Du träumst von lauschigen Abenden am knisternden Feuer im eigenen Garten? Ein selbstgebauter Aussenkamin macht diesen Traum wahr. Er schafft eine gemütliche Atmosphäre und wird schnell zum Blickfang auf deiner Terrasse. Mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Anleitung kannst du deinen Aussenkamin selber bauen und so eine individuelle Feuerstelle schaffen, die genau zu deinem Stil passt.

Warum einen Aussenkamin selber bauen?
Ein Aussenkamin ist mehr als nur eine Feuerstelle. Er ist ein zentraler Punkt für gesellige Stunden, spendet Wärme an kühlen Abenden und dient oft auch als Grill. Wer seinen Aussenkamin selber bauen möchte, spart nicht nur Geld im Vergleich zu Fertigmodellen, sondern kann das Design auch perfekt an den eigenen Garten anpassen. Du bestimmst Größe, Form, Material und Ausstattung. So entsteht ein echtes Unikat, das deinen Outdoor-Bereich aufwertet und dir lange Freude bereitet.
Planung deines Gartenkamins: Standort, Größe und Stil
Bevor du mit dem Bau beginnst, ist eine sorgfältige Planung entscheidend. Überlege dir genau, wo dein Gartenkamin stehen soll und wie er aussehen soll. Ein gemauerter Kamin ist wetterfester als ein Gartenofen, der nicht tragbar ist.
Standort und Sicherheit: Was du beachten musst
Der richtige Standort ist das A und O für deinen Aussenkamin. Wähle einen Platz, der windgeschützt ist und ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien wie Holzwänden, Gartenmöbeln oder Pflanzen hat. Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen betragen oft 20 cm nach hinten und 30 cm zu den Seiten. Bei Öfen mit Sichtfenster sind es nach vorne sogar 80 cm. Beachte auch die Windrichtung, damit der Rauch nicht direkt auf deine Terrasse zieht. Prüfe unbedingt die örtlichen Bauvorschriften. In vielen Fällen ist für einen Aussenkamin zwar keine klassische Baugenehmigung nötig, aber du musst den Bau vorab mit dem zuständigen Schornsteinfeger abstimmen. Er prüft, ob die geplante Feuerstätte den gesetzlichen Anforderungen entspricht und sicher betrieben werden kann.
Materialien wählen: Stein, Beton oder Bausatz?
Für den Bau deines Aussenkamins hast du verschiedene Materialoptionen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile:
- Naturstein, Ziegelstein oder Klinker: Diese Materialien verleihen deinem Kamin einen authentischen und rustikalen Charme. Sie sind langlebig und hitzebeständig. Der Bau ist jedoch aufwendiger und erfordert präzises Mauern.
- Beton oder Porenbeton: Porenbeton ist leicht, kostengünstig und einfach zu bearbeiten. Er ist zudem feuerfest und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch im Freien verwendet werden. Ein stabiles Fundament aus wasserundurchlässigem Beton ist hier besonders wichtig.
- Bausatz: Ein vorgefertigter Bausatz erspart dir viel Planungs- und Schneidearbeit. Alle Teile passen zusammen, und du kannst den Kamin in wenigen Tagen aufbauen. Oft sind sie auch für Anfänger gut geeignet.
Für den Brennraum selbst solltest du immer hitzebeständige Materialien verwenden, wie zum Beispiel Schamottesteine oder feuerfesten Mörtel. Diese halten Temperaturen bis zu 1.400°C stand und sorgen für eine sichere und effiziente Verbrennung.
Benötigte Materialien und Werkzeuge
Hier eine Übersicht, was du für dein Projekt „Aussenkamin selber bauen“ benötigst:
Fundament legen: Die stabile Basis für deinen Aussenkamin
Ein Aussenkamin ist schwer und muss stabil stehen. Ein frostfestes Fundament ist daher unerlässlich. So gehst du vor:
- Ausschachten: Hebe eine Grube von etwa 30 cm Tiefe aus. Die Fläche sollte etwas größer sein als die Grundfläche deines Kamins.
- Kiesschicht: Fülle eine 15-20 cm dicke Schicht Schotter oder Kies ein und verdichte sie gut. Das dient als Drainage und schützt vor Frost.
- Schalung bauen: Erstelle eine Holzschalung für das Betonfundament. Achte darauf, dass sie waagerecht ausgerichtet ist.
- Armierung: Lege bei Bedarf Armierungseisen in die Schalung, um die Stabilität zu erhöhen.
- Beton gießen: Mische Beton (z.B. im Verhältnis 1 Teil Zement, 2,5 Teile Sand, 4 Teile Kies) und fülle ihn in die Schalung. Verdichte den Beton gut, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Die Fundamentplatte sollte etwa 10-15 cm dick sein.
- Aushärten: Lasse das Fundament mindestens 3-5 Tage aushärten. Schütze es in dieser Zeit vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Regen, indem du es mit einer Folie abdeckst.
- Abdichten: Ist das Fundament noch nicht abgedichtet, schütze es mit einer Dichtungsschlämme gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
Gartenkamin mauern: Schritt für Schritt zum eigenen Kamin
Nachdem das Fundament fertig ist, geht es ans Mauern. Dies ist der Kern, wenn du deinen Aussenkamin selber bauen möchtest.
