Eine Wandverkleidung aus Holz selber machen ist ein Projekt, das jedem Raum eine besondere Wärme und Natürlichkeit verleihen kann. Ob rustikales Altholz, moderne Holzlatten oder elegante Paneele – die Möglichkeiten sind vielfältig und bieten Raum für individuelle Gestaltungsideen. Mit der richtigen Planung und handwerklichem Geschick lässt sich dieses Vorhaben auch als Heimwerker erfolgreich umsetzen.

Das Wichtigste in Kuerze
- Holzverkleidungen verbessern das Raumklima und die Akustik.
- Wählen Sie Holzarten passend zum Raum und gewünschten Stil, z.B. Fichte für Helligkeit oder Eiche für Eleganz.
- Achten Sie auf eine Holzfeuchte von 8-12% für den Innenbereich, um Risse und Verzug zu vermeiden.
- Eine stabile Unterkonstruktion ist entscheidend für Halt und Belüftung hinter der Verkleidung.
- Die Montage kann durch Schrauben, Kleben oder mit einem Klicksystem erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum eine Wandverkleidung aus Holz selber machen?
- Welche Holzarten eignen sich für Ihre Wandverkleidung?
- Planung und Vorbereitung: Der Grundstein für Ihr Projekt
- Die passende Unterkonstruktion für Ihre Holzverkleidung
- Montage der Holzverkleidung: Schritt für Schritt zum Ziel
- Oberflächenbehandlung und Pflege der Holzverkleidung
- Häufige Fragen zur Wandverkleidung aus Holz selber machen
- Fazit: Wandverkleidung Holz selber machen
Warum eine Wandverkleidung aus Holz selber machen?
Eine Wandverkleidung aus Holz bietet zahlreiche Vorteile, die über die reine Ästhetik hinausgehen. Holz als Naturmaterial schafft eine einzigartige, warme und natürliche Atmosphäre, die zum Wohlfühlen einlädt. Es ist atmungsaktiv und kann zur Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit beitragen, was ein gesundes Wohnklima fördert und die Ansiedlung von Keimen und Pilzsporen erschwert.
Darüber hinaus verbessern Holzverkleidungen die Raumakustik erheblich, indem sie Schall absorbieren und so Hall und Echo reduzieren. Sie wirken zudem wärmedämmend, was helfen kann, Heizkosten zu sparen. Ein weiterer praktischer Aspekt ist die Möglichkeit, unebene Wände oder unschöne Installationen elegant zu kaschieren. Holz ist zudem ein langlebiger und pflegeleichter Werkstoff, der bei minimalem Aufwand seine Schönheit über Jahre bewahrt. Die Entscheidung, eine Wandverkleidung Holz selber zu machen, ist auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, insbesondere wenn es aus zertifizierter Forstwirtschaft stammt.
Welche Holzarten eignen sich für Ihre Wandverkleidung?
Die Auswahl der richtigen Holzart ist entscheidend für die Optik und Langlebigkeit Ihrer Wandverkleidung. Verschiedene Hölzer bringen unterschiedliche Eigenschaften und Ästhetiken mit sich:
- Fichte und Kiefer: Diese hellen Nadelhölzer sind kostengünstig, leicht zu bearbeiten und verbreiten einen angenehmen Harzduft. Sie eignen sich gut für einen skandinavischen oder rustikalen Stil und lassen kleine Räume größer wirken.
- Eiche: Eichenholz ist sehr robust, langlebig und weist eine ausgeprägte Maserung auf. Es verleiht Räumen eine edle und zeitlose Eleganz.
- Esche: Ähnlich wie Eiche ist Esche sehr widerstandsfähig und bietet eine attraktive, oft gestriegelte Maserung mit hellen bis rosafarbenen Tönen.
- Buche: Buchenholz ist hart und widerstandsfähig, mit einem leicht rötlichen Farbton, der mit der Zeit intensiver wird.
- Amerikanischer Nussbaum: Bekannt für seine tiefe, dunkle Färbung und sein ausgeprägtes Muster, verleiht Nussbaumholz der Einrichtung einen eleganten und einzigartigen Charakter. Dunkle Hölzer sollten jedoch in größeren Räumen oder als Akzentwand eingesetzt werden, da sie kleine Räume optisch verkleinern können.
- Altholz: Für einen besonders rustikalen oder antiken Look kann aufgearbeitetes Altholz verwendet werden. Dies setzt besondere Akzente und erzählt eine Geschichte.
Achten Sie bei der Holzauswahl auch auf die Holzfeuchte. Für den Innenbereich sollte diese zwischen 8 und 12 Prozent liegen, um späteres Quellen, Schwinden oder Rissbildung zu vermeiden. Frisch geschlagenes Holz kann eine Holzfeuchte von über 50 % aufweisen und muss entsprechend getrocknet werden.
