Löcher bohren gehört zu den grundlegenden Aufgaben im Heimwerker-Alltag. Doch der Gang zum Werkzeugkoffer oder in den Baumarkt kann schnell verwirrend werden: Es gibt unzählige Bohrer. Holzbohrer, Metallbohrer, Steinbohrer – und dann noch verschiedene Spitzen, Beschichtungen und Formen. Welcher Bohrer passt wirklich zu deinem Vorhaben?
Diese Bohrer Arten Übersicht hilft dir, den Durchblick zu bekommen. Wir zeigen dir, wie du den richtigen Bohrer für Holz, Metall, Stein, Fliesen oder Glas erkennst, wofür er gedacht ist und welche Tipps dir beim Bohren helfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Jedes Material braucht den passenden Bohrer – Universalbohrer sind oft ein Kompromiss.
- Holzbohrer erkennst du an ihrer scharfen Zentrierspitze.
- Metallbohrer sind meist aus HSS (High Speed Steel) und haben eine kegelförmige Spitze.
- Stein- und Betonbohrer besitzen eine Hartmetallplatte und benötigen eine Schlag- oder Hammerbohrmaschine.
- Richtige Drehzahl, Kühlung und sichere Handhabung verlängern die Lebensdauer deiner Bohrer und sorgen für saubere Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
- Welcher Bohrer für welches Material? Eine erste Orientierung
- Bohrer Arten für Holz: Saubere Löcher im weichen Material
- Bohrer Arten für Metall: Präzision und Härte
- Bohrer Arten für Stein und Beton: Kraft für harte Wände
- Bohrer für Fliesen und Glas: Spezialisten für spröde Oberflächen
- Spezialbohrer und ihre Einsatzgebiete
- Den richtigen Bohrer wählen: Dein Guide für Anfänger
- Bohrer richtig pflegen und lagern: So halten sie länger
- Häufige Fehler beim Bohren vermeiden
- Was kosten Bohrer? Eine Übersicht
- FAQ: Häufige Fragen zu Bohrer Arten
- Fazit
Wer schon einmal versucht hat, mit einem Holzbohrer in eine Betonwand zu bohren, weiß: Das klappt nicht. Oder nur mit viel Mühe und einem schlechten Ergebnis. Der richtige Bohrer ist entscheidend für saubere Löcher, effizientes Arbeiten und die Langlebigkeit deines Werkzeugs. Jeder Werkstoff hat seine Eigenheiten, auf die der Bohrer abgestimmt sein muss.

Welcher Bohrer für welches Material? Eine erste Orientierung
Die grundlegende Unterscheidung bei Bohrer Arten erfolgt nach dem Material, das du bearbeiten willst. Die gängigsten Kategorien sind Holz, Metall und Stein/Beton. Daneben gibt es Spezialisten für Fliesen, Glas oder Kunststoff. Auch Universalbohrer sind auf dem Markt, doch sie sind oft ein Kompromiss und liefern selten die besten Ergebnisse für spezifische Materialien.
Bohrer Arten für Holz: Saubere Löcher im weichen Material
Holz ist ein vergleichsweise weiches Material, aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen Weichholz, Hartholz oder Spanplatten. Holzbohrer erkennst du leicht an ihrer scharfen Zentrierspitze in der Mitte und zwei Vorschneidern an den Seiten. Die Zentrierspitze verhindert ein Verlaufen des Bohrers beim Ansetzen, und die Vorschneider trennen die Holzfasern am Rand des Lochs sauber ab, bevor der Bohrer ins Material eindringt. Das minimiert Ausrisse.
Holzspiralbohrer
Der klassische Holzbohrer für schnelle, saubere Löcher in fast allen Holzarten. Die Spirale transportiert die Späne effizient aus dem Bohrloch.
Schlangenbohrer
Diese Bohrer haben eine lange, grobe Spirale und eine ausgeprägte Gewindespitze. Sie ziehen sich selbst ins Holz und eignen sich hervorragend für tiefe Bohrungen und große Durchmesser, zum Beispiel im Holzbau.
Forstnerbohrer
Mit einem Forstnerbohrer bohrst du große, präzise Löcher mit flachem Grund, zum Beispiel für Topfscharniere in Möbeltüren. Sie haben keine Zentrierspitze, sondern einen ringförmigen Schneidrand und eine kleine Zentrierdorn.
Bohrer Arten für Metall: Präzision und Härte
Metall ist hart und erfordert Bohrer, die hohen Temperaturen standhalten und präzise schneiden. Metallbohrer sind meist Spiralbohrer und bestehen aus Hochleistungsschnellstahl (HSS). Ihre Spitze ist kegelförmig angeschliffen, ohne Zentrierspitze.