- Erste Schicht anlegen: Lege die erste Steinreihe im Mörtelbett aus. Achte genau auf die Ausrichtung mit Wasserwaage und Richtschnur. Die erste Reihe ist entscheidend für den gesamten Bau.
- Mauern der Wände: Baue die Wände deines Kamins Stein für Stein hoch. Trage den Mörtel gleichmäßig auf und drücke die Steine fest an. Versetze die Stoßfugen, damit ein stabiler Verbund entsteht.
- Öffnungen für Brennraum und Aschekasten: Plane die Öffnungen für den Brennraum und gegebenenfalls einen Aschekasten ein. Verwende hierfür Sturzträger, um die Last der darüberliegenden Steine abzufangen.
Brennraum errichten: Hitzebeständig und funktional
Der Brennraum ist der Bereich, der den höchsten Temperaturen ausgesetzt ist. Daher ist hier besondere Sorgfalt gefragt. Mauere den Brennraum mit Schamottsteinen aus. Diese sind extrem hitzebeständig und speichern die Wärme gut. Verwende dafür speziellen feuerfesten Mörtel, der hohen Temperaturen standhält. Achte darauf, dass die Fugen so dünn wie möglich sind, um die Stabilität zu erhöhen. Eine Schicht aus feuerfester Dämmung, zum Beispiel aus Calciumsilikat, kann zusätzlich den Brandschutz verbessern und verhindern, dass Flammen bei einem beschädigten Feuerraum in die Wand überschlagen.

Rauchabzug und Kaminhaube: So zieht der Rauch richtig ab
Ein gut funktionierender Rauchabzug ist entscheidend, damit der Rauch nicht in deinen Garten zieht. Die Kaminhaube, auch Rauchfang genannt, sammelt den Rauch und leitet ihn nach oben ab. Du kannst eine Haube aus Edelstahl, Kupfer oder ebenfalls gemauert verwenden. Wichtig ist, dass die Größe der Haube zum Kamin passt und sie richtig aufgesetzt wird. Der Schornstein sollte nicht zu lang sein, um Rückstau zu vermeiden. Bei der Schornsteinführung sind zudem bestimmte Sicherheitsabstände einzuhalten und die Vorschriften der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) zu beachten. Dein Schornsteinfeger berät dich hierzu detailliert.
Oberfläche gestalten und Schutz
Nach dem Mauern kannst du die Oberfläche deines Aussenkamins gestalten. Du kannst ihn verputzen, streichen mit feuerfester Farbe oder mit Natursteinplatten verkleiden. Eine Abdeckplatte auf dem Kaminkopf schützt vor Regen und Schnee. Ein Regenschild oder Windschild kann ebenfalls sinnvoll sein, um den Kamin vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Aussenkamin Kosten: Was kommt auf dich zu?
Die Kosten für einen selbstgebauten Aussenkamin variieren stark je nach Größe, Materialwahl und Ausstattung. Hier eine grobe Übersicht:
- Materialkosten: Für Steine, Mörtel, Schamotte, Zement und die Kaminhaube kannst du mit 300 bis 1.000 Euro rechnen. Ein einfacher Bausatz liegt oft in einem ähnlichen Bereich.
- Fundament: Material für ein Betonfundament kostet etwa 50-150 Euro.
- Werkzeuge: Wenn du viele Werkzeuge noch kaufen musst, kommen hier weitere Kosten von 100-300 Euro hinzu.
- Schornsteinfeger: Die Abnahme durch den Schornsteinfeger kostet in der Regel zwischen 50 und 150 Euro.
Im Vergleich dazu kann ein fertig gekaufter Aussenkamin schnell 1.000 Euro oder deutlich mehr kosten. Wenn du deinen Aussenkamin selber bauen kannst, sparst du also die Arbeitskosten, die bei einem Profi zwischen 500 und 2.500 Euro liegen können.
Alternativen zum gemauerten Aussenkamin
Ein gemauerter Aussenkamin ist eine dauerhafte Lösung. Es gibt aber auch Alternativen, die schneller umgesetzt sind oder mehr Flexibilität bieten:
- Gartenofen/Feuerschale: Diese sind mobil und flexibel einsetzbar, bieten aber nicht die gleiche Wärmeleistung und Beständigkeit wie ein gemauerter Kamin.
- Grillkamin aus Gabionen: Eine robuste und schnell errichtete Option ist ein Grillkamin aus Gabionen, die mit Natursteinen befüllt werden. Hier kannst du einfach eine Feuerschale und eine Abzugshaube integrieren.
- Mobiler Gartenkamin aus Stahl: Wenn du Flexibilität schätzt, kannst du auch einen mobilen Gartenkamin aus Stahl auf Rollen selber bauen. So kannst du ihn nach Bedarf verschieben.
