur Sonne und den Abstand zu Bäumen oder Zäunen. Die Planung der Statik und der Maße ist besonders wichtig, um ein stabiles und sicheres Spielhaus zu gewährleisten. Inspirationen und Baupläne finden Sie oft online, die Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Ein modulares Regal selber bauen kann Ihnen beispielsweise erste Erfahrungen im Planen und Konstruieren vermitteln, die auch beim Spielhausbau nützlich sind.
Materialauswahl für Langlebigkeit und Sicherheit
Die Wahl der richtigen Materialien ist entscheidend für die Langlebigkeit und Sicherheit Ihres Spielhauses. Holz ist die bevorzugte Wahl für den Außenbereich, da es sich harmonisch in den Garten einfügt und gut zu bearbeiten ist.
Verwenden Sie für die Konstruktion Kanthölzer und Rauspundbretter. Für die Befestigungen sind Edelstahlschrauben für den Außeneinsatz empfehlenswert, um Rost zu vermeiden. Für den Anstrich sollten Sie spezielle Außenfarben oder Lasuren wählen, die wetterbeständig und speichelfest sind, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
Werkzeuge, die Sie benötigen
Ein gut ausgestatteter Werkzeugkasten erleichtert den Bau erheblich. Hier eine Liste der wichtigsten Werkzeuge:
- Kappsäge oder Handkreissäge: Für präzise Holzzuschnitte.
- Akkubohrschrauber: Zum Vorbohren und Verschrauben.
- Wasserwaage und Zollstock: Für genaue Messungen und Ausrichtung.
- Bleistift und Winkel: Zum Anzeichnen.
- Stichsäge: Für Ausschnitte (Fenster, Türen).
- Schleifgeräte: Zum Glätten von Kanten und Oberflächen.
- Hammer und Hobel: Für Anpassungen und Feinarbeiten.
- Schaufel/Spaten: Für Fundamentarbeiten.
- Pinsel und Rolle: Für den Holzschutzanstrich.
- Schraubzwingen: Zum Fixieren von Werkstücken.

Schritt für Schritt zum eigenen Spielhaus
Der Bau eines Spielhauses lässt sich in mehrere Hauptschritte unterteilen. Eine detaillierte Anleitung hilft Ihnen dabei, strukturiert vorzugehen.
1. Fundament legen
Ein stabiles Fundament ist die Basis für ein langlebiges Spielhaus. Punktfundamente aus Beton sind eine bewährte Methode, um das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen und eine ebene, tragfähige Unterlage zu schaffen. Alternativ kann eine befestigte Unterkonstruktion, ähnlich der für Terrassendielen, dienen. Achten Sie auf eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden.
2. Rahmenkonstruktion errichten
Beginnen Sie mit dem Bodenrahmen des Spielhauses. Schneiden Sie die Kanthölzer entsprechend Ihres Bauplans zu und verschrauben Sie diese zu einem stabilen Rechteck. Anschließend beplanken Sie den Boden mit Rauspundbrettern. Darauf aufbauend errichten Sie die Wandrahmen. Achten Sie hierbei auf präzise Winkel und eine solide Verschraubung, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Wenn Sie bereits ein Bettgestell Holz selber bauen konnten, sind die grundlegenden Techniken der Holzverbindung und Stabilität bereits vertraut.
3. Wände und Dach montieren
Nachdem die Rahmenkonstruktion steht, werden die Wände mit Holzbrettern verkleidet. Planen Sie dabei Ausschnitte für Fenster und Türen ein. Für das Dach ist eine leichte Neigung sinnvoll, damit Regenwasser ablaufen kann. Eine Metalldachplatte oder Dachpappe bieten guten Wetterschutz. Achten Sie darauf, alle Übergänge sorgfältig abzudichten. Ein Vordach kann zusätzlichen Schutz bieten und das Spielhaus optisch aufwerten.
4. Feinschliff und Sicherheitsaspekte
Nach dem Rohbau folgt der Feinschliff. Schleifen Sie alle Holzkanten und -oberflächen gründlich ab, um Splittergefahr zu vermeiden. Abgerundete Kanten sind besonders wichtig im Bereich von Fenstern, Türen und Aufstiegen. Montieren Sie kindersichere Scharniere und Riegel an Türen und Fenstern. Ein Handlauf an einer Treppe oder eine Absturzsicherung an einem erhöhten Spielhaus sind unerlässlich.
