Schuhe stapeln sich, der Flur sieht chaotisch aus. Ein selbstgebauter Schuhschrank schafft Ordnung – und kostet weniger als ein gekaufter. Die Waschmaschine steht frei im Bad oder Keller und stört das Gesamtbild? Dann ist ein selbst gebauter Waschmaschinenschrank die perfekte Lösung für dich. Er versteckt nicht nur die Geräte, sondern bietet auch zusätzlichen Stauraum und sorgt für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild. Du schaffst so nicht nur optisch mehr Ruhe, sondern schützt deine Geräte auch vor Staub und unabsichtlichen Stößen.
Das Wichtigste in Kuerze
- Plane Maße und Belüftung genau, um Hitzestau und Schimmel zu vermeiden.
- Wähle feuchtraumgeeignete Materialien wie Multiplex oder beschichtete Spanplatten.
- Sorge für eine stabile Konstruktion, besonders bei übereinander stehenden Geräten.
- Berücksichtige Anschlüsse und Wartungszugang bei der Planung.
- Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du Kosten sparen und eine individuelle Lösung schaffen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum einen Waschmaschinenschrank selber bauen?
- Planung ist alles: Maße nehmen und Konstruktion überlegen
- Materialien für deinen Waschmaschinenschrank: Was eignet sich?
- Werkzeugliste: Das brauchst du für dein Projekt
- Waschmaschinenschrank selber bauen: Schritt für Schritt Anleitung
- Belüftung und Geräuschdämmung: So vermeidest du Probleme
- Was kostet ein selbst gebauter Waschmaschinenschrank?
- Waschmaschinenschrank selber bauen für Anfänger: Tipps & Tricks
- Pflege und Wartung deines Schranks
- FAQ zum Waschmaschinenschrank selber bauen
- Fazit
Warum einen Waschmaschinenschrank selber bauen?
Einen Waschmaschinenschrank selber zu bauen, bietet dir viele Vorteile gegenüber dem Kauf eines fertigen Modells. Du kannst die Maße exakt an deine Geräte und den verfügbaren Platz anpassen. So nutzt du jeden Zentimeter optimal aus. Außerdem hast du freie Hand bei der Materialwahl und dem Design, was dir ermöglicht, den Schrank perfekt in dein Zuhause zu integrieren – egal ob im Bad, in der Küche oder im Hauswirtschaftsraum. Ein weiterer Pluspunkt sind die Kosten: Oft ist ein selbst gebauter Schrank günstiger als ein vergleichbares Markenprodukt. Und das Beste: Du schaffst ein echtes Unikat, das genau deinen Bedürfnissen entspricht.

Planung ist alles: Maße nehmen und Konstruktion überlegen
Bevor du mit dem Zuschnitt beginnst, ist eine detaillierte Planung entscheidend. Nimm dir ausreichend Zeit dafür. Eine gute Vorbereitung spart dir später viel Ärger und unnötige Kosten.
Gerätemaße und nötige Abstände
Miss deine Waschmaschine und gegebenenfalls den Trockner genau aus. Berücksichtige dabei nicht nur Breite, Tiefe und Höhe der Geräte selbst, sondern auch Schläuche, Kabel und die Türöffnung. Plane unbedingt ausreichend Luft nach allen Seiten ein: Mindestens 5-10 cm Abstand zur Wand und zu den Seitenwänden des Schranks sind wichtig für die Belüftung und um Vibrationen zu dämpfen. Bei einem übereinander gestapelten System (Waschturm) solltest du zusätzlich auf die Herstellerangaben für den Zwischenraum achten und einen Stabilisierungsrahmen einplanen.
Standort und Anschlüsse
Überlege genau, wo der Schrank stehen soll. Wo befinden sich die Wasseranschlüsse, der Abfluss und die Steckdosen? Diese müssen gut erreichbar bleiben und dürfen nicht durch den Schrank blockiert werden. Plane entsprechende Aussparungen in der Rückwand oder den Seitenwänden ein. Auch der Zugang für Wartungsarbeiten sollte gewährleistet sein.