Pflege und Wartung deines Gartenkamins
Damit du lange Freude an deinem selbstgebauten Aussenkamin hast, ist regelmäßige Pflege wichtig. Entferne Asche und Ruß nach jeder Benutzung. Reinige den Brennraum bei Bedarf mit einer Bürste. Überprüfe den Kamin regelmäßig auf Risse im Mauerwerk oder Schäden an der Kaminhaube. Kleine Risse kannst du mit feuerfestem Reparaturmörtel ausbessern. Schütze den Kamin im Winter bei Nichtnutzung mit einer passenden Abdeckung vor Feuchtigkeit und Frost.
Wann einen Profi beauftragen?
Einen Aussenkamin selber bauen ist ein tolles Projekt, aber nicht für jeden geeignet. Wenn du dir unsicher bist, ob deine handwerklichen Fähigkeiten ausreichen, oder wenn es um komplexe statische Berechnungen geht, ziehe einen Fachmann hinzu. Besonders bei der Schornsteinführung oder wenn dein Kamin an ein bestehendes Gebäude angebaut werden soll, ist die Expertise eines Ofenbauers oder Schornsteinfegers unerlässlich. Auch wenn du die örtlichen Bauvorschriften nicht genau überblickst, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
FAQ
Wie hoch darf ein Aussenkamin sein?
Die Höhe eines Aussenkamins ist nicht pauschal festgelegt, muss aber die Anforderungen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und der Landesbauordnung erfüllen. Bei Dachneigungen bis 20 Grad muss der Schornstein den First um mindestens 40 cm überragen oder mindestens 1 Meter von der Dachfläche entfernt sein. Bei mehr als 20 Grad Dachneigung sind 40 cm über dem First oder 2,30 Meter horizontaler Abstand zur Dachfläche erforderlich. Außerdem muss die Schornsteinmündung Gebäudeöffnungen im Umkreis von 15 Metern um mindestens einen Meter überragen. Dein Schornsteinfeger gibt dir hier genaue Auskunft.
Brauche ich eine Baugenehmigung für meinen Aussenkamin?
In den meisten Fällen ist für den Bau eines freistehenden Aussenkamins keine klassische Baugenehmigung erforderlich. Allerdings ist der Kamin genehmigungspflichtig im Sinne der technischen Abnahme durch den zuständigen Schornsteinfeger. Bei Anbauten an bestehende Gebäude oder bei strukturellen Änderungen kann eine Baugenehmigung notwendig sein. Informiere dich immer vorab bei deiner örtlichen Baubehörde und dem Schornsteinfeger.
Welche Materialien sind feuerfest?
Für den Brennraum deines Aussenkamins sind Schamottsteine und feuerfester Mörtel ideal, da sie Temperaturen bis zu 1.400°C standhalten. Auch feuerfester Beton, Klinker, Ziegelsteine und bestimmte Natursteine eignen sich für den Baukörper. Für den Untergrund vor dem Kamin sind nicht brennbare Materialien wie Fliesen, Metallplatten oder spezielle Glasplatten vorgeschrieben.
Wie reinige ich meinen Gartenkamin?
Entferne nach dem Abkühlen des Kamins regelmäßig Asche und Ruß aus dem Brennraum. Eine kleine Ascheschaufel und ein Besen sind dafür ausreichend. Bei stärkeren Verschmutzungen kannst du eine Drahtbürste verwenden. Achte darauf, dass die Abzugsrohre und die Kaminhaube frei von Ablagerungen sind, um einen guten Zug zu gewährleisten. Eine jährliche Wartung durch den Schornsteinfeger ist ebenfalls empfehlenswert.
Kann ich einen Aussenkamin auch ohne Vorkenntnisse bauen?
Einen Aussenkamin selber bauen ist ein anspruchsvolles Projekt. Mit einer guten Bauanleitung, den richtigen Materialien und etwas Geduld ist es auch für geübte Heimwerker ohne Vorkenntnisse im Ofenbau machbar. Besonders Bausätze können den Einstieg erleichtern. Wichtig ist, dass du dir die notwendigen Arbeitsschritte zutraust und die Sicherheitsvorschriften genau beachtest. Hol dir bei Unsicherheiten immer Rat von Fachleuten.
Wie lange dauert es, einen Aussenkamin selber zu bauen?
Die Bauzeit hängt stark von der Größe, dem Material und deiner Erfahrung ab. Für einen einfachen Aussenkamin aus einem Bausatz oder Porenbeton kannst du mit ein bis zwei Wochenenden rechnen. Ein gemauerter Kamin aus Ziegeln oder Naturstein nimmt in der Regel mehr Zeit in Anspruch, oft mehrere Wochenenden, da der Mörtel zwischendurch aushärten muss.
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Fazit
Deinen Aussenkamin selber zu bauen, ist ein Projekt, das deinen Garten bereichert und für viele gemütliche Stunden sorgt. Mit sorgfältiger Planung, der richtigen Materialwahl und Beachtung der Sicherheitsvorschriften schaffst du eine langlebige und individuelle Feuerstelle. Hab keine Scheu, den Schornsteinfeger frühzeitig einzubinden, um alle baurechtlichen und technischen Fragen zu klären. Dann steht deinem knisternden Feuer im eigenen Garten nichts mehr im Weg.



