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Furnier reparieren: Blasen, Risse & Abplatzungen beheben

27. Februar 2026 · Michelle Möhring

Schuhe stapeln sich, der Flur sieht chaotisch aus? Oder deine Lieblingskommode zeigt unschöne Macken? Alte Möbel sind oft wunderschön, doch Furnierschäden wie Blasen, Risse oder abgeplatzte Stellen trüben den Glanz. Doch keine Sorge: Du musst dein geliebtes Stück nicht gleich entsorgen. Mit der richtigen Technik kannst du Furnier reparieren und dem Möbelstück ein zweites Leben schenken.

Furnier ist eine dünne Holzschicht, meist unter einem Millimeter dick, die auf eine Trägerplatte geklebt wird, um das Aussehen von Massivholz zu imitieren oder zu veredeln. Schäden entstehen oft durch Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen oder mechanische Belastung. Kleine Reparaturen lassen sich mit einfachen Mitteln wie Bügeleisen, Holzleim oder Reparaturwachs selbst beheben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Furnier reparieren lohnt sich: Es ist günstiger und nachhaltiger als Neukauf.
  • Blasen glättest du oft schon mit einem Bügeleisen und einem Tuch.
  • Risse und kleine Löcher füllst du mit Reparaturwachs oder Holzkitt.
  • Abgeplatztes Furnier ersetzt du durch ein passendes neues Stück.
  • Nach der Reparatur ist eine passende Oberflächenbehandlung wichtig für Haltbarkeit und Optik.

Was ist Furnier überhaupt?

Furnier bezeichnet dünne Holzblätter, die zwischen 0,5 und 8 Millimeter dick sind und durch Schälen, Messern oder Sägen von einem Baumstamm gewonnen werden. Seit Jahrhunderten nutzt man diese Technik, um weniger wertvolles Holz mit einer edleren Optik zu versehen. Furnierte Platten sind oft günstiger als Massivholz und verziehen sich weniger, was sie ideal für große Flächen wie Schranktüren macht. Die Auswahl an Furnierholzarten ist riesig, es gibt über 100 verschiedene Sorten.

Blasen im Furnier reparieren: So gehst du vor

Mit der Zeit können sich unter dem Furnier Blasen bilden. Oft liegt das an Feuchtigkeit, die den Leim unter dem Furnier löst. Diese Blasen lassen sich aber meist gut beheben.

Blasen mit dem Bügeleisen glätten

Das ist die einfachste Methode. Lege ein Baumwolltuch auf die Blase und bügle mit mittlerer Temperatur darüber. Die Wärme reaktiviert den alten Leim. Drücke die Blase dabei fest an, bis der Leim wieder bindet. Hab Geduld, das kann etwas dauern.

Tipp: Bügle immer von der Blasenmitte zum Rand hin, damit die Luft entweichen kann. Überschüssigen Leim entfernst du sofort mit einem feuchten Tuch.

Leim unter die Blase spritzen

Wenn das Bügeln nicht hilft oder der alte Leim fehlt, spritzt du neuen Holzleim unter die Blase. Steche dazu die Blase vorsichtig mit einer feinen Nadel oder einem Cuttermesser ein. Mit einer Einwegspritze füllst du dann Holzleim unter das Furnier. Drücke die Stelle fest an, zum Beispiel mit Schraubzwingen und Zulagen, und lass den Leim trocknen.

Risse und Kratzer im Furnier ausbessern

Kleine Schäden sind schnell behoben. Dafür brauchst du spezielles Reparaturwachs, Holzkitt oder eine Holzpaste im passenden Farbton. Achte darauf, dass die Farbe eine Nuance dunkler ist als das Furnier, damit der Kitt später nicht zu hell wirkt.

Kleine Risse und Kratzer füllen

Erwärme Wachskitt leicht mit einem Feuerzeug, damit er geschmeidiger wird. Dann drückst du ihn in den Riss. Überschüssiges Material entfernst du vorsichtig, sobald es ausgehärtet ist. Anschließend kannst du die Stelle polieren.

Abgeplatztes Furnier ersetzen und Fehlstellen füllen

Fehlen ganze Furnierstücke oder sind sie stark beschädigt, musst du sie ersetzen. Das erfordert etwas mehr Aufwand, ist aber machbar.

Vorbereitung der Fehlstelle

Entferne lose Furnierreste und alte Leimspuren gründlich mit einem Schaber oder Schleifpapier. Der Untergrund muss sauber und eben sein, damit das neue Furnier gut hält. Wenn der Untergrund selbst beschädigt ist (z.B. ein Spalt in der Trägerplatte), fülle diesen zuerst auf.

Neues Furnier einpassen

Finde ein Ersatzfurnier, das in Holzart, Maserung und Stärke möglichst genau zum Original passt. Lege das neue Furnierstück auf die Fehlstelle und zeichne die Umrisse mit einem Bleistift nach. Schneide die beschädigte Stelle dann mit einem scharfen Cuttermesser und einem Lineal präzise aus. Das neue Furnierstück sollte etwas größer sein als die Fehlstelle.

Wichtig: Schneide immer mit einem sehr scharfen Messer und übe gleichmäßigen Druck aus, um saubere Kanten zu erhalten.

Das neue Furnier kleben

Trage Holzleim dünn und gleichmäßig auf die vorbereitete Trägerplatte auf. Setze das neue Furnierstück ein und drücke es fest an. Fixiere es mit Schraubzwingen und Zulagen oder beschwere es mit einem schweren Gegenstand, bis der Leim vollständig getrocknet ist. Achte darauf, dass kein Leim auf die Furnieroberfläche gelangt.

