Eine eigene Gartenlaube im Grünen – davon träumen viele. Sie ist nicht nur ein praktischer Abstellort für Gartengeräte, sondern auch ein gemütlicher Rückzugsort, um entspannte Stunden zu verbringen. Ob als Lese-Oase, Grillplatz oder kleines Outdoor-Büro: Eine selbstgebaute Gartenlaube bietet dir viele Möglichkeiten. Und das Beste: Du kannst sie genau nach deinen Vorstellungen gestalten. Wir zeigen dir, wie du deine Gartenlaube selber bauen kannst – von der ersten Planung bis zum letzten Schrauben.

Das Wichtigste in Kuerze
- Planung ist entscheidend: Standort, Größe und Baugenehmigung prüfen.
- Ein solides Fundament (Punkt- oder Streifenfundament) ist die stabile Basis.
- Die Holzrahmenbauweise ermöglicht eine einfache und stabile Umsetzung.
- Wähle eine passende Dachform (Pult-, Sattel-, Flachdach) und gestalte sie wetterfest.
- Die Materialkosten starten bei etwa 500 Euro, Werkzeuge sind oft schon vorhanden.
- Regelmäßige Pflege schützt das Holz vor Witterungseinflüssen und verlängert die Lebensdauer.
Inhaltsverzeichnis
- Gartenlaube selber bauen: Die Planung ist die halbe Miete
- Material und Werkzeuge für den Bau deiner Gartenlaube
- Fundament für die Gartenlaube bauen: Die stabile Basis
- Den Holzrahmen der Gartenlaube errichten
- Das Dach der Gartenlaube bauen: Schutz vor Wind und Wetter
- Wände und Verkleidung für deine Gartenlaube (optional)
- Gartenlaube selber bauen: Kosten und Zeitaufwand
- Pflege und Instandhaltung deiner selbstgebauten Gartenlaube
- FAQ zum Gartenlaube selber bauen
- Fazit
Gartenlaube selber bauen: Die Planung ist die halbe Miete
Bevor du mit dem Bau deiner Gartenlaube beginnst, ist eine sorgfältige Planung das A und O. Überlege dir genau, wofür du die Laube nutzen möchtest. Soll sie ein einfacher Geräteschuppen sein oder ein gemütlicher Aufenthaltsraum? Die Antwort beeinflusst Größe, Bauweise und Materialwahl erheblich.
Standortwahl und Ausrichtung
Wähle einen Standort, der gut in deinen Garten passt und dir die gewünschte Atmosphäre bietet. Achte auf Sonneneinstrahlung, Windrichtung und Bodengegebenheiten. Ein sonniger Platz lässt das Holz besser trocknen, was Pilz- und Insektenbefall vorbeugt. Berücksichtige auch den Abstand zu Grundstücksgrenzen und Nachbargebäuden.
Baugenehmigung für deine Gartenlaube: Was du wissen musst
Einer der wichtigsten Planungspunkte ist die Frage nach der Baugenehmigung. Die Regelungen dazu sind in Deutschland nicht einheitlich und hängen von deinem Bundesland, der Größe der Laube und ihrem Verwendungszweck ab. Oft sind kleine Gartenhäuser bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei, besonders wenn sie nicht dauerhaft bewohnt werden oder sanitäre Einrichtungen besitzen. Informiere dich unbedingt vorab bei deinem örtlichen Bauamt oder der zuständigen Behörde. Dort erhältst du verbindliche Auskünfte zu den geltenden Vorschriften, auch bezüglich eventueller Bebauungspläne in deiner Gemeinde. In Kleingartenvereinen gelten zusätzlich die Vereinssatzungen.
Offene oder geschlossene Gartenlaube?
Überlege, ob du eine offene Gartenlaube (eher ein Pavillon) oder eine geschlossene Variante bauen möchtest. Eine offene Laube bietet Schutz vor Sonne und leichtem Regen, lässt aber viel Luft durch. Eine geschlossene Laube schützt besser vor Wind und Wetter und kann auch als Geräteschuppen oder Werkstatt dienen. Die Wahl beeinflusst den Materialbedarf und den Aufwand für Wände und Fenster.