HSS-Bohrer (High Speed Steel)
Das Standardmaterial für Metallbohrer. Sie eignen sich für Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer und Messing. Es gibt verschiedene Ausführungen:
- HSS-R: Rollgewalzt, preiswert, für einfache Arbeiten in weicheren Metallen.
- HSS-G: Geschliffen, präziser und schärfer, für genauere Bohrungen und härtere Metalle.
- HSS-TiN: Mit Titannitrid-Beschichtung, die die Oberfläche härter und verschleißfester macht, wodurch die Lebensdauer steigt. Gut für Edelstahl.
- HSS-Co (oder HSS-E): Mit Cobalt-Legierung, noch hitzebeständiger und härter, ideal für Edelstahl und andere hochlegierte Stähle.
Bohrer Arten für Stein und Beton: Kraft für harte Wände
Für Stein, Beton, Mauerwerk oder Ziegel benötigst du Bohrer, die nicht nur drehen, sondern auch hämmern können. Diese Bohrer haben eine stumpfe, meist meißelartige Spitze mit einer eingelöteten Hartmetallplatte. Sie zerstoßen das Material durch Schläge und transportieren den Staub über die Spirale ab.
Steinbohrer
Erkennbar an der breiten Hartmetallplatte. Sie sind für weicheren Stein, Ziegel und Mauerwerk geeignet und werden mit einer Schlagbohrmaschine eingesetzt.
Betonbohrer (oft SDS-Plus oder SDS-Max)
Für harten Beton benötigst du einen Bohrhammer und spezielle Betonbohrer, die oft eine SDS-Plus- oder SDS-Max-Aufnahme haben. Diese Aufnahmen sorgen für eine optimale Kraftübertragung der Schlagenergie. Betonbohrer sind extrem robust und auf die hohen Belastungen beim Hammerbohren ausgelegt.
Bohrer für Fliesen und Glas: Spezialisten für spröde Oberflächen
Fliesen und Glas sind spröde Materialien, die leicht reißen oder splittern können. Hier sind spezielle Bohrer gefragt, die das Material nicht schlagen oder aggressiv schneiden, sondern eher schaben oder schleifen.
- Fliesenbohrer: Haben eine Hartmetallplatte, die speziell für das Bohren in Keramik und Fliesen angeschliffen ist. Arbeite hier mit niedriger Drehzahl und ohne Schlag.
- Glasbohrer: Oft mit einer Diamant- oder Hartmetallspitze versehen, die das Glas schonend abträgt. Hier ist Kühlung mit Wasser unerlässlich, um das Glas nicht zu überhitzen und Risse zu vermeiden.
Spezialbohrer und ihre Einsatzgebiete
Neben den Hauptkategorien gibt es noch weitere Bohrer Arten, die für spezielle Aufgaben nützlich sind:
- Stufenbohrer: Ideal zum Entgraten und Erweitern von Löchern in dünnen Blechen oder Kunststoffen. Sie haben mehrere Durchmesserstufen an einem Bohrer.
- Senker: Zum Versenken von Schraubenköpfen, damit diese bündig mit der Oberfläche abschließen.
- Lochsägen: Keine Bohrer im klassischen Sinne, sondern Aufsätze, um sehr große Löcher zu schneiden, zum Beispiel für Steckdosen in Gipskarton oder Holz.
Den richtigen Bohrer wählen: Dein Guide für Anfänger
Die Wahl des richtigen Bohrers ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Projekt. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:
- Material bestimmen: Holz, Metall, Stein, Fliese? Das ist die wichtigste Unterscheidung.
- Durchmesser und Tiefe: Wähle den Bohrer passend zum Dübel oder zur Schraube. Für präzises Arbeiten und Anzeichnen kann dir ein gutes Messwerkzeug für Heimwerker (2026) helfen.
- Die richtige Maschine: Für Beton brauchst du einen Bohrhammer oder eine Schlagbohrmaschine. Für Holz und Metall reicht eine normale Bohrmaschine oder ein Akkuschrauber.
- Drehzahl anpassen: Harte Materialien wie Metall erfordern oft eine niedrigere Drehzahl und konstanten, aber nicht zu hohen Druck. Weichere Materialien wie Holz vertragen höhere Drehzahlen.

Bohrer richtig pflegen und lagern: So halten sie länger
Deine Bohrer sind Werkzeuge, die du pflegen solltest, damit sie dir lange gute Dienste leisten. Eine gute Pflege verlängert die Lebensdauer erheblich und spart dir Geld.
- Reinigen: Entferne nach jedem Gebrauch Späne, Staub und Schmutz. Ein Pinsel oder ein trockenes Tuch reichen meist aus.
- Schärfen: Stumpfe Bohrer sind ineffizient und können das Material beschädigen. Metallbohrer lassen sich mit speziellen Schleifgeräten oder Schleifsteinen nachschärfen.
