Du möchtest mehr Regenwasser sammeln, aber eine einzelne Regentonne reicht nicht aus? Dann ist es Zeit, deine Regentonnen zu verbinden. Das ist einfacher, als du denkst, und du vergrößerst so dein verfügbares Wasservolumen für den Garten erheblich. Mit dieser Anleitung schaffst du das auch als Anfänger.
Das Wichtigste in Kürze
- Erhöhe deine Regenwasser-Speicherkapazität einfach durch das Verbinden mehrerer Regentonnen.
- Nutze ein Überlauf-System, damit das Wasser gleichmäßig zwischen den Tonnen verteilt wird.
- Achte auf eine stabile, ebene Aufstellung und dichte alle Anschlüsse sorgfältig ab.
- Plane die Wintervorbereitung frühzeitig, um Frostschäden zu vermeiden.
- Die Materialkosten für eine Standardverbindung liegen meist zwischen 30 und 70 Euro.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Regentonnen verbinden?
- Planung ist alles: Standort und Material
- Regentonnen verbinden für Anfänger: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Regentonnen verbinden Kosten: Was musst du einplanen?
- Häufige Fehler vermeiden beim Regentonnen verbinden
- Regentonnen winterfest machen: Schutz vor Frost
- Alternativen zur Schlauchverbindung: Von IBC bis Zisterne
- Wann lohnt sich der Profi?
- FAQ zum Thema Regentonnen verbinden
- Fazit
Warum Regentonnen verbinden?
Ein trockener Sommer, ein durstiger Garten – da kann eine einzelne Regentonne schnell an ihre Grenzen stoßen. Wenn du mehrere Regentonnen miteinander verbindest, schaffst du dir ein größeres Sammelvolumen für Regenwasser. Das hat mehrere Vorteile:
- Mehr Wasservorrat: Du hast mehr Wasser zur Verfügung, auch in längeren Trockenperioden.
- Effizientere Nutzung: Das Wasser verteilt sich gleichmäßig auf alle Tonnen, sodass keine überläuft, während andere noch leer sind.
- Geringerer Verbrauch von Leitungswasser: Du sparst Geld und schonst die Umwelt, indem du weniger teures Trinkwasser für die Gartenbewässerung nutzt.
- Flexibilität: Du kannst bei Bedarf weitere Tonnen hinzufügen und dein System erweitern.
Besonders praktisch ist das, wenn du einen großen Garten hast oder Pflanzen pflegst, die viel Wasser benötigen. Aber auch für kleinere Gärten ist es sinnvoll, das Maximum an Regenwasser zu nutzen.

Planung ist alles: Standort und Material
Bevor du loslegst, ist eine gute Planung wichtig. Überlege dir, wo die Regentonnen stehen sollen und welche Materialien du benötigst.
Die richtige Position für deine Regentonnen
Platziere die Regentonnen immer auf einem stabilen, ebenen Untergrund. Ein Kiesbett, Pflastersteine oder spezielle Untersetzer sind ideal. Achte darauf, dass der Boden das Gewicht der gefüllten Tonnen tragen kann. Eine gefüllte 200-Liter-Tonne wiegt über 200 kg. Die Tonnen sollten außerdem nahe beieinanderstehen, um kurze Verbindungsschläuche zu ermöglichen.
Welche Materialien brauchst du?
Für das Verbinden von Regentonnen benötigst du einige grundlegende Dinge. Hier eine Checkliste:
- Regentonnen: So viele, wie du verbinden möchtest.
- Verbindungsschlauch-Set: Diese Sets enthalten meist alles Nötige: Schläuche, Dichtungen und Anschlussstücke. Achte auf UV-beständiges Material.
- Lochsäge/Bohrer: Mit dem passenden Durchmesser für deine Anschlussstücke. Meist sind das 25 mm oder 32 mm.
- Dichtungsband (Teflonband): Für zusätzliche Sicherheit an den Gewinden.
- Gliedermaßstab oder Zollstock und Bleistift: Zum Anzeichnen der Bohrlöcher.
- Schutzbrille und Handschuhe: Für deine Sicherheit beim Bohren.
- Feile oder Schleifpapier: Zum Entgraten der Bohrlöcher.
Regentonnen verbinden für Anfänger: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Jetzt geht’s ans Eingemachte! Diese Anleitung führt dich sicher durch den Prozess, selbst wenn du noch nie Regentonnen verbunden hast.