Material und Werkzeuge für den Bau deiner Gartenlaube
Für eine langlebige Gartenlaube aus Holz brauchst du das richtige Material und grundlegende Werkzeuge. Hier eine Übersicht:
Fundament für die Gartenlaube bauen: Die stabile Basis
Ein stabiles und waagerechtes Fundament ist entscheidend für die Langlebigkeit deiner Gartenlaube. Es schützt das Holz vor Bodenfeuchtigkeit und sorgt für einen sicheren Stand. Ohne ein ebenes Fundament wird der Aufbau schwierig und die Laube könnte sich verziehen.
Punktfundament oder Streifenfundament?
Je nach Größe und Gewicht deiner Gartenlaube kommen verschiedene Fundamentarten infrage:
- Punktfundament: Ideal für leichtere Gartenhäuser oder Konstruktionen in Ständerbauweise. Es besteht aus einzelnen Betonpunkten, die die Last tragen. Vorteile sind der einfachere Aufbau und die Möglichkeit, es auch auf leicht unebenem Gelände zu errichten.
- Streifenfundament: Eignet sich für größere und schwerere Gartenlauben, da es die Last gleichmäßig unter den tragenden Wänden verteilt. Es erfordert mehr Aufwand, bietet aber eine sehr hohe Stabilität.
- Plattenfundament (Bodenplatte): Eine durchgängig geschlossene Betonplatte, die sich besonders für große und schwere Gartenhäuser oder bei unsicherem Untergrund empfiehlt.
Schritt-für-Schritt: Fundament anlegen (Beispiel Punktfundament)
- Fläche markieren: Miss die Grundfläche deiner Laube genau aus und markiere die Eckpunkte mit Pflöcken und Schnüren. Achte auf rechte Winkel.
- Fundamentpunkte festlegen: Lege die Positionen der einzelnen Punktfundamente fest. Diese sollten unter den tragenden Pfosten der Laube liegen.
- Gruben ausheben: Hebe an den markierten Stellen frostsichere Gruben aus (mindestens 80 cm tief, um Frostschäden zu vermeiden).
- Schotter und Kies einfüllen: Fülle eine Schicht Schotter als Drainage und darauf eine Schicht Kies ein. Verdichte beide Schichten gut.
- Beton gießen: Setze passende Schalungen ein und gieße Beton ein. Achte darauf, dass die Oberkanten der Fundamente exakt waagerecht liegen. Eine Wasserwaage ist hier dein wichtigstes Hilfsmittel.
- Aushärten lassen: Lass den Beton vollständig aushärten (Herstellerangaben beachten, meist mehrere Tage).

Den Holzrahmen der Gartenlaube errichten
Der Holzrahmen ist das Skelett deiner Gartenlaube. Hier ist Präzision gefragt, damit alles stabil und gerade wird. Arbeite von unten nach oben und überprüfe regelmäßig mit der Wasserwaage.
Pfosten und Balken richtig verbinden
Beginne mit dem Bodenrahmen, den du auf deinem Fundament verankerst. Danach montierst du die senkrechten Pfosten und verbindest sie mit waagerechten Balken. Achte auf:
- Holzverbindungen: Nutze stabile Holzverbindungen wie Überblattungen oder Zapfenverbindungen. Alternativ kannst du auch Metallverbinder und lange Holzschrauben verwenden.
- Rechte Winkel: Jeder Winkel muss exakt 90 Grad betragen, sonst wird die gesamte Konstruktion schief. Ein großer Zimmererwinkel hilft dir dabei.
- Stabilität: Temporäre Diagonalverstrebungen geben dem Rahmen während des Aufbaus zusätzliche Stabilität.
