Der Name Nick Fuentes ist im April 2026 weiterhin untrennbar mit der amerikanischen extremen Rechten verbunden. Als Gründer der ‚America First‘-Bewegung und Schlüsselfigur der ‚Groyper‘-Subkultur hat Fuentes seit Jahren die öffentliche Debatte mit seinen weißen nationalistischen, antisemitischen und homophoben Ansichten polarisiert.
Lesezeit: ca. 12 Minuten
Nick Fuentes ist ein US-amerikanischer rechtsextremer politischer Kommentator und Aktivist, bekannt für seine weißen nationalistischen, antisemitischen und homophoben Ansichten. Er ist Anführer der «America First»-Bewegung und der «Groyper»-Subkultur, die sich gegen den konservativen Mainstream wendet. Seine Äußerungen und Aktivitäten haben regelmäßig öffentliche Debatten und Kritik ausgelöst.
Inhaltsverzeichnis
- Wer ist Nick Fuentes?
- Die Ideologie hinter Nick Fuentes
- Die America First Political Action Conference (AFPAC)
- Die Groyper-Bewegung und die ‚Groyper Wars‘
- Nick Fuentes und die ‚Stop the Steal‘-Bewegung
- Deplatforming und Alternativen
- Kontroverses Treffen mit Donald Trump
- Das Tucker Carlson Interview 2025
- Finanzierung und Einfluss von Nick Fuentes im Jahr 2026
- AFPAC-Auflösung 2026
- Nick Fuentes im deutschen Kontext
Wer ist Nick Fuentes?
Nicholas Joseph Fuentes, geboren am 18. August 1998 in Illinois, USA, ist ein amerikanischer rechtsextremer politischer Kommentator und Livestreamer. Seine Karriere begann 2017 mit der Moderation der Sendung «America First» auf dem Trump-nahen Right Side Broadcasting Network. Bereits damals fielen seine far-right-Kommentare, insbesondere zu Themen wie Einwanderung und Multikulturalismus, auf. Nach seiner Teilnahme an der «Unite the Right»-Kundgebung in Charlottesville im August 2017, bei der es zu tödlicher Gewalt kam, trennte sich Right Side Broadcasting von ihm.
Fuentes, der sich selbst als christlicher Nationalist und Integralist bezeichnet, wird von Organisationen wie dem Southern Poverty Law Center (SPLC) und der Anti-Defamation League (ADL) als weißer Nationalist und Holocaustleugner eingestuft. Er studierte Politik und Internationale Beziehungen an der Boston University, brach sein Studium jedoch ab, nachdem er nach Charlottesville Drohungen erhalten hatte.
Die Ideologie hinter Nick Fuentes
Die Ansichten von Nick Fuentes sind von einer radikalen Interpretation des «America First»-Gedankens geprägt, der er eine nationalistische, isolationistische und oft autoritäre Richtung gibt. Zu seinen Kernüberzeugungen gehören:
- Weißer Nationalismus und Suprematismus: Fuentes vertritt die Ansicht, dass Amerikas «weißer demografischer Kern» zentral für seine Identität ist und dass die weiße Rasse durch Einwanderung ersetzt werden soll. Er hat offen rassistische Äußerungen getätigt, die sich gegen Schwarze und andere Minderheiten richten.
- Antisemitismus und Holocaustleugnung: Ein wiederkehrendes Thema in Fuentes‘ Rhetorik ist der Antisemitismus. Er hat den Holocaust geleugnet und «organisiertes Judentum» für die Korruption der Gesellschaft verantwortlich gemacht. Im Oktober 2025 bezeichnete er «zionistische Juden» als Feinde der konservativen Bewegung.
- Christlicher Nationalismus: Fuentes propagiert die Idee einer «katholischen Taliban-Herrschaft» in den USA und meint, Amerika werde als christliche Nation aufhören zu existieren, wenn es seinen weißen demografischen Kern und seinen Glauben an Jesus Christus verliert.
- Antifeminismus und Homophobie: Er äußert zutiefst frauenfeindliche und anti-LGBTQ+-Ansichten, fordert, dass Frauen «die Klappe halten» sollen und äußerte Fantasien über «Zuchtgulags» für Frauen.
- Kritik am Mainstream-Konservatismus: Fuentes und seine Anhänger sehen den etablierten Konservatismus als zu schwach und «Conservative Inc.» als von «Juden, Atheisten und Homosexuellen» geführt an, was seine Abgrenzung zu Gruppen wie Turning Point USA erklärt.
Seine Äußerungen sind oft provokativ und nutzen Ironie und Humor, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Kritiker sehen darin einen Versuch, extreme Aussagen plausibel abzustreiten.