Schritt 1: Regentonnen vorbereiten und ausrichten
Stelle die leeren Regentonnen an ihren endgültigen Platz. Achte darauf, dass der Untergrund stabil und eben ist. Richte die Tonnen so aus, dass die geplanten Bohrpunkte für die Verbindungen auf gleicher Höhe liegen und gut zugänglich sind. Idealerweise verbindest du die Tonnen im unteren Drittel, damit das Wasser auch bei geringer Füllmenge überlaufen kann.
Schritt 2: Bohrlöcher anzeichnen und bohren
Nimm dir den Zollstock und einen Bleistift. Miss an jeder Regentonne die gleiche Höhe für die Bohrlöcher ab. Das ist wichtig, damit das Wasser später optimal fließt. Die Löcher sollten etwa 10-15 cm unterhalb des oberen Randes der Tonne liegen, um ausreichend Spielraum für den Überlauf zu haben. Bohre nun mit der passenden Lochsäge die Löcher in die Tonnen. Sei vorsichtig und drücke nicht zu fest, um Risse zu vermeiden. Entgrate die Bohrlöcher anschließend mit einer Feile oder Schleifpapier.
Schritt 3: Anschlüsse montieren und abdichten
Führe die Anschlussstücke (oft mit Gummidichtungen versehen) von innen durch die Bohrlöcher. Von außen schraubst du die Kontermutter fest. Achte darauf, dass die Dichtungen richtig sitzen und presse sie fest an die Tonnenwand. Bei Bedarf kannst du zusätzlich etwas Teflonband um das Gewinde wickeln, um die Dichtigkeit zu erhöhen. Teste die Dichtheit später mit etwas Wasser, bevor du das System komplett befüllst.
Schritt 4: Verbindungsschlauch einsetzen
Stecke nun den Verbindungsschlauch auf die montierten Anschlussstücke. Achte darauf, dass der Schlauch nicht geknickt ist und eine leichte Neigung nach unten hat, um einen besseren Wasserfluss zu gewährleisten. Schneide den Schlauch auf die exakte Länge zu, um unnötige Spannungen zu vermeiden. Manche Sets haben flexible Schläuche, die kleine Abstände ausgleichen können.

Schritt 5: Überlauf und Entleerung planen
Damit dein System nicht überläuft, wenn alle Tonnen voll sind, solltest du am Ende der letzten Regentonne einen Überlauf anbringen. Dieser kann das überschüssige Wasser entweder in den Garten leiten (z.B. in ein Staudenbeet), in eine Regenwasserversickerung oder in die Kanalisation führen (hier eventuell örtliche Vorschriften beachten). Überlege auch, wie du die Tonnen bei Bedarf entleeren oder reinigen kannst, zum Beispiel durch einen zusätzlichen Hahn am Boden jeder Tonne.
Regentonnen verbinden Kosten: Was musst du einplanen?
Die Kosten für das Verbinden von Regentonnen halten sich in Grenzen und sind eine lohnende Investition. Hier eine grobe Einschätzung:
Regentonnen selbst kosten je nach Größe und Material zwischen 40 und 200 Euro. Die Investition in die Verbindung lohnt sich aber auf jeden Fall, da du langfristig Wasser sparst.
Häufige Fehler vermeiden beim Regentonnen verbinden
Damit dein System von Anfang an reibungslos funktioniert, beachte diese häufigen Fehler:
- Undichte Stellen: Das ist der Klassiker. Achte auf korrekt sitzende Dichtungen und nutze bei Bedarf Teflonband an den Gewinden. Ziehe Muttern handfest an, ohne zu überdrehen.
- Falsche Höhen: Wenn die Bohrlöcher nicht exakt auf gleicher Höhe sind, fließt das Wasser nicht optimal. Nutze immer eine Wasserwaage.
- Geknickte Schläuche: Ein geknickter Schlauch behindert den Wasserfluss. Wähle Schläuche mit ausreichendem Durchmesser und verlege sie spannungsfrei.
- Kein Überlauf: Ohne einen geplanten Überlauf kann dein System bei Starkregen überlaufen und den Bereich um die Tonnen unter Wasser setzen.
- Mangelnde Wintervorbereitung: Frost kann gefüllte Regentonnen sprengen und die Verbindungen beschädigen.
Regentonnen winterfest machen: Schutz vor Frost
Gerade in Deutschland ist der Frost ein wichtiger Faktor. Regenwasser dehnt sich beim Gefrieren aus und kann deine Tonnen und Verbindungen beschädigen. So machst du dein System winterfest:
- Komplett entleeren: Entleere alle verbundenen Regentonnen vor dem ersten Frost vollständig. Lasse auch die Verbindungsschläuche ablaufen.