Skizze und Materialliste erstellen
Zeichne eine detaillierte Skizze deines Schranks – am besten mit allen Maßen. Überlege dir, wie viele Fächer und Türen du benötigst. Erstelle dann eine genaue Liste aller benötigten Holzplatten, Scharniere, Griffe und Schrauben. So kannst du im Baumarkt gezielt einkaufen und vermeidest Fehlkäufe.
Materialien für deinen Waschmaschinenschrank: Was eignet sich?
Die Wahl der richtigen Materialien ist entscheidend für die Langlebigkeit deines Waschmaschinenschranks, besonders wenn er in einem feuchten Raum wie dem Badezimmer steht.
Holzwerkstoffe: Multiplex, MDF, Spanplatte
Für den Korpus eignen sich verschiedene Holzwerkstoffe. Multiplexplatten aus Birke oder Buche sind sehr stabil, feuchtigkeitsbeständig und haben eine schöne Optik. Sie sind allerdings auch teurer. MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten) sind günstig und lassen sich gut bearbeiten, sind aber weniger feuchtigkeitsresistent, es sei denn, sie sind speziell beschichtet. Beschichtete Spanplatten (oft melaminharzbeschichtet) sind eine preiswerte und pflegeleichte Option, die eine gute Feuchtigkeitsresistenz bieten, solange die Kanten sauber versiegelt sind. Für eine besonders hohe Stabilität, zum Beispiel bei einem Werkzeugschrank selber bauen, würde man eher auf massive Hölzer oder dickere Multiplexplatten setzen.
Oberflächenbehandlung und Feuchtigkeitsschutz
Unbehandelte Holzwerkstoffe, besonders MDF und Spanplatte, solltest du unbedingt schützen. Eine Lackierung oder Lasur versiegelt die Oberfläche und schützt vor Feuchtigkeit. Achte darauf, dass die Kanten gut versiegelt sind, da hier Feuchtigkeit am leichtesten eindringt und das Material aufquellen lässt. Für den Innenbereich des Schranks ist eine feuchtigkeitsabweisende Farbe oder ein Klarlack sinnvoll.
Werkzeugliste: Das brauchst du für dein Projekt
Für den Bau deines Waschmaschinenschranks benötigst du folgende Werkzeuge:
Waschmaschinenschrank selber bauen: Schritt für Schritt Anleitung
Jetzt geht’s ans Eingemachte! Folge dieser Anleitung, um deinen individuellen Waschmaschinenschrank zu bauen.
Schritt 1: Zuschnitt der Platten
Basierend auf deiner Skizze sägst du alle Holzplatten zu. Wenn du keine geeignete Säge hast oder dir den Zuschnitt nicht zutraust, kannst du das auch im Baumarkt erledigen lassen. Das spart Zeit und sorgt für präzise Kanten. Schleife nach dem Zuschnitt alle Kanten und Flächen leicht an, um Splitter zu vermeiden und die spätere Oberflächenbehandlung vorzubereiten.
Schritt 2: Korpus zusammenbauen
Beginne mit dem Zusammenbau des Korpus. Verbinde die Seitenwände mit dem Boden und der oberen Platte. Du kannst hierfür Holzdübel, Schrauben oder eine Kombination aus beidem verwenden. Achte darauf, dass alle Winkel exakt 90 Grad betragen, sonst wird der Schrank schief. Nutze Schraubzwingen, um die Platten während des Verschraubens oder Verleimens zu fixieren. Für zusätzliche Stabilität kannst du auch passende Regalbretter integrieren, ähnlich wie beim Badezimmerregal selber bauen.
Schritt 3: Rückwand und Belüftung anbringen
Die Rückwand ist wichtig für die Stabilität des Schranks. Sie sollte aber nicht komplett geschlossen sein, um die Belüftung der Geräte zu gewährleisten. Schneide großzügige Öffnungen für Zu- und Abwasserschläuche sowie Stromkabel aus. Eine Teilrückwand oder eine Rückwand mit Lamellen ist ideal. Befestige die Rückwand mit kleinen Nägeln oder Schrauben.