- Ölen: Metallbohrer rosten schnell. Nach der Reinigung schützt ein Tropfen Öl vor Korrosion.
- Lagern: Bewahre Bohrer trocken und geschützt auf, am besten in einer Bohrer-Kassette oder einem Werkzeugkoffer. So sind sie vor Beschädigungen und Feuchtigkeit geschützt. Auch eine regelmäßige Werkzeugpflege ist wichtig für alle deine Helfer.
Häufige Fehler beim Bohren vermeiden
Gerade für Anfänger lauern beim Bohren einige Stolperfallen. Achte auf diese Punkte, um Frust zu vermeiden:
- Falscher Bohrer: Der häufigste Fehler. Ein falscher Bohrer kann abbrechen, das Material beschädigen oder einfach keine saubere Bohrung erzeugen.
- Keine Kühlung: Besonders bei Metall überhitzt der Bohrer schnell, glüht aus und wird stumpf.
- Zu viel Druck: Führt nicht zu schnelleren Löchern, sondern zu Überhitzung, Materialschäden oder einem verkanteten Bohrer. Lasse den Bohrer arbeiten.
- Falsche Drehzahl: Zu hoch für hartes Material, zu niedrig für weiches Material.
- Kein Anzeichnen/Körnen: Der Bohrer kann verrutschen, das Loch sitzt nicht an der gewünschten Stelle. Bei Metall hilft Körnen, bei Holz die Zentrierspitze.
Was kosten Bohrer? Eine Übersicht
Die Preise für Bohrer variieren stark je nach Art, Größe, Material und Qualität. Ein einfacher HSS-Metallbohrer startet bei wenigen Euro. Spezialbohrer oder hochwertige Sets können aber auch deutlich teurer sein. Hier ein paar grobe Richtwerte (Stand 2026):
Es lohnt sich, in gute Qualität zu investieren, besonders wenn du häufiger bohrst. Ein hochwertiger Bohrer hält länger und liefert bessere Ergebnisse. Viele Hersteller bieten auch Bohrer-Sets an, die eine gute Grundausstattung für verschiedene Materialien bieten.
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FAQ: Häufige Fragen zu Bohrer Arten
Kann ich einen Universalbohrer für alles nutzen?
Universalbohrer sind für leichte Arbeiten in verschiedenen Materialien geeignet. Für optimale Ergebnisse und präzise Löcher in spezifischen Materialien wie hartem Beton oder Edelstahl sind jedoch Spezialbohrer immer die bessere Wahl.
Woran erkenne ich einen Holzbohrer?
Holzbohrer erkennst du an ihrer markanten Zentrierspitze in der Mitte und den zwei Vorschneidern an den Seiten. Diese Spitzen verhindern das Verlaufen und sorgen für saubere Ränder im Holz.
Brauche ich für Edelstahl spezielle Metallbohrer?
Ja, für Edelstahl solltest du unbedingt spezielle Bohrer verwenden. Ideal sind HSS-Co (Cobalt-legierte) oder HSS-TiN (Titannitrid-beschichtete) Bohrer. Sie sind widerstandsfähiger gegen Hitze und Verschleiß, was bei der Bearbeitung von Edelstahl entscheidend ist.
Wie kühle ich Bohrer beim Metallbohren richtig?
Beim Bohren in Metall ist Kühlung wichtig, um den Bohrer vor Überhitzung zu schützen. Verwende Schneidöl oder Bohrpaste. Alternativ kannst du den Bohrer auch regelmäßig aus dem Bohrloch ziehen und kurz in Wasser tauchen, um ihn abzukühlen.
Warum reißen Löcher im Holz aus?
Ausgerissene Löcher im Holz entstehen oft durch einen ungeeigneten Bohrer (z.B. Metallbohrer statt Holzbohrer) oder zu viel Druck. Ein Holzbohrer mit Zentrierspitze und Vorschneidern minimiert Ausrisse, da er die Fasern sauber trennt.
Gibt es einen Unterschied zwischen Steinbohrer und Betonbohrer?
Oft werden die Begriffe synonym verwendet. Grundsätzlich sind Steinbohrer für Mauerwerk und weicheren Stein gedacht, während Betonbohrer (oft mit SDS-Aufnahme) für die härtesten Betonarten und den Einsatz mit einem Bohrhammer konzipiert sind. Beide haben eine Hartmetallplatte an der Spitze.
Fazit
Die richtige Bohrer Art ist der Schlüssel zu sauberen, präzisen Löchern und einer langen Lebensdauer deines Werkzeugs. Egal, ob du ein erfahrener Heimwerker bist oder gerade erst anfängst – nimm dir einen Moment Zeit, um das Material zu prüfen und den passenden Bohrer auszuwählen. Mit dieser Bohrer Arten Übersicht bist du bestens vorbereitet für dein nächstes Projekt.



