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Küchenfronten erneuern: Streichen, Folieren oder Tauschen?

27. Februar 2026 · Maik Möhring

Deine Küche ist in die Jahre gekommen, die Fronten zeigen Kratzer oder die Farbe gefällt dir einfach nicht mehr? Bevor du über eine teure Neuanschaffung nachdenkst, gibt es gute Nachrichten: Du kannst deine Küchenfronten erneuern. Das spart Geld und schont Ressourcen. Ob du sie streichst, mit Folie beklebst oder komplett austauschst – wir zeigen dir, wie du deiner Küche einen frischen Look verleihst.

Küchenfronten erneuern ist eine kostengünstige und nachhaltige Alternative zum Kauf einer neuen Küche. Du kannst zwischen Streichen, Bekleben mit Folie oder dem Austausch der Fronten wählen, je nach Zustand der vorhandenen Fronten und deinem Budget. Folierte Fronten halten bei guter Pflege bis zu 10 Jahre, lackierte Fronten oft länger.

Das Wichtigste in Kuerze

  • Streichen: Eine günstige Methode für Holz- oder Kunststofffronten. Erfordert gute Vorbereitung (Reinigen, Schleifen, Grundieren).
  • Folieren/Bekleben: Schnell und vielfältig in Design und Optik (Holz, Beton, Uni). Wichtig sind hochwertige Folie und sorgfältiges Anbringen, um Blasen zu vermeiden.
  • Austauschen: Die aufwendigste, aber auch langlebigste Lösung. Ideal, wenn der Korpus noch intakt ist, aber die Fronten stark beschädigt sind.
  • Kosten: Streichen und Folieren sind deutlich günstiger als der Austausch. Materialkosten für Folie liegen bei etwa 15-50 Euro pro Quadratmeter.
  • Nachhaltigkeit: Alle drei Methoden sind umweltfreundlicher, als eine komplette Küche zu entsorgen und neu zu kaufen.

Warum Küchenfronten erneuern?

Deine Küche ist oft der Mittelpunkt deines Zuhauses. Hier wird gekocht, gelacht und gelebt. Da ist es normal, dass die Küchenfronten mit der Zeit Spuren zeigen. Ausgeblichene Farben, Kratzer oder einfach ein nicht mehr zeitgemäßes Design – Gründe, die Küchenfronten zu erneuern, gibt es viele. Eine komplette neue Küche ist aber teuer und oft gar nicht nötig, wenn der Korpus noch stabil und die Geräte funktionieren.

Das Erneuern der Fronten ist eine clevere Lösung. Du sparst Geld und leistest einen Beitrag zum Umweltschutz, indem du vorhandene Möbel weiter nutzt. Das nennt man Upcycling – und es liegt voll im Trend. Das Umweltbundesamt betont, dass die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten Umweltbelastungen reduziert.

Methode 1: Küchenfronten streichen

Streichen ist eine der beliebtesten Methoden, um Küchenfronten zu erneuern. Es ist vergleichsweise günstig und bietet dir die größte Freiheit bei der Farbauswahl. Du kannst so deine Küche genau an deinen Stil anpassen.

Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: Kostengünstig, große Farbauswahl, individuelles Design, nachhaltig.
  • Nachteile: Zeitaufwendig, erfordert sorgfältige Vorbereitung, Trocknungszeiten, nicht für alle Materialien gleich gut geeignet (z.B. Folienfronten mit Blasenbildung).

Welche Farbe eignet sich?

Für Küchenfronten brauchst du eine Farbe, die robust, abwaschbar und feuchtigkeitsbeständig ist. Lackfarbe ist hier die beste Wahl. Sie ist widerstandsfähig und lässt sich leicht reinigen. Es gibt spezielle Möbellacke, die besonders strapazierfähig sind. Auch Kreidefarbe kann eine Option sein, wenn du einen matten, Vintage-Look bevorzugst. Achte hier aber auf eine gute Versiegelung.

Tipp: Wenn du Kreidefarbe verwendest, versiegele die Fronten unbedingt mit einem Klarlack oder Möbelwachs. Das schützt vor Fett und Feuchtigkeit. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über Kreidefarbe Möbel.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

So gehst du vor, wenn du deine Küchenfronten streichen willst:

  1. Vorbereitung: Montiere Griffe und Scharniere ab. Reinige die Fronten gründlich mit einem Fettlöser. Alte Lackschichten oder Schmutz müssen weg.
  2. Schleifen: Schleife die Oberflächen leicht an. Das sorgt dafür, dass die neue Farbe besser haftet. Bei furnierten Möbeln solltest du nur sehr vorsichtig schleifen oder darauf verzichten, um die dünne Beschichtung nicht zu beschädigen. Entferne den Schleifstaub gründlich mit einem feuchten Tuch.
  3. Grundieren: Trage eine passende Grundierung auf. Das ist wichtig, damit die Farbe gut deckt und lange hält. Lass die Grundierung gut trocknen.
  4. Streichen: Trage den Lack in dünnen Schichten auf. Verwende eine kleine Schaumstoffrolle für glatte Flächen und einen Pinsel für Kanten und Profile. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke. Lass jede Schicht gut trocknen, bevor du die nächste aufträgst.
  5. Versiegeln (optional): Für extra Schutz kannst du einen transparenten Möbel- oder Klarlack als letzte Schicht auftragen.
  6. Montage: Wenn alles gut durchgetrocknet ist, montiere Griffe und Fronten wieder an.

Methode 2: Küchenfronten bekleben / folieren

Küchenfronten bekleben mit spezieller Möbelfolie ist eine schnelle und oft sehr effektive Methode, um deiner Küche ein neues Gesicht zu geben. Die Auswahl an Designs ist riesig: von Holz- oder Betonoptik bis zu unifarbenen Folien.

Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: Schnell, viele Designs, günstig, rückstandslos entfernbar (bei Qualitätsfolie), wenig Schmutz und Geruch.
  • Nachteile: Erfordert Präzision und Geduld, Blasenbildung möglich, Qualität der Folie entscheidend für Haltbarkeit, empfindlicher an Kanten als Lack.

Auswahl der Folie

Nicht jede Folie eignet sich für Küchenfronten. Achte auf folgende Merkmale:

  • Dicke der Folie: Dickere Folien sind robuster und leichter blasenfrei anzubringen.
  • Eigenschaften: Die Folie sollte abwaschbar, kratzfest, wasserabweisend und hitzebeständig sein.
  • Design: Wähle ein Design, das dir lange gefällt und zur restlichen Einrichtung passt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

So folierst du deine Küchenfronten richtig:

  1. Vorbereitung: Schraube Griffe und – wenn möglich – die kompletten Türen ab. Reinige die Fronten gründlich mit Entfetter und lass sie gut trocknen. Die Oberfläche muss staub- und fettfrei sein.
  2. Zuschneiden: Miss die Fronten genau aus. Schneide die Folie großzügig zu, mit etwa 2-5 cm Überstand an allen Seiten. Das ist wichtig, um die Kanten sauber zu bearbeiten.
  3. Anbringen: Ziehe die Trägerfolie langsam und gleichmäßig ab. Klebe die Folie Stück für Stück auf die Oberfläche. Arbeite dabei von einer Ecke aus und streiche die Folie gleichzeitig mit einem Rakel oder einem weichen Tuch glatt, um Luftblasen zu vermeiden. Sollten doch Blasen entstehen, kannst du sie vorsichtig mit einer Nadel aufstechen und die Luft herausdrücken.
  4. Kanten bearbeiten: Erwärme die Folie entlang der Kanten vorsichtig mit einem Föhn. Dadurch wird sie flexibler und lässt sich besser über die Kanten ziehen und festdrücken. Schneide den Überstand mit einem scharfen Cuttermesser sauber ab.
  5. Montage: Wenn alle Fronten foliert sind, montiere Griffe und Türen wieder an.

Methode 3: Küchenfronten austauschen

Manchmal sind die alten Fronten so stark beschädigt, dass Streichen oder Folieren nicht mehr genug ist. Dann kann es sinnvoll sein, die Küchenfronten auszutauschen. Das ist die aufwendigste, aber auch die langlebigste Lösung, wenn der Küchenkorpus noch in Ordnung ist.

Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: Wie eine neue Küche, maximale Haltbarkeit, große Material- und Designauswahl, Wertsteigerung der Küche.
  • Nachteile: Teurer als Streichen oder Folieren, höhere Arbeitskosten (besonders bei Montage durch Profis), längere Planungs- und Lieferzeiten.

Optionen beim Austausch

Du hast verschiedene Möglichkeiten, wenn du deine Küchenfronten austauschen willst:

  • Fertigfronten vom Hersteller: Wenn deine Küche von einem bekannten Hersteller ist, kannst du oft passende Fronten nachbestellen. Das ist einfach, aber manchmal teurer.
  • Maßanfertigung: Schreiner fertigen Fronten exakt nach deinen Maßen und Wünschen an. Hier sind Design und Material keine Grenzen gesetzt, aber die Kosten sind entsprechend höher.
  • Baumarkt-Fronten: Viele Baumärkte bieten Standard-Küchenfronten in verschiedenen Größen und Materialien an. Hier musst du eventuell Anpassungen selbst vornehmen.
Tipp: Wenn du deine Küchenfronten austauschst, überlege auch, ob du die Griffe modernisierst. Neue Griffe können den Look deiner Küche zusätzlich verändern.