Die America First Political Action Conference (AFPAC)
Als Alternative zur Conservative Political Action Conference (CPAC) gründete Nick Fuentes im Jahr 2020 die America First Political Action Conference (AFPAC). Diese jährliche Konferenz wurde vom Southern Poverty Law Center als «weiße nationalistische» Veranstaltung beschrieben. AFPAC diente als Plattform für Fuentes und andere rechtsextreme Persönlichkeiten, um ihre Botschaften zu verbreiten und den Mainstream-Konservatismus herauszufordern.
Die Konferenzen zogen auch einige amtierende oder ehemalige republikanische Politiker an, darunter Rep. Paul Gosar und die frühere Abgeordnete Steve King. Dies führte zu erheblicher Kritik und Kontroversen innerhalb der Republikanischen Partei. Die AFPAC wurde bis 2025/2026 als jährliche Veranstaltung abgehalten.
Die Groyper-Bewegung und die ‚Groyper Wars‘
Die «Groypers», auch bekannt als «Groyper Army», sind eine lose organisierte Gruppe von hauptsächlich jungen, männlichen Online-Aktivisten, die Nick Fuentes folgen und seine alt-right-Politik unterstützen. Der Name leitet sich von einem Frosch-Cartoon ab, einer Variante des Pepe the Frog-Memes.
Die «Groyper Wars» begannen im Herbst 2019, als Fuentes seine Anhänger mobilisierte, um konservative Redner auf College-Veranstaltungen, insbesondere von Turning Point USA, mit provokativen Fragen zu Einwanderung, Israel und LGBTQ+-Rechten zu konfrontieren. Ziel war es, die vermeintlichen Versäumnisse des Mainstream-Konservatismus aufzudecken. Im August 2024 startete Fuentes die «Groyper War 2» als digitale Kampagne, um Donald Trumps Präsidentschaftskampagne 2024 unter Druck zu setzen, noch extremere Positionen zu Rasse und Einwanderung einzunehmen.
Nick Fuentes und die ‚Stop the Steal‘-Bewegung
Nick Fuentes spielte eine prominente Rolle in der «Stop the Steal»-Bewegung, die fälschlicherweise behauptete, die Präsidentschaftswahl 2020 sei manipuliert worden. Am 6. Januar 2021 nahm er an der Kundgebung in Washington D.C. teil und soll mit einem Megafon die Menge aufgefordert haben, «Richtung Kapitol zu gehen» und «die Barrikaden niederzureißen». Obwohl er das Kapitol nicht selbst betrat, eröffnete das FBI eine Untersuchung seines Verhaltens, die nach fünf Monaten ohne Anklage geschlossen wurde. Später wurde Fuentes jedoch vom Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses zum Angriff auf das Kapitol am 6. Januar 2021 vorgeladen.
Deplatforming und Alternativen
Aufgrund seiner wiederholten Verstöße gegen Hassrede-Richtlinien wurde Nick Fuentes von zahlreichen großen Social-Media-Plattformen und Finanzdienstleistern verbannt. Dazu gehören YouTube (2020), X (ehemals Twitter, 2021, mit späteren Reinstatements), DLive (2021), PayPal, Venmo, Patreon, Shopify, Stripe und Coinbase. Im März 2021 war er laut ABC News von «fast allen» sozialen Medien ausgeschlossen.
Als Reaktion auf das «Deplatforming» suchte Fuentes nach alternativen Wegen, seine Botschaften zu verbreiten. Er startete 2021 Cozy.TV als unabhängigen Livestreaming-Dienst und wechselte später zu Rumble, wo er seitdem über 700 Livestreams durchgeführt und bis Anfang 2026 über 680.000 Follower gewonnen hat. Im Mai 2024 wurde sein Konto auf X (ehemals Twitter) von Elon Musk wiederhergestellt, was ihm bis Januar 2026 über 1,2 Millionen Follower einbrachte und seine Popularität erheblich steigerte. Fuentes ist auch auf Truth Social, Telegram und Gab aktiv.
Kontroverses Treffen mit Donald Trump
Im November 2022 sorgte ein Abendessen im Mar-a-Lago-Anwesen von Donald Trump für Aufsehen, bei dem Nick Fuentes und der Rapper Ye (ehemals Kanye West) anwesend waren. Trump behauptete später, er habe Fuentes nicht gekannt und sei von seiner Anwesenheit überrascht gewesen. Dieses Treffen löste breite Verurteilung aus, auch von hochrangigen Republikanern wie dem damaligen Vizepräsidenten Mike Pence. Milo Yiannopoulos, ein rechter Provokateur, behauptete später, er habe das Treffen arrangiert, um «Trumps Leben elend zu machen». Für Fuentes war es ein wichtiger Moment, der ihm eine erhöhte Sichtbarkeit verschaffte.