Das Dach der Gartenlaube bauen: Schutz vor Wind und Wetter
Das Dach schützt deine Gartenlaube vor Regen, Schnee und Sonne. Die Wahl der Dachform beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch den Schwierigkeitsgrad beim Bau und die spätere Pflege.
Dachformen im Überblick
- Pultdach: Eine schlichte, moderne Form mit einer Dachneigung. Leicht zu bauen und ideal für die Anbringung von Solaranlagen oder Gründächern.
- Satteldach: Die klassische und weit verbreitete Dachform mit zwei geneigten Dachflächen. Bietet guten Raumgewinn im Inneren.
- Flachdach: Verleiht der Laube eine moderne Kubus-Optik. Hat eine geringe Neigung (3–10 Grad), damit Regenwasser ablaufen kann.
- Walmdach/Zeltdach: Alle vier (Walmdach) oder mehr (Zeltdach) Dachflächen sind geneigt und laufen zu einem First oder Punkt zusammen. Optisch ansprechend, aber aufwendiger im Bau.
Dacheindeckung wählen und montieren
Nachdem der Dachstuhl steht, folgt die Eindeckung. Beliebte Materialien sind:
- Dachpappe/Bitumenbahnen: Günstig und relativ einfach zu verlegen. Bieten einen guten Grundschutz.
- Bitumenschindeln: Optisch ansprechender als Dachpappe, aber aufwendiger in der Verlegung.
- Trapezblech: Robust, langlebig und schnell montiert.
- Gründach: Eine ökologische Variante, die das Klima in der Laube verbessert und Lebensraum für Insekten schafft.
Achte beim Eindecken immer auf eine ausreichende Überlappung und eine wasserdichte Ausführung, besonders an den Übergängen und Kanten. Eine Dachrinne sorgt dafür, dass Regenwasser kontrolliert abgeleitet wird. Regenwasserversickerung im Garten ist eine gute Option.
Wände und Verkleidung für deine Gartenlaube (optional)
Möchtest du eine geschlossene Gartenlaube bauen, brauchst du Wände. Auch hier hast du verschiedene Optionen:
- Holzbretter/Profilholz: Die klassische und natürliche Lösung. Du kannst Nut-und-Feder-Bretter verwenden, die sich einfach ineinanderstecken lassen, oder einfache Bretter mit Überlappung montieren.
- Fenster und Türen: Plane Öffnungen für Fenster und Türen ein. Diese kannst du fertig kaufen oder selbst bauen.
- Offene Bauweise mit Lamellen: Eine moderne Variante sind drehbare Lamellenwände, die dir ermöglichen, den Lichteinfall und die Belüftung flexibel zu steuern.
Denke daran, dass alle Holzteile, die der Witterung ausgesetzt sind, einen guten Holzschutz benötigen.
Gartenlaube selber bauen: Kosten und Zeitaufwand
Die Kosten für eine selbstgebaute Gartenlaube können stark variieren. Sie hängen von der Größe, der gewählten Holzart, der Dachform, der Ausstattung (Fenster, Türen) und der Qualität der Materialien ab.
- Materialkosten: Für eine einfache Gartenlaube kannst du mit Materialkosten ab etwa 500 Euro rechnen. Hochwertigere Hölzer wie Lärche oder Douglasie sind teurer als Fichte oder Kiefer.
- Werkzeuge: Viele grundlegende Werkzeuge hast du vielleicht schon. Spezialwerkzeuge können geliehen oder gekauft werden.
- Baugenehmigung: Falls nötig, fallen hierfür zusätzliche Kosten an.
Zeitaufwand: Für Anfänger kann der Bau einer Gartenlaube ein bis zwei Wochenenden oder länger in Anspruch nehmen, je nach Komplexität und deiner Erfahrung. Ein vorgefertigter Bausatz kann den Aufbau auf 1-3 Tage verkürzen. Mit guter Planung und Helfern geht es natürlich schneller.
