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Das Wichtigste in Kürze
- Holzwürmer sind Larven des Gemeinen Nagekäfers und fressen sich durch Holz.
- Typische Anzeichen sind kleine, runde Löcher (1-2 mm), Holzmehl und manchmal leise Fraßgeräusche.
- Du kannst Holzwürmer mit Hitze (ab 55 °C) oder Kälte (unter -10 °C) bekämpfen.
- Hausmittel wie Essigessenz, Borsalz oder Eicheln können bei leichtem Befall helfen.
- Bei massivem Befall, insbesondere an tragenden Holzteilen, solltest du einen Schädlingsbekämpfer rufen.
- Vermeide feuchte und kühle Lagerbedingungen, um Holzwürmern vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis
Du hast kleine Löcher in deinen Holzmöbeln entdeckt oder hörst ein leises Knistern aus dem alten Schrank? Dann ist es Zeit, dem Übeltäter auf die Schliche zu kommen. Einen Holzwurm bekämpfen ist wichtig, um weitere Schäden zu verhindern und deine Holzobjekte zu retten. Dieser Guide zeigt dir, wie du den Schädling erkennst, welche Methoden wirklich helfen und wie du zukünftigem Befall vorbeugst.
Was ist ein Holzwurm überhaupt?
Der umgangssprachliche „Holzwurm“ ist keine tatsächliche Wurmart. Es handelt sich um die Larve des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum), auch Gewöhnlicher Nagekäfer genannt. Diese Larven fressen sich durch Holz und hinterlassen dabei die typischen Gänge und Löcher. Die ausgewachsenen Käfer selbst richten keinen Schaden am Holz an, legen aber ihre Eier bevorzugt in Risse oder alte Bohrlöcher ab. Aus diesen Eiern schlüpfen dann die neuen, holzfressenden Larven. Ein Holzwurmbefall kann sich über Jahre hinziehen, da die Larvenentwicklung je nach Bedingungen ein bis acht Jahre dauern kann.
Holzwurm erkennen: Die eindeutigen Anzeichen
Einen Holzwurmbefall zu erkennen, ist der erste Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung. Achte auf diese typischen Anzeichen:
- Kleine, runde Löcher: Die sogenannten Ausfluglöcher sind meist 1 bis 2 Millimeter groß. Sie sind der Austrittspunkt der ausgewachsenen Käfer. Neue Löcher sind oft heller als ältere.
- Holzmehl (Bohrmehl): Unter den Löchern findest du feines, pudriges Holzmehl. Frisches, helles Mehl deutet auf einen aktiven Befall hin.
- Fraßgeräusche: Bei starkem Befall und in ruhiger Umgebung, besonders nachts, kannst du manchmal leises Knabbern oder Knistern hören.
- Brüchiges Holz: An befallenen Stellen kann das Holz hohl klingen oder sich weich anfühlen, wenn du darauf klopfst. Die Holzstruktur wird von innen geschwächt.
Aktiven Befall testen: So gehst du vor
Du bist unsicher, ob der Holzwurm noch aktiv ist? Lege ein dunkles Blatt Papier unter die verdächtigen Löcher. Wenn sich nach einigen Tagen frisches Holzmehl darauf sammelt, hast du einen aktiven Befall. Wiederhole den Test über eine Woche, da die Larven nicht pausenlos fressen.
Holzwurm bekämpfen: Bewährte Methoden für dein Holz
Es gibt verschiedene Wege, den Holzwurm zu bekämpfen. Die Wahl der Methode hängt vom Ausmaß des Befalls und der Art des Holzobjekts ab.
Hitzebehandlung: So wird den Larven eingeheizt
Holzwürmer sterben bei Temperaturen ab 55 °C. Diese Methode ist besonders effektiv und chemiefrei:
- Kleine Möbelstücke: Stelle sie für etwa eine Stunde bei mindestens 60 °C in den Backofen.
- Größere Objekte: Bei Sonnenschein kannst du das Möbelstück in schwarze Folie einwickeln und für mehrere Stunden in die pralle Sonne stellen. Eine Sauna kann ebenfalls genutzt werden.
Achte darauf, dass das Holz langsam abkühlt, um Risse zu vermeiden. Diese Methode ist nicht für Antiquitäten oder lackierte Objekte geeignet, da Hitze Schäden verursachen kann.
Kältebehandlung: Holzwurm einfrieren
Auch extreme Kälte ist tödlich für Holzwürmer. Bei Temperaturen unter -10 °C sterben die Larven ab.
- Kleine Gegenstände: Lege sie für einige Tage in den Gefrierschrank.
- Größere Objekte: Stelle sie im Winter bei mindestens -10 °C für mehrere Tage nach draußen, idealerweise witterungsgeschützt.
Wichtig ist, dass es trocken ist und die Kälte durchgehend wirkt.