Schritt 4: Füße und Ausrichtung
Montiere verstellbare Möbelfüße an der Unterseite des Schranks. Diese sind entscheidend, um den Schrank später exakt auszurichten und eventuelle Bodenunebenheiten auszugleichen. Eine perfekt waagerechte Ausrichtung ist wichtig, damit die Waschmaschine vibrationsarm laufen kann. Verwende eine Wasserwaage, um dies zu überprüfen.

Schritt 5: Türen einbauen und Griffe montieren
Wenn du dich für Türen entschieden hast, montiere diese jetzt. Verwende Topfscharniere, die sich leicht einstellen lassen, um einen sauberen Spalt zwischen den Türen zu erhalten. Bohre die Löcher für die Scharniere präzise mit einem Forstnerbohrer. Montiere anschließend die Türgriffe.
Schritt 6: Oberflächenbehandlung und letzte Handgriffe
Jetzt ist der Schrank bereit für die Oberflächenbehandlung. Lackiere oder lasiere alle Flächen, besonders die Kanten, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Lass die Farbe gut trocknen. Stelle danach die Geräte in den Schrank und schließe alle Anschlüsse an. Prüfe, ob alles stabil steht und die Geräte ausreichend Platz haben. Für mehr Stauraum im Schrank selbst kannst du noch einen Schreibtisch Organizer selber bauen und ihn zweckentfremden.
Belüftung und Geräuschdämmung: So vermeidest du Probleme
Gerade bei einem geschlossenen Waschmaschinenschrank sind Belüftung und Geräuschdämmung wichtige Aspekte. Eine unzureichende Luftzirkulation kann zu Hitzestau und somit zu einer kürzeren Lebensdauer der Geräte führen. Zudem begünstigt Staunässe die Bildung von Schimmelpilzen.
Sorge für ausreichend Lüftungsschlitze oder -gitter, idealerweise im Sockelbereich und im oberen Bereich des Schranks. So entsteht ein Kamineffekt, der die warme, feuchte Luft abführt. Ein Abstand zur Wand von mindestens 5 cm ist ebenfalls wichtig. Für die Geräuschdämmung kannst du Antivibrationsmatten unter die Geräte legen. Auch Filzgleiter an den Schrankfüßen helfen, Vibrationen zu reduzieren und die Geräuschkulisse zu minimieren. Ein weiterer Tipp: Die Stiftung Warentest empfiehlt, Waschmaschinen und Trockner regelmäßig zu reinigen, um Gerüche und Schimmelbildung vorzubeugen.
Was kostet ein selbst gebauter Waschmaschinenschrank?
Die Kosten für einen selbst gebauten Waschmaschinenschrank können stark variieren. Sie hängen hauptsächlich von der Wahl der Materialien ab. Hier eine grobe Übersicht:
- **Günstige Variante (Spanplatte beschichtet):** Rechnen mit ca. 100 – 180 Euro für die Holzplatten, Schrauben und Beschläge.
- **Mittelklasse (MDF lackiert oder Multiplex):** Hier liegen die Kosten eher bei 180 – 300 Euro.
- **Hochwertige Variante (Massivholz oder spezielle Beschichtungen):** Die Kosten können hier schnell 300 Euro und mehr übersteigen.
Hinzu kommen eventuelle Kosten für Werkzeuge, falls du diese noch nicht besitzt, sowie für Lacke, Lasuren oder Farben. Im Vergleich zu fertigen Schränken, die oft bei 200 Euro beginnen und nach oben hin offen sind, kannst du mit dem Selberbauen also deutlich sparen.
Waschmaschinenschrank selber bauen für Anfänger: Tipps & Tricks
Auch als Anfänger kannst du einen stabilen und schönen Waschmaschinenschrank bauen. Hier ein paar Tipps:
- **Starte einfach:** Beginne mit einem einfachen Design ohne viele Schnörkel oder komplexe Türsysteme. Ein offenes Regal über der Waschmaschine ist ein guter Startpunkt.