Abschließend erhält das Spielhaus einen schützenden Anstrich. Wählen Sie helle, freundliche Farben, die das Spielhaus zu einem echten Blickfang im Garten machen. Das Streichen kann auch ein schönes Projekt sein, bei dem die Kinder mithelfen können.
Baugenehmigung und rechtliche Aspekte
In den meisten Fällen sind kleine, ebenerdige Spielhäuser für den privaten Gebrauch genehmigungsfrei. Bei größeren Konstruktionen, insbesondere Stelzenhäusern oder solchen mit einer bestimmten Grundfläche oder Höhe, kann jedoch eine Baugenehmigung erforderlich sein. Auch der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde kann Einschränkungen vorsehen. Klären Sie zudem eventuelle Abstandsflächen zum Nachbargrundstück, um Streitigkeiten zu vermeiden. Ein offenes Gespräch mit den Nachbarn vor Baubeginn ist immer ratsam.
Weitere Informationen zu den Sicherheitsanforderungen für Spielgeräte im privaten Bereich finden Sie beispielsweise auf Holz-Heider zur DIN EN 71-8. Allgemeine Hinweise zur Planung eines Spielhauses und der Notwendigkeit, sich beim Bauamt zu informieren, bietet auch Einrichtungsbeispiele.de.
FAQ zum Spielhaus selber bauen
Welches Holz eignet sich am besten für ein Spielhaus?
Für den Außenbereich eignen sich witterungsbeständige Hölzer wie Lärche, Douglasie oder kesseldruckimprägnierte Kiefer und Fichte. Lärche und Douglasie sind von Natur aus widerstandsfähiger, während Kiefer und Fichte durch eine Imprägnierung langlebig gemacht werden.
Brauche ich eine Baugenehmigung für ein Spielhaus?
Für kleine, ebenerdige Spielhäuser ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Bei größeren Spielhäusern oder Stelzenhäusern sollten Sie sich jedoch unbedingt vorab bei Ihrem örtlichen Bauamt über die regionalen Vorschriften informieren, da diese stark variieren können.
Wie mache ich das Spielhaus kindersicher?
Sicherheit hat oberste Priorität. Achten Sie auf abgerundete Kanten, stabile Konstruktion, sichere Befestigungen und schadstofffreie Materialien. Die Einhaltung der DIN EN 71-8 für private Spielgeräte ist empfehlenswert. Vermeiden Sie Klemmstellen und sorgen Sie für einen geeigneten Fallschutz bei höheren Spielhäusern.
Wie lange dauert es, ein Spielhaus selber zu bauen?
Die Bauzeit hängt stark von der Größe, Komplexität und Ihrem handwerklichen Geschick ab. Ein einfaches Spielhaus kann an einem Wochenende entstehen, während aufwendigere Projekte mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen können.
Was kostet es, ein Spielhaus selber zu bauen?
Die Kosten für ein selbstgebautes Spielhaus sind in der Regel geringer als für einen Bausatz oder ein Fertighaus, da Sie nur die Materialkosten tragen. Diese variieren je nach Holzart, Größe und Ausstattung. Planen Sie für ein einfaches Spielhaus mit Materialkosten im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich.
Kann ich ein Spielhaus später als Gartenhaus nutzen?
Ja, ein großer Vorteil des Eigenbaus ist die Möglichkeit, das Spielhaus später umzufunktionieren. Mit einer robusten Bauweise und passender Größe kann es nach der Spielhaus-Ära als kleines Gartenhaus oder Geräteschuppen dienen.
Welche Farbe ist für ein Spielhaus geeignet?
Verwenden Sie wetterbeständige und speichelfeste Außenfarben oder Lasuren, die für Kinderspielgeräte zugelassen sind. Achten Sie auf Zertifizierungen, die die Unbedenklichkeit der Farben bestätigen.
Fazit
Ein Spielhaus selber bauen ist ein lohnenswertes Projekt, das Kreativität, handwerkliches Geschick und die Liebe zum Detail vereint. Mit sorgfältiger Planung, der richtigen Materialwahl und einem Fokus auf Sicherheit schaffen Sie einen einzigartigen und langlebigen Rückzugsort für Ihre Kinder im Garten. Es ist eine Investition in unvergessliche Kindheitserinnerungen und ein Möbelstück, das mitwachsen kann.



