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Landtag BW 2026: Aufgaben, Zusammensetzung und aktuelle Politik

13. Mai 2026 · Maik Möhring

Der Landtag BW, das Landesparlament Baden-Württembergs, ist am 13. Mai 2026 das demokratische Herzstück des Bundeslandes. Er repräsentiert die Bürgerinnen und Bürger und trifft entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft des Landes. Seine Aufgaben reichen von der Gesetzgebung bis zur Kontrolle der Landesregierung.

Lesezeit: ca. 12 Minuten

Der Landtag BW ist das gewählte Landesparlament Baden-Württembergs und die zentrale Institution der Gesetzgebung im Land. Er bestimmt über den Landeshaushalt, wählt den Ministerpräsidenten und kontrolliert die Landesregierung. Nach der Landtagswahl vom 8. März 2026 setzt sich der 18. Landtag aus 157 Abgeordneten zusammen, die die Interessen der Bevölkerung vertreten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg fand am 8. März 2026 statt, bei der erstmals ein neues Wahlrecht mit Erst- und Zweitstimme sowie ein Wahlalter ab 16 Jahren zur Anwendung kam.
  • Der 18. Landtag BW konstituierte sich am 12. Mai 2026 und hat insgesamt 157 Abgeordnete.
  • Die Sitzverteilung ist wie folgt: Bündnis 90/Die Grünen 56 Sitze, CDU 56 Sitze, AfD 35 Sitze und SPD 10 Sitze. Die FDP verpasste den Wiedereinzug in den Landtag.
  • Am 13. Mai 2026 wurde Cem Özdemir (Grüne) vom Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt und führt eine grün-schwarze Koalition an.
  • Thomas Strobl (CDU) wurde am 12. Mai 2026 zum neuen Landtagspräsidenten gewählt.
  • Zu den Hauptaufgaben des Landtags gehören die Gesetzgebung, die Verabschiedung des Landeshaushalts und die Kontrolle der Landesregierung.
  • Das Landtagsgebäude in Stuttgart ist für Besucher geöffnet und bietet Einblicke in die parlamentarische Arbeit.

Historische Entwicklung des Landtags BW

Der heutige Landtag BW steht in einer langen demokratischen Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Schon 1457 gab es im württembergischen Landesteil eine Versammlung bürgerlicher Stände. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Aufteilung in Besatzungszonen entstanden auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württembergs zunächst drei Länder: Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Die Gründung des Landes Baden-Württemberg erfolgte schließlich am 25. April 1952, nachdem sich die Bevölkerung im Dezember 1951 mehrheitlich für einen gemeinsamen Südweststaat ausgesprochen hatte. Die Wahl der Verfassungsgebenden Landesversammlung im März 1952 markierte den Beginn, aus der sich der 1. Landtag als demokratisches Zentrum des neuen Bundeslandes entwickelte.

Das heutige Haus des Landtags in Stuttgart wurde von 1959 bis 1961 erbaut. Seine Architektur mit großen Fenstern symbolisiert die Transparenz der jungen Demokratie. Die Geschichte des Landtags spiegelt die Entwicklung der Landespolitik wider, von der Schaffung grundlegender Gesetze in den Anfangsjahren bis zur heutigen Rolle als Kontrollinstanz der Regierung und Gestalter der Zukunft.

Aufgaben und Funktionen des Landtags BW

Der Landtag BW erfüllt als Landesparlament vielfältige und essenzielle Funktionen für die Demokratie in Baden-Württemberg. Er ist die erste Gewalt im Land und wird alle fünf Jahre von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Seine Abgeordneten sind dabei Vertreter des gesamten Volkes und nur ihrem Gewissen unterworfen, nicht an Aufträge und Weisungen gebunden.

Gesetzgebung und Haushaltsrecht

Die wichtigste Aufgabe des Landtags ist die Landesgesetzgebung. Er bildet die Legislative im Land und hat das Recht, Gesetze vorzuschlagen (Gesetzesinitiativrecht). Damit ein Gesetzentwurf zu einem gültigen Gesetz wird, muss der Landtag diesem mehrheitlich zustimmen. Eine Änderung der Landesverfassung erfordert sogar eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten.

Ein weiteres zentrales Recht ist das Haushaltsrecht, oft als „Königsrecht“ des Parlaments bezeichnet. Der Landtag BW entscheidet über den Landeshaushalt und somit über die Verwendung der öffentlichen Gelder. Die Landesregierung muss dem Parlament detailliert ihre geplanten Ausgaben vorlegen, und die Volksvertretung beschließt dann den Haushalt. Zudem kontrolliert der Landtag die Umsetzung des Haushaltsplans, wobei die Berichte des unabhängigen Landesrechnungshofs eine wichtige Rolle spielen. Die sorgfältige Planung und Kontrolle der Finanzen ist dabei von großer Bedeutung, um beispielsweise die Renovierungskosten für öffentliche Gebäude oder Infrastrukturprojekte effizient zu gestalten.