Planung und Vorbereitung: Der Grundstein für Ihr Projekt
Eine sorgfältige Planung ist das A und O, wenn Sie eine Wandverkleidung aus Holz selber machen möchten. Beginnen Sie mit der genauen Vermessung der Wandflächen, die verkleidet werden sollen. Berücksichtigen Sie dabei Fenster, Türen, Steckdosen und Lichtschalter.
Die Ausrichtung der Holzpaneele beeinflusst ebenfalls die Raumwirkung. Vertikale Paneele lassen niedrige Räume höher wirken, während horizontale Paneele den Raum optisch verbreitern können. Diagonale Verlegemuster sind dynamischer, aber auch aufwendiger in der Umsetzung.
Bereiten Sie den Untergrund vor: Die Wand sollte sauber, trocken und tragfähig sein. Entfernen Sie lose Tapeten oder Putz. Bei stark unebenen Wänden kann eine Grundierung oder ein Ausgleichsspachtel sinnvoll sein. Stellen Sie sicher, dass alle benötigten Werkzeuge bereitliegen, bevor Sie mit der Montage beginnen.
Die passende Unterkonstruktion für Ihre Holzverkleidung
Eine stabile Unterkonstruktion ist essenziell für jede Wandverkleidung aus Holz. Sie dient nicht nur der Befestigung der Holzpaneele, sondern gewährleistet auch eine Hinterlüftung, die Feuchtigkeitsansammlungen und damit Schimmelbildung vorbeugt.
Die Unterkonstruktion besteht in der Regel aus Holzlatten, die im rechten Winkel zur späteren Verlegerichtung der Holzverkleidung angebracht werden. Für vertikal verlaufende Paneele werden die Latten horizontal montiert, für horizontale Paneele vertikal. Der Abstand zwischen den Latten sollte je nach Stärke der Verkleidung zwischen 40 und 60 cm betragen, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten.
Verwenden Sie eine Wasserwaage, um die Latten exakt auszurichten. Unebenheiten der Wand können mit Unterlegplättchen oder Justierschrauben ausgeglichen werden. Die Latten werden mit geeigneten Dübeln und Schrauben fest in der Wand verankert. Achten Sie darauf, dass die Unterkonstruktion stabil und eben ist, da dies die Qualität der gesamten Wandverkleidung maßgeblich beeinflusst.
Benötigte Werkzeuge und Materialien
Für Ihr DIY-Projekt benötigen Sie eine Reihe von Werkzeugen und Materialien:

Montage der Holzverkleidung: Schritt für Schritt zum Ziel
Nachdem die Unterkonstruktion stabil und eben montiert ist, können Sie mit der eigentlichen Verkleidung beginnen. Es gibt verschiedene Methoden, die Holzpaneele anzubringen:
- Sichtbare Verschraubung: Die einfachste Methode, bei der die Paneele direkt auf die Unterkonstruktion geschraubt werden. Die Schraubenköpfe sind sichtbar, was einen rustikalen Look erzeugen kann. Achten Sie auf gleichmäßige Abstände und versenken Sie die Schraubenköpfe gegebenenfalls.
- Verdeckte Befestigung (Krallen/Klammern): Viele Profilhölzer oder Paneele sind für spezielle Befestigungskrallen oder Klammern ausgelegt, die in die Nut des Holzes gesteckt und dann auf der Unterkonstruktion befestigt werden. Diese Methode sorgt für eine unsichtbare Befestigung und ein sauberes Erscheinungsbild.
- Kleben: Kleinere oder leichtere Holzpaneele können auch direkt auf die Unterkonstruktion oder eine glatte Wand geklebt werden. Hierfür eignen sich spezielle Montagekleber. Diese Methode ist besonders schnell, erfordert aber einen sehr ebenen Untergrund.
- Nut und Feder: Viele Paneele verfügen über Nut und Feder, die ineinandergesteckt werden. Die erste Reihe wird verschraubt, dann werden die weiteren Paneele in die Feder gesteckt und verdeckt genagelt oder geschraubt.
Beginnen Sie immer an einer Ecke oder Kante und arbeiten Sie sich systematisch vor. Schneiden Sie die Holzpaneele passgenau zu, insbesondere an Ecken, Fenstern und Türen. Nutzen Sie eine Stichsäge für Ausschnitte und eine Kapp- oder Kreissäge für gerade Schnitte. Eine präzise Arbeitsweise ist hier entscheidend für ein professionelles Ergebnis. Für komplexe Holzarbeiten oder den Umgang mit Massivholz kann ein Blick in Anleitungen zum Holztisch selber bauen oder Möbel aus Sperrholz bauen hilfreich sein.