- Hähne öffnen: Öffne alle Ablasshähne, damit kein Restwasser in den Leitungen gefriert.
- Regenwasserklappe umstellen: Stelle den Regensammler am Fallrohr auf „Winterbetrieb“ oder „geschlossen“, sodass kein weiteres Wasser in die Tonnen gelangt.
- Abdecken: Wenn möglich, decke die leeren Regentonnen ab oder lagere sie an einem frostgeschützten Ort.
Diese Vorsichtsmaßnahmen sichern die Lebensdauer deiner Regentonnen und Verbindungen für viele Jahre.
Alternativen zur Schlauchverbindung: Von IBC bis Zisterne
Neben der klassischen Schlauchverbindung gibt es noch andere Möglichkeiten, Regenwasser zu sammeln oder größere Mengen zu speichern:
- IBC-Container verbinden: Intermediate Bulk Container (IBC) fassen oft 600 bis 1000 Liter und lassen sich ebenfalls über spezielle Adapter und Schläuche miteinander koppeln. Sie sind robust und eignen sich für sehr große Gärten oder landwirtschaftliche Nutzung.
- Erdtank/Zisterne: Für den größten Wasservorrat ist eine unterirdische Zisterne die beste Wahl. Sie fasst oft mehrere Tausend Liter und ist frostsicher. Die Installation ist jedoch aufwendiger und teurer, erfordert Erdarbeiten und oft einen Fachmann. Informationen dazu findest du zum Beispiel beim Bundesverband Regenwasser.
- Modulare Regenspeicher: Es gibt auch modulare Systeme, die wie Bausteine ineinandergreifen und so ein flexibles Speichervolumen bieten.
Wann lohnt sich der Profi?
Das Verbinden von Regentonnen ist ein klassisches DIY-Projekt, das du mit etwas handwerklichem Geschick gut selbst umsetzen kannst. Ein Profi lohnt sich, wenn:
- du ein komplexes System mit vielen Tonnen oder speziellen Filtern planst.
- du eine unterirdische Zisterne installieren möchtest, die Erdarbeiten und den Anschluss an das Hauswassersystem erfordert.
- du dir unsicher bist, welche Materialien die richtigen sind oder wie du eine dauerhaft dichte Verbindung herstellst.
Für die meisten Standardfälle reicht jedoch die eigene Muskelkraft und diese Anleitung völlig aus.
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FAQ zum Thema Regentonnen verbinden
Kann ich Regentonnen unterschiedlicher Größen verbinden?
Ja, das ist problemlos möglich. Wichtig ist nur, dass die Bohrlöcher für die Verbindungen auf exakt gleicher Höhe liegen, damit das Wasser gleichmäßig zwischen allen Tonnen verteilt wird.
Welchen Durchmesser sollte der Verbindungsschlauch haben?
Ein Durchmesser von 25 mm oder 32 mm ist gängig und ausreichend für einen guten Wasserfluss. Kleinere Durchmesser können den Durchfluss behindern, größere sind für die meisten Regentonnen-Systeme nicht nötig.
Wie oft muss ich die verbundenen Regentonnen reinigen?
Es empfiehlt sich, die Tonnen mindestens einmal im Jahr, am besten im Herbst vor dem Winterfestmachen, gründlich zu reinigen. So entfernst du Schlamm, Algen und Laub, die sich abgesetzt haben könnten.
Kann ich auch einen Wasserhahn an die verbundene Regentonne anbringen?
Ja, du kannst an jeder Regentonne einen Wasserhahn anbringen. Am besten montierst du ihn am untersten Punkt einer jeden Tonne, damit du das gesamte Wasser entleeren kannst, zum Beispiel für die Wintervorbereitung.
Was mache ich, wenn meine Regentonnen undicht werden?
Überprüfe zuerst die Anschlüsse. Oft sind die Dichtungen nicht richtig positioniert oder die Kontermuttern nicht fest genug angezogen. Ersetze beschädigte Dichtungen oder verwende zusätzliches Dichtungsband. Bei Rissen in der Tonne selbst können spezielle Reparaturkits für Kunststoffe helfen.
Fazit
Regentonnen zu verbinden, ist eine einfache und effektive Methode, um deinen Wasservorrat für den Garten zu erhöhen. Mit der richtigen Planung, den passenden Materialien und unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt dir das Projekt auch als Anfänger. Denke an die Wintervorbereitung und schon kannst du über viele Jahre hinweg kostenloses Regenwasser nutzen. Dein Garten wird es dir danken!