Hausmittel gegen Holzwurm: Was wirklich hilft
Bei leichtem bis mittlerem Befall kannst du auch Hausmittel ausprobieren:
Chemische Mittel: Wann du zu Holzwurm-Ex greifst
Bei starkem Befall oder wenn Hausmittel nicht ausreichen, gibt es spezielle Holzwurmsprays oder -mittel. Diese dringen tief ins Holz ein und eliminieren Larven und Käfer. Beachte die Herstellerangaben genau und sorge für gute Belüftung. Bei der Anwendung von chemischen Mitteln ist Vorsicht geboten, da sie auch für Menschen gefährlich sein können. Für tragende Holzteile sind sie oft nicht ausreichend, da sie nicht tief genug eindringen.
Wann der Profi ran muss: Holzwurm im Dachstuhl & Co.
Manchmal reicht der DIY-Ansatz nicht aus. Hol einen Fachmann, wenn:
- Der Befall sehr stark ist und das Holz bereits stark geschädigt ist.
- Tragende Holzteile wie Dachbalken oder Fachwerk betroffen sind. Hier besteht Einsturzgefahr.
- Du einen Befall durch den Hausbockkäfer vermutest. Dieser ist aggressiver und in einigen Bundesländern sogar meldepflichtig.
- Du unsicher bist, welche Methode die richtige ist oder die natürlichen Mittel keine Wirkung zeigen.
Professionelle Schädlingsbekämpfer nutzen Methoden wie Mikrowellen, Heißluft oder Begasung. Diese Verfahren sind effektiver, aber auch aufwendiger und teurer.
Holzwurm vorbeugen: So schützt du dein Holz dauerhaft
Am besten ist es, einem Holzwurmbefall von vornherein keine Chance zu geben. Holzwürmer lieben feuchtes Holz und kühle, unausgeglichene Temperaturen. So schützt du dein Holz:
- Trockenes Raumklima: Lüfte und heize regelmäßig. Halte die Luftfeuchtigkeit niedrig. Holzwürmer bevorzugen eine Holzfeuchte von 14 bis 16 Prozent.
- Holzfeuchte reduzieren: Holzwürmer benötigen mindestens 10 Prozent Holzfeuchte. Ein beheizter Raum mit geringer Luftfeuchtigkeit kann helfen.
- Holzschutzmittel: Bei unbehandeltem Holz oder im Außenbereich kannst du vorbeugend Holzschutzmittel auftragen.
- Gebrauchtes Holz prüfen: Bevor du Flohmarkt-Möbel oder Brennholz ins Haus holst, prüfe es sorgfältig auf Anzeichen von Holzwürmern. Eine gute Möglichkeit, Flohmarkt Möbel aufzuwerten, ist die vorherige Behandlung gegen Schädlinge.
- Holz nicht direkt auf dem Boden lagern: Sorge für eine gute Belüftung unter gelagertem Holz.
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FAQ: Häufige Fragen zum Holzwurm bekämpfen
Was ist ein Holzwurm wirklich?
Ein Holzwurm ist die Larve des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum). Diese Larven fressen sich durch Holz und verursachen die typischen Schäden.
Wie lange dauert es, bis ein Holzwurm stirbt?
Das hängt von der Bekämpfungsmethode ab. Bei Hitzebehandlung über 55 °C sterben sie sofort. Bei Kältebehandlung unter -10 °C dauert es mehrere Tage. Chemische Mittel wirken meist innerhalb von ein bis vier Wochen.
Ist Holzwurm gefährlich für Menschen?
Direkt gefährlich ist der Holzwurm für Menschen nicht, er beißt nicht. Die Gefahr liegt in den Schäden am Holz, die langfristig die Stabilität von Möbeln oder sogar Gebäuden beeinträchtigen können.
Verschwindet ein Holzwurm von alleine?
Nein, ein Holzwurm verschwindet normalerweise nicht von alleine. Die ausgewachsenen Käfer legen neue Eier im selben oder in benachbartem Holz ab, wodurch der Befall immer wieder von vorne beginnt.
Welches Holz befällt der Holzwurm am liebsten?
Der Holzwurm ist nicht wählerisch, solange es totes Holz ist und eine gewisse Restfeuchte aufweist. Er bevorzugt weiches Splintholz, aber auch Laub- und Nadelhölzer. Kernholz wird seltener befallen.
Fazit
Einen Holzwurm bekämpfen ist ein Projekt, das du selbst in die Hand nehmen kannst, besonders bei kleineren Möbelstücken. Achte auf die Anzeichen, wähle die passende Methode – ob Hitze, Kälte oder Hausmittel – und sei konsequent. Bei größeren Schäden oder tragenden Holzteilen ist der Gang zum Profi der sicherste Weg. Mit vorbeugenden Maßnahmen schützt du deine Holzschätze langfristig vor den kleinen Holzfressern.