Pflege und Instandhaltung deiner selbstgebauten Gartenlaube
Damit deine Gartenlaube lange schön bleibt und dir viele Jahre Freude bereitet, ist regelmäßige Pflege wichtig. Holz ist ein Naturmaterial und wird durch Umwelteinflüsse wie Sonne, Regen und Insekten beansprucht.
- Holzschutz: Trage regelmäßig eine Lasur oder Deckfarbe auf, um das Holz vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit zu schützen. Eine Imprägnierung vor dem Aufbau ist ratsam, besonders an später unzugänglichen Stellen.
- Reinigung: Befreie die Fassade regelmäßig von Spinnweben, Staub und Schmutz mit einem Handfeger oder Gartenschlauch.
- Dach und Rinnen: Halte das Dach sauber und entferne Laub und Äste. Reinige die Dachrinnen, damit Wasser gut ablaufen kann.
- Fenster und Türen: Überprüfe regelmäßig, ob Fenster und Türen noch richtig schließen und behandle metallische Teile mit Rostschutzmittel.
- Belüftung: Sorge für eine gute Belüftung im Inneren, um Schimmelbildung zu vermeiden.
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FAQ zum Gartenlaube selber bauen
Wie lange hält eine selbstgebaute Gartenlaube?
Die Lebensdauer einer selbstgebauten Gartenlaube hängt stark von der Holzart, dem Holzschutz und der regelmäßigen Pflege ab. Bei guter Pflege und Verwendung von robustem Holz wie Lärche kann sie 15-25 Jahre oder länger halten. Bei Fichte und Kiefer sind es mit entsprechender Pflege 10-15 Jahre.
Welches Holz eignet sich am besten für eine Gartenlaube?
Für eine Gartenlaube eignen sich Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer und Lärche. Fichte ist preiswert und gut zu verarbeiten. Lärche ist besonders witterungsbeständig und langlebig, aber auch teurer. Douglasie ist ebenfalls eine gute, preiswerte Alternative zur Lärche.
Brauche ich eine Baugenehmigung für meine Gartenlaube?
Ob du eine Baugenehmigung benötigst, hängt von deinem Bundesland, der Größe der Gartenlaube und ihrem Verwendungszweck ab. Kleine Gartenhäuser, die nicht zum Wohnen genutzt werden, sind oft genehmigungsfrei. Erkundige dich unbedingt vorab bei deinem örtlichen Bauamt.
Kann ich eine Gartenlaube auch als Anfänger bauen?
Ja, auch als Anfänger kannst du eine Gartenlaube bauen. Wähle ein einfaches Design, plane sorgfältig und nutze detaillierte Anleitungen. Ein Bausatz kann den Einstieg erleichtern. Starte mit einem Punkt- oder Streifenfundament, da diese einfacher zu realisieren sind.
Was sind die häufigsten Fehler beim Gartenlaube selber bauen?
Häufige Fehler sind eine mangelhafte Planung, ein unzureichendes Fundament, fehlender Holzschutz und ungenaue Maße beim Aufbau des Rahmens. Auch das Nicht-Einholen einer Baugenehmigung kann zu Problemen führen.
Was kostet es, eine Gartenlaube selber zu bauen?
Die Kosten für eine selbstgebaute Gartenlaube beginnen bei etwa 500 Euro für das Material, können aber je nach Größe, Holzart und Ausstattung deutlich höher liegen. Die Arbeitskosten sparst du durch den Eigenbau.
Fazit
Eine eigene Gartenlaube selber zu bauen ist ein lohnendes Projekt, das dir nicht nur einen praktischen Raum schafft, sondern auch viel Freude am Selbermachen bereitet. Mit einer gründlichen Planung, der richtigen Materialwahl und präzisem Arbeiten kannst du eine stabile und langlebige Laube errichten. Achte auf die Baugenehmigung und vergiss nicht den Holzschutz, damit deine Gartenlaube Wind und Wetter trotzt. So hast du lange Freude an deinem neuen Lieblingsplatz im Garten.