Das Tucker Carlson Interview 2025
Im Oktober 2025 interviewte der bekannte Podcaster Tucker Carlson Nick Fuentes in einer mehr als zweistündigen Sendung. Während des Gesprächs tätigte Fuentes mehrere antisemitische Kommentare, darunter die Behauptung, ein «organisiertes Judentum in Amerika» sei die «Hauptherausforderung» für eine geeinte amerikanische Gesellschaft. Carlson widersprach Fuentes‘ Infragestellung der Loyalität jüdischer Menschen nicht direkt, wurde aber für die Plattformierung eines weißen Nationalisten weithin kritisiert. Das Interview wurde von Millionen Menschen auf YouTube und X gesehen und führte zu einer Spaltung innerhalb der Rechten in den USA.
Finanzierung und Einfluss von Nick Fuentes im Jahr 2026
Trotz des «Deplatforming» und der Kontroversen hat Nick Fuentes im Jahr 2026 weiterhin erheblichen finanziellen Rückhalt von seinen Anhängern. Eine Analyse der Washington Post vom April 2026 ergab, dass Fuentes seit Anfang 2025 fast 900.000 US-Dollar durch «Superchats» – bezahlte Nachrichten während seiner Livestreams – von rund 11.000 Spendern erhalten hat. Dies unterstreicht die Loyalität seiner Basis und seine Fähigkeit, seine Aktivitäten unabhängig von traditionellen Medienkanälen zu finanzieren.
Sein Einfluss zeigt sich auch in der anhaltenden «Groyperfication» der konservativen Jugendkultur, bei der seine Ideen in subtilerer Form verbreitet werden. Jonathan Greenblatt, CEO der Anti-Defamation League, betonte im Januar 2026, dass Fuentes dank X und anderen sozialen Medien «unglaublich effektiv» sei, seine Botschaft zu verbreiten, obwohl er «ekelhaft» sei.
AFPAC-Auflösung 2026
Ein bemerkenswertes Ereignis im April 2026 ist die berichtete Einstellung der America First Political Action Conference (AFPAC). Laut einem Bericht der New York Times entschied sich Fuentes, die AFPAC aufgrund von Sicherheitsbedenken für seine persönliche Sicherheit einzustellen. Dies folgte auf einen versuchten Mordanschlag auf Fuentes im Dezember 2024 und die Ermordung von Charlie Kirk im September 2025. Diese Entwicklung könnte eine Verschiebung in Fuentes‘ Strategie oder der Art seiner öffentlichen Auftritte bedeuten, da er sich möglicherweise stärker auf Online-Plattformen konzentriert oder seine Aktivitäten diskreter gestaltet.
Nick Fuentes im deutschen Kontext
Obwohl Nick Fuentes primär in den USA aktiv ist, finden seine Ansichten und die Debatten um seine Person auch in Deutschland Beachtung. Deutsche Medien und Wissenschaftler beobachten die Entwicklungen im Bereich des Rechtsextremismus in den USA genau, da ähnliche Tendenzen und Argumentationsmuster auch in europäischen rechtsextremen Kreisen auftauchen können. Die Verbreitung von Hassrede über soziale Medien, das Phänomen des «Deplatforming» und die Suche nach alternativen Kommunikationskanälen sind internationale Herausforderungen. Die Auseinandersetzung mit Figuren wie Nick Fuentes ist daher auch für das Verständnis globaler Phänomene des politischen Extremismus relevant.
Neben gesellschaftlichen und politischen Themen rücken auch wirtschaftliche Fakten in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Diskussion um allgemeine politische Debatten bleibt bestehen, während in den USA auch aktuelle politische Entwicklungen wie der Rücktritt einer US-Arbeitsministerin Schlagzeilen machen.
Kostenlose Schritt-für-Schritt Anleitung als PDF
Alle wichtigen Schritte kompakt zusammengefasst – zum Ausdrucken und Mitnehmen in die Werkstatt.
Kostenlos · Du erhältst die PDF-Anleitung + gelegentlich neue Tipps per E-Mail.
Abmeldung jederzeit möglich.
Fazit
Nick Fuentes bleibt im Jahr 2026 eine umstrittene und einflussreiche Figur am äußersten rechten Rand der amerikanischen Politik. Seine radikalen Ansichten, seine Fähigkeit, eine loyale Anhängerschaft zu mobilisieren und alternative Plattformen zu nutzen, stellen weiterhin eine Herausforderung für den demokratischen Diskurs dar. Die Entwicklung seiner «America First»-Bewegung und die Reaktionen des politischen und gesellschaftlichen Mainstreams auf seine Provokationen werden auch in Zukunft genau beobachtet werden müssen. Trotz des vermeintlichen Endes der AFPAC zeigt die anhaltende finanzielle Unterstützung und die Reichweite auf Plattformen wie X und Rumble, dass Nick Fuentes‘ Einfluss nicht zu unterschätzen ist.