Wahl- und Kontrollfunktion

Der Landtag BW wählt den Ministerpräsidenten mit der Mehrheit seiner Mitglieder in geheimer Abstimmung. Er bestätigt zudem das Kabinett als Ganzes sowie einzelne Minister, die im Laufe einer Legislaturperiode neu berufen werden. Darüber hinaus überwacht der Landtag die Ausübung der vollziehenden Gewalt (Exekutive), also die Arbeit der Landesregierung. Dies geschieht unter anderem durch Anfragen, Debatten und Untersuchungsausschüsse.

Petitionen und Bürgerbeauftragte

Bürgerinnen und Bürger können sich mit Petitionen direkt an den Landtag wenden, um Missstände aufzuzeigen oder Anliegen vorzubringen. Der Petitionsausschuss bereitet die Entscheidung über diese Eingaben vor. Ein Leitfaden für das Einreichen von Petitionen ist auf der Webseite des Landtags verfügbar. Dies ist ein wichtiger Aspekt der direkten Bürgerbeteiligung und des Dialogs mit der Landespolitik.

Die Landtagswahl 2026 und ihre Folgen

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 war ein entscheidendes Ereignis für die Landespolitik. Erstmals kam ein neues Wahlrecht zur Anwendung, das den Wählern zwei Stimmen gab – eine für einen Direktkandidaten im Wahlkreis und eine für die Landesliste einer Partei. Zudem wurde das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre abgesenkt, was rund 650.000 Erstwähler einschloss.

Die Wahl war von einem engen Rennen zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der CDU geprägt. Die Grünen konnten ihren Status als stärkste Kraft knapp verteidigen, obwohl sie leichte Verluste hinnehmen mussten. Die CDU verzeichnete deutliche Zugewinne. Die AfD wurde drittstärkste Partei mit einer fast Verdopplung ihres Ergebnisses. Die SPD erlitt hingegen bundesweit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Die FDP verpasste erstmals seit Bestehen des Bundeslandes den Wiedereinzug in den Landtag BW.

Neuer Ministerpräsident und Landtagspräsident

Nach der Konstituierung des 18. Landtags am 12. Mai 2026 stand die Wahl des Ministerpräsidenten im Fokus. Am 13. Mai 2026 wurde Cem Özdemir (Grüne) im ersten Wahlgang zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt. Er löst damit Winfried Kretschmann ab, der das Land 15 Jahre lang regiert hatte. Özdemir führt eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition mit der CDU an, wobei CDU-Landeschef Manuel Hagel als Innenminister und Vize-Regierungschef vorgesehen ist. Dies stellt einen bedeutenden Wechsel an der Spitze der Landespolitik dar.

Bereits am 12. Mai 2026 wurde Thomas Strobl (CDU), der bisherige Innenminister, zum neuen Landtagspräsidenten gewählt. Er folgt auf Muhterem Aras (Grüne), die seit 2016 im Amt war und künftig Vizepräsidentin werden soll.

Zusammensetzung und Fraktionen im 18. Landtag BW

Der 18. Landtag BW, dessen Wahlperiode vom 1. Mai 2026 bis zum 30. April 2031 dauert, besteht aus insgesamt 157 Abgeordneten. Die Sitzverteilung nach der Landtagswahl 2026 präsentiert sich wie folgt:

Partei Stimmenanteil (Zweitstimmen) Sitze im Landtag
Bündnis 90/Die Grünen 30,2 % 56
CDU 29,7 % 56
AfD 18,8 % 35
SPD 5,5 % 10
FDP 4,4 % 0

Quelle: Amtliches Endergebnis der Landeswahlleiterin vom 27. März 2026

Die Grünen und die CDU bilden mit jeweils 56 Sitzen die Regierungskoalition. Die AfD ist mit 35 Sitzen die stärkste Oppositionskraft, gefolgt von der SPD mit 10 Sitzen. Die FDP ist nach ihrem Scheitern an der Fünfprozenthürde nicht mehr im Parlament vertreten. Von den 157 Abgeordneten sind 53 Frauen (33,8 %), der jüngste Abgeordnete wurde 2002 geboren, der älteste 1950.

Arbeitsweise: Plenum und Ausschüsse im Landtag BW

Die parlamentarische Arbeit im Landtag BW findet hauptsächlich in zwei zentralen Gremien statt: dem Plenum und den Ausschüssen. Das Plenum ist die Vollversammlung aller Abgeordneten, in der die großen Debatten geführt und endgültige Entscheidungen getroffen werden. Hier werden Gesetzesentwürfe diskutiert und über den Landeshaushalt abgestimmt.