Ein Video-Tutorial zur Montage einer Holzverkleidung kann zusätzliche visuelle Unterstützung bieten.
Oberflächenbehandlung und Pflege der Holzverkleidung
Nach der Montage ist die Oberflächenbehandlung ein wichtiger Schritt, um Ihre Wandverkleidung aus Holz zu schützen und ihre Schönheit zu betonen. Die Wahl der Behandlung hängt von der Holzart und dem gewünschten Look ab:
- Ölen: Holzöle dringen tief in das Holz ein, schützen es von innen und betonen die natürliche Maserung. Geölte Oberflächen sind atmungsaktiv und lassen sich bei Bedarf leicht nachbehandeln.
- Wachsen: Holzwachse bilden eine schützende Schicht auf der Oberfläche, die das Holz vor Schmutz und Feuchtigkeit bewahrt. Gewachste Oberflächen fühlen sich angenehm an und haben einen seidenmatten Glanz.
- Lasieren: Lasuren färben das Holz ein, lassen aber die Maserung sichtbar. Sie bieten einen guten Schutz vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit.
- Lackieren: Lacke bilden eine geschlossene Schicht auf dem Holz, die sehr widerstandsfähig ist. Sie sind in verschiedenen Glanzgraden und Farben erhältlich, verdecken aber die natürliche Haptik des Holzes.
Regelmäßiges Reinigen mit einem feuchten Tuch ist in der Regel ausreichend für die Pflege. Bei geölten oder gewachsten Oberflächen kann eine gelegentliche Auffrischung der Schutzschicht die Langlebigkeit der Verkleidung gewährleisten.
Häufige Fragen zur Wandverkleidung aus Holz selber machen
Ist eine Wandverkleidung aus Holz für jeden Raum geeignet?
Grundsätzlich ja. Holzverkleidungen schaffen eine angenehme Atmosphäre in Wohn- und Schlafzimmern. In Feuchträumen wie Bädern sollten jedoch speziell behandelte oder von Natur aus feuchtigkeitsresistente Holzarten (z.B. Teak) verwendet und eine gute Belüftung sichergestellt werden.
Wie verhindere ich Schimmel hinter der Holzverkleidung?
Der Schlüssel zur Schimmelvermeidung ist eine ausreichende Hinterlüftung. Die Unterkonstruktion muss so angebracht werden, dass Luft zwischen Wand und Holz zirkulieren kann. Eine Holzfeuchte von 8-12% vor der Montage ist ebenfalls wichtig.
Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich eine Wandverkleidung aus Holz selber mache?
Die Kosten variieren stark je nach Holzart und Komplexität. Rechnen Sie mit Materialkosten ab ca. 30 Euro pro Quadratmeter für einfache Hölzer. Edlere Hölzer oder 3D-Paneele können ab 90 Euro pro Quadratmeter kosten. Die Arbeitskosten sparen Sie sich durch das Selbermachen.
Kann ich eine Holzverkleidung auch nachträglich streichen oder lasieren?
Ja, eine nachträgliche Oberflächenbehandlung ist möglich. Reinigen Sie die Oberfläche gründlich und schleifen Sie sie leicht an, bevor Sie Öl, Wachs, Lasur oder Lack auftragen. Testen Sie die Farbe oder das Produkt vorab an einer unauffälligen Stelle.
Wie wirkt sich eine Holzverkleidung auf den Brandschutz aus?
Holz ist ein brennbarer Baustoff, verhält sich im Brandfall aber oft kalkulierbar, da es eine schützende Holzkohleschicht bildet. Dennoch gelten spezifische Brandschutzanforderungen, die je nach Bundesland variieren können. Informieren Sie sich über die lokale Bauordnung und die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise (MHolzBauRL) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).
Wo finde ich weitere Informationen zu Holzeigenschaften und -verarbeitung?
Für tiefergehende Informationen zu Holzeigenschaften und nachhaltiger Nutzung können Sie die Webseite der Holzforschung München der Technischen Universität München besuchen, die umfangreiche Forschung und Publikationen zu diesem Thema anbietet.
Fazit: Wandverkleidung Holz selber machen
Das Projekt, eine Wandverkleidung aus Holz selber zu machen, ist eine lohnende Investition in die Wohnqualität und Ästhetik Ihres Zuhauses. Mit sorgfältiger Planung, der Auswahl der passenden Holzart und einer fachgerechten Montage der Unterkonstruktion sowie der Paneele können Sie ein individuelles und nachhaltiges Ergebnis erzielen. Die positiven Effekte auf Raumklima, Akustik und Optik werden Sie lange erfreuen. Zögern Sie nicht, dieses DIY-Vorhaben anzugehen und Ihrem Zuhause einen neuen, gemütlichen Charakter zu verleihen.