Kostenvergleich: Was kostet das Erneuern der Küchenfronten?

Die Kosten, um Küchenfronten zu erneuern, variieren stark je nach Methode, Material und ob du selbst Hand anlegst oder einen Profi beauftragst.

Methode Materialkosten (ca.) Gesamtkosten (DIY, ca.) Gesamtkosten (Profi, ca.)
Streichen 50 – 150 € (Farbe, Grundierung, Schleifpapier) 50 – 200 € 300 – 800 €
Folieren 15 – 50 € pro m² Folie 100 – 400 € (für mittelgroße Küche) 400 – 1.000 € (für mittelgroße Küche)
Austauschen 80 – 500 € pro m² Frontfläche 300 – 2.000 € (ohne Montage) 500 – 2.000 € (zzgl. Fronten)

Beachte, dass dies grobe Richtwerte sind. Die tatsächlichen Kosten können je nach Region, Qualität der Materialien und dem Umfang der Arbeiten abweichen. Ein Küchenmonteur kostet im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Euro pro Stunde.

Pflege und Haltbarkeit der erneuerten Küchenfronten

Damit du lange Freude an deinen erneuerten Küchenfronten hast, ist die richtige Pflege wichtig. Egal, ob gestrichen oder foliert, die Oberflächen in der Küche sind besonderen Belastungen ausgesetzt.

  • Gestrichene Fronten: Verwende milde Reiniger und weiche Tücher. Scheuermittel oder aggressive Chemikalien können den Lack angreifen. Frische Flecken solltest du sofort entfernen.
  • Folierte Fronten: Auch hier sind weiche Mikrofasertücher, Wasser, Seife oder Fensterreiniger gut geeignet. Vermeide übermäßige Nässe und scharfe Gegenstände, die die Folie beschädigen könnten. Hochwertige Folien können bei guter Pflege über 10 Jahre halten.
  • Ausgetauschte Fronten: Die Pflege hängt vom Material ab (Holz, Lack, Kunststoff). Informiere dich beim Hersteller über die spezifischen Pflegehinweise.
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FAQ: Häufige Fragen zum Küchenfronten erneuern

Kann man jede Küchenfront streichen?

Die meisten Küchenfronten aus Holz, MDF oder Kunststoff kannst du streichen. Bei folierten Fronten ist es schwieriger, da sich die alte Folie ablösen oder Blasen werfen kann. Hier solltest du die Folie idealerweise vorher entfernen oder zumindest prüfen, ob sie fest sitzt.

Wie lange halten folierte Küchenfronten?

Die Haltbarkeit von folierten Küchenfronten hängt stark von der Qualität der Folie und der Sorgfalt beim Anbringen ab. Hochwertige Möbelfolien können bei guter Pflege und regelmäßiger Reinigung 7 bis über 10 Jahre halten.

Was ist günstiger: Streichen oder Folieren?

Beide Methoden sind deutlich günstiger als der Austausch von Fronten. Streichen ist oft etwas günstiger in den reinen Materialkosten, da du nur Farbe und Zubehör brauchst. Folieren kann je nach Folienqualität im Materialpreis variieren, ist aber in der Regel auch sehr preiswert.

Brauche ich spezielles Werkzeug zum Küchenfronten erneuern?

Fürs Streichen brauchst du Pinsel, Rollen, Schleifpapier und Grundierung. Beim Folieren sind ein scharfes Cuttermesser, ein Rakel zum Glattstreichen und eventuell ein Föhn hilfreich. Die Kosten für diese Werkzeuge liegen bei etwa 20 bis 30 Euro.

Kann ich alte Griffe wiederverwenden oder brauche ich neue?

Du kannst die alten Griffe wiederverwenden, wenn sie noch intakt sind und dir gefallen. Oft bewirkt aber der Austausch der Griffe einen großen Unterschied im Gesamtbild und lässt die Küche noch moderner wirken. Du kannst auch die Löcher der alten Griffe spachteln und neue an einer anderen Stelle bohren.

Fazit

Deine Küchenfronten zu erneuern ist ein lohnendes Projekt. Egal, ob du dich für Streichen, Folieren oder Austauschen entscheidest – du verleihst deiner Küche einen frischen Look, ohne viel Geld auszugeben. Überlege dir, wie viel Zeit und Budget du hast, und wähle die Methode, die am besten zu dir passt. Mit etwas handwerklichem Geschick und den richtigen Materialien wird deine Küche wieder zum strahlenden Mittelpunkt deines Zuhauses.

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