- **Lass im Baumarkt zuschneiden:** Das spart dir präzise Sägearbeiten und sorgt für gerade Kanten.
- **Verschrauben statt verleimen:** Schraubverbindungen sind für Anfänger einfacher zu handhaben als aufwendige Dübel- oder Lamello-Verbindungen.
- **Übe an Reststücken:** Bevor du an die „echten“ Platten gehst, probiere Bohrlöcher oder Sägeschnitte an Reststücken aus.
- **Geduld ist dein Freund:** Nimm dir Zeit für jeden Schritt. Eile führt oft zu Fehlern.
Pflege und Wartung deines Schranks
Damit dein Waschmaschinenschrank lange schön bleibt, solltest du ihn regelmäßig pflegen. Wische Oberflächen mit einem feuchten Tuch ab, um Staub und Spritzer zu entfernen. Achte besonders auf Bereiche in der Nähe der Waschmaschine, die mit Wasser in Kontakt kommen könnten. Kontrolliere regelmäßig die Scharniere der Türen und ziehe bei Bedarf Schrauben nach. Überprüfe die Belüftungsschlitze auf Staubansammlungen und reinige diese, um eine optimale Luftzirkulation zu gewährleisten.
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FAQ zum Waschmaschinenschrank selber bauen
Welche Maße sollte ein Waschmaschinenschrank mindestens haben?
Plane mindestens 5-10 cm Luft nach oben, hinten und zu den Seiten der Waschmaschine ein. Eine Standard-Waschmaschine ist etwa 60 cm breit, 60 cm tief und 85 cm hoch. Ein Schrank sollte also innen mindestens ca. 70 cm breit, 70 cm tief und 95 cm hoch sein, um ausreichend Platz und Belüftung zu gewährleisten.
Ist eine Belüftung wirklich notwendig?
Ja, unbedingt. Eine gute Belüftung verhindert Hitzestau, der die Lebensdauer der Geräte verkürzen kann. Außerdem beugt sie Schimmelbildung vor, die durch die feuchte Abluft der Waschmaschine entstehen könnte. Sorge für Lüftungsöffnungen im Sockel- und oberen Bereich.
Welches Material ist am besten für einen Waschmaschinenschrank geeignet?
Feuchtigkeitsbeständige Holzwerkstoffe wie Multiplexplatten oder melaminharzbeschichtete Spanplatten sind eine gute Wahl. Für zusätzliche Haltbarkeit solltest du die Oberflächen lackieren oder lasieren, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
Kann ich den Waschmaschinenschrank auch für einen Trockner nutzen?
Ja, du kannst den Schrank auch für einen Trockner oder als Waschturm (Waschmaschine und Trockner übereinander) nutzen. Achte hierbei besonders auf eine stabile Konstruktion, da das Gewicht höher ist. Auch die Belüftung ist bei Trocknern noch wichtiger. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Trockner immer gut zu lüften.
Wie befestige ich den Schrank sicher an der Wand?
Auch wenn der Schrank durch die Geräte viel Gewicht hat, solltest du ihn zusätzlich mit Winkeln an der Wand befestigen. Das erhöht die Standsicherheit und verhindert ein Kippen, besonders wenn du Türen öffnest oder Fächer belädst.
Benötige ich spezielle Schrauben für den Bau?
Verwende Holzschrauben mit passendem Durchmesser und Länge für die Materialstärke deiner Platten. Für eine stabilere Verbindung sind Schrauben mit Teilgewinde oft vorteilhaft, da sie die Platten besser zusammenziehen. Bei feuchtraumgeeigneten Materialien sind rostfreie Schrauben sinnvoll.
Fazit
Einen Waschmaschinenschrank selber zu bauen, ist ein Projekt, das sich lohnt. Du schaffst nicht nur mehr Ordnung und einen optisch ansprechenden Raum, sondern sparst auch Geld. Mit der richtigen Planung, den passenden Materialien und unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt dir das auch als Anfänger. Trau dich ran – dein aufgeräumter Hauswirtschaftsraum wartet auf dich!