Oberflächenbehandlung nach der Furnierreparatur

Nach der Reparatur ist die Oberflächenbehandlung entscheidend. Sie schützt das Holz und gleicht Farbunterschiede zwischen altem und neuem Furnier aus.

Schleifen und Beizen

Ist das Furnier repariert, kannst du es vorsichtig schleifen, falls nötig. Nutze dafür sehr feines Schleifpapier (z.B. Körnung 400). Schleife immer in Faserrichtung. Bei dichterem Furnier wie Buche oder Ahorn kannst du auch leichte diagonale Bleistiftstriche aufbringen, um zu sehen, wo du schon geschliffen hast, ohne durchzuschleifen.

Danach kannst du das Furnier beizen oder lackieren, um die Maserung hervorzuheben und Schutz zu bieten. Ein Öl oder Wachs kann ebenfalls die natürliche Optik auffrischen und kleine Kratzer kaschieren.

Werkzeuge und Materialien zum Furnier reparieren

Für eine erfolgreiche Furnierreparatur brauchst du nicht viel, aber das Richtige.

Werkzeug/Material Einsatzbereich
Bügeleisen Blasen glätten, alten Leim reaktivieren
Baumwolltuch Schutz beim Bügeln, Leimreste entfernen
Holzleim (Weißleim) Abgelöstes Furnier neu kleben, Fehlstellen füllen
Einwegspritze mit Nadel Leim unter Blasen spritzen
Reparaturwachs/Holzkitt Risse, Kratzer und kleine Löcher füllen
Scharfes Cuttermesser/Teppichmesser Furnier präzise schneiden
Metalllineal Gerade Schnitte führen
Schaber/Stechbeitel Alte Leimreste entfernen, Furnier abheben
Schraubzwingen & Zulagen Furnier beim Trocknen fixieren
Ersatzfurnier Zum Ersetzen fehlender oder stark beschädigter Stücke
Feines Schleifpapier (Körnung 400+) Übergänge glätten, Oberfläche vorbereiten

Furnier richtig pflegen: So beugst du Schäden vor

Vorbeugen ist besser als Furnier reparieren. Mit der richtigen Pflege bleiben deine furnierten Möbel länger schön. Die Oberfläche von furnierten Möbeln ist meist durch Lack, Öl oder Wachs geschützt.

  • Regelmäßiges Staubwischen: Nutze ein weiches, trockenes oder leicht feuchtes Tuch. Wische immer in Faserrichtung des Holzes. Vermeide aggressive Reinigungsmittel, Scheuermittel und Mikrofasertücher, da diese die Oberfläche beschädigen können.
  • Flüssigkeiten sofort entfernen: Besonders säurehaltige Flüssigkeiten wie Fruchtsäfte oder Alkohol solltest du sofort abtupfen. Sie können das Material angreifen und Flecken hinterlassen.
  • Spezielle Pflege: Je nach Oberflächenbehandlung (Lack, Öl, Wachs) kannst du geeignete Pflegemittel wie Möbelpolitur, Bienenwachs oder Refresher-Produkte verwenden. Diese frischen den Glanz auf und kaschieren feine Kratzer.
  • Konstantes Raumklima: Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen sind Hauptursachen für Furnierschäden. Schütze deine Möbel vor direkter Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchtigkeit.
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FAQ: Häufige Fragen zur Furnierreparatur

Kann ich Furnier selbst reparieren oder brauche ich einen Profi?

Kleine Schäden wie Blasen, Risse oder kleinere Abplatzungen kannst du mit etwas Geschick selbst reparieren. Bei großflächigen Schäden, komplexen Mustern oder sehr wertvollen Möbelstücken ist es ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen.

Welchen Kleber nutze ich am besten, um Furnier zu reparieren?

Für die meisten Furnierreparaturen eignet sich hochwertiger Holzleim, oft auch als Weißleim bekannt. Er sorgt für eine dauerhafte Verbindung. Achte darauf, dass er für Furnierarbeiten geeignet ist.

Wie bekomme ich Farbunterschiede nach der Reparatur weg?

Nachdem du Furnier repariert hast, können Farbunterschiede auftreten, da neues Furnier heller ist und erst nachdunkelt. Eine abschließende Oberflächenbehandlung mit Beize, Lack, Öl oder Wachs kann helfen, die Farbunterschiede auszugleichen und ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen.

Wie dünn ist Furnier eigentlich?

Furnierblätter sind sehr dünn, meist zwischen 0,5 und 8 Millimeter. Die gängigste Dicke liegt bei weniger als einem Millimeter.

Warum löst sich Furnier überhaupt ab?

Furnier löst sich oft durch Feuchtigkeit, die den Kleber angreift. Auch Temperaturschwankungen und mechanische Belastungen wie Stöße oder Kratzer können dazu führen, dass sich das Furnier ablöst oder reißt.

Fazit

Furnier reparieren ist eine lohnende Aufgabe, die deinen Möbeln neues Leben einhaucht. Ob du Blasen glättest, Risse füllst oder abgeplatzte Stellen ersetzt – mit Geduld und den richtigen Werkzeugen gelingt dir das. So bewahrst du den Charakter deiner Lieblingsstücke und handelst nachhaltig. Fang klein an, sammle Erfahrung, und schon bald sehen deine furnierten Möbel wieder aus wie neu.

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