Die Ausschüsse hingegen sind der Ort der detaillierten Sacharbeit. Ihnen gehören Fachleute aus den verschiedenen Fraktionen an, die sich mit spezifischen Themenbereichen wie Finanzen, Bildung, Umweltschutz oder Soziales befassen. Die Aufgabengebiete der Fachausschüsse entsprechen dabei im Prinzip dem Zuschnitt der jeweiligen Ministerien. Sie bereiten die Beschlüsse des Plenums vor und geben Empfehlungen ab. In der Regel tagen die Ausschüsse nichtöffentlich, um eine sachliche Auseinandersetzung zu erleichtern, können aber öffentliche Anhörungen (Hearings) mit Sachverständigen und Interessenvertretern durchführen.

Transparenz und Bürgerbeteiligung im Landtag BW

Der Landtag BW legt Wert auf Transparenz und die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Landespolitik. Das Landtagsgebäude in Stuttgart ist ein offenes Haus, das regelmäßig für Besucher geöffnet ist. Eine Dauerausstellung im Bürger- und Medienzentrum informiert über die Arbeit des Parlaments und die Akteure. Hier können Besucher an 14 Stationen interaktive und informative Einblicke erhalten, beispielsweise zur Anzahl der Abgeordneten oder den Regeln im Plenarsaal.

Es werden auch Führungen, auch zu Plenarsitzungen, angeboten, bei denen die Möglichkeit besteht, mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus können Bürgerinnen und Bürger über Petitionen direkt Einfluss nehmen und ihre Anliegen vorbringen. Dies unterstreicht den Anspruch des Landtags, eine bürgernahe und zugängliche Institution zu sein.

Aktuelle Herausforderungen und Ausblicke für den Landtag BW

Der neu konstituierte Landtag BW steht vor einer Reihe von Herausforderungen und wichtigen Aufgaben. Die grün-schwarze Koalition unter Cem Özdemir wird sich mit zentralen Themen wie Klimaschutz, Bildung, Digitalisierung und der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg auseinandersetzen müssen. Insbesondere die Umsetzung der Klimaziele und die Anpassung an den demografischen Wandel, der auch das Rentensystem betrifft, werden die Landespolitik maßgeblich prägen. Hierbei sind auch die Entwicklungen bei den Pensionären in Deutschland 2026 und die Situation in der Pflege, wie sie am Internationalen Tag der Pflege 2026 thematisiert wird, von großer Relevanz.

Die Rolle der Opposition, insbesondere der starken AfD-Fraktion, wird ebenfalls die Debatten im Landtag beeinflussen. Die neue Wahlperiode verspricht intensive parlamentarische Auseinandersetzungen und die Notwendigkeit, tragfähige Lösungen für die Zukunft des Landes zu finden. Die Transparenz des Parlaments und die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung bleiben dabei essenzielle Säulen einer funktionierenden Demokratie.

Was sind die Aufgaben des Landtags von Baden-Württemberg? (Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg via YouTube)

FAQ zum Landtag BW

Wann fand die letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg statt?
Die letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg fand am 8. März 2026 statt.
Wer ist der aktuelle Ministerpräsident von Baden-Württemberg (Stand Mai 2026)?
Seit dem 13. Mai 2026 ist Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Wie viele Abgeordnete hat der Landtag BW in der 18. Wahlperiode?
Der 18. Landtag von Baden-Württemberg besteht aus 157 Abgeordneten.
Welche Parteien bilden die Regierungskoalition im Landtag BW (Stand 2026)?
Die Regierungskoalition wird von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU gebildet.
Was sind die wichtigsten Aufgaben des Landtags BW?
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Gesetzgebung, die Verabschiedung des Landeshaushalts, die Wahl des Ministerpräsidenten und die Kontrolle der Landesregierung.
Kann man den Landtag BW besuchen?
Ja, das Haus des Landtags in Stuttgart ist für Besucher geöffnet. Es gibt eine Dauerausstellung und die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen, auch während Plenarsitzungen.
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Fazit: Der Landtag BW als Garant der Landesdemokratie

Der Landtag BW bleibt auch nach der Wahl 2026 die entscheidende Säule der Demokratie in Baden-Württemberg. Mit seiner neuen Zusammensetzung und der frisch gewählten Landesregierung unter Cem Özdemir steht das Parlament vor der Aufgabe, die vielfältigen Herausforderungen des Landes anzugehen und die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Die Funktionsweise, die Transparenz und die kontinuierliche Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung unterstreichen die Bedeutung dieser Institution für die Gestaltung der Landespolitik und die Zukunft Baden-Württembergs.

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