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Tisch abschleifen und ölen: Dein Guide für neuen Glanz

27. Februar 2026 · Maik Möhring

Dein alter Holztisch hat Kratzer, Flecken oder die Oberfläche ist unansehnlich geworden? Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du deinen Tisch abschleifen und ölen, um ihm ein neues Leben einzuhauchen. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch Geld und gibt dir ein echtes Unikat.

Einen Tisch abzuschleifen und zu ölen, erneuert die Oberfläche, schützt das Holz und bringt dessen natürliche Maserung zum Vorschein. Du benötigst Schleifpapier in verschiedenen Körnungen, einen Schleifklotz oder Exzenterschleifer, Holzöl und saubere Tücher. Die Arbeitsschritte umfassen Reinigung, Schleifen in mehreren Durchgängen und abschließendes Ölen für dauerhaften Schutz.

Das Wichtigste in Kuerze

  • Alte Lacke oder Öle vor dem Schleifen komplett entfernen.
  • Beginne mit grobem Schleifpapier (Körnung 80-100), arbeite dich schrittweise zu feineren Körnungen (bis 180-240) hoch.
  • Schleife immer in Richtung der Holzmaserung, um Kratzer zu vermeiden.
  • Trage das Holzöl gleichmäßig auf und lasse es gut einziehen, bevor du Überschüsse abwischst.
  • Öl schützt das Holz von innen und betont die natürliche Optik, während Lack eine Schicht auf der Oberfläche bildet.

Warum du deinen Tisch abschleifen und ölen solltest

Ein Holztisch ist ein Möbelstück, das lebt und mit der Zeit Spuren bekommt. Kratzer vom Geschirr, Wasserflecken oder verblasste Stellen sind normal. Doch anstatt ein neues Modell zu kaufen, kannst du deinem alten Tisch zu neuem Glanz verhelfen. Das Abschleifen und Ölen ist eine effektive Methode, um die Oberfläche aufzufrischen und das Holz zu schützen. Du bewahrst nicht nur ein oft liebgewonnenes Möbelstück, sondern handelst auch nachhaltig.

Der Vorteil des Ölens liegt darin, dass es tief in die Holzfasern eindringt und das Material von innen schützt, ohne eine dicke Schicht auf der Oberfläche zu bilden. Das Holz kann weiter atmen und behält seine natürliche Haptik. Gleichzeitig betont das Öl die Maserung und Farbe des Holzes, was deinem Tisch eine individuelle, warme Ausstrahlung gibt.

Mit einer neuen Ölschicht ist dein Tisch wieder widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und alltägliche Abnutzung. Du verlängerst seine Lebensdauer erheblich und hast lange Freude daran.

Vorbereitung: Dein Arbeitsplatz und das richtige Werkzeug

Bevor du damit beginnst, deinen Tisch abzuschleifen und zu ölen, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Wähle einen gut belüfteten Arbeitsplatz, am besten im Freien oder in einer Garage. Holzstaub kann die Atemwege reizen und sich überall verteilen, daher ist eine gute Belüftung wichtig. Schütze umliegende Gegenstände und den Boden mit Folie oder alten Zeitungen.

Tisch reinigen und prüfen

Reinige die Tischplatte gründlich. Entferne Fett, Schmutz und lose Partikel mit einem milden Reiniger und Wasser. Lass den Tisch danach komplett trocknen. Prüfe die Oberfläche auf tiefe Kratzer, Dellen oder Löcher. Kleinere Schäden kannst du oft schon durch das Schleifen beheben. Bei größeren Macken kann Holzspachtelmasse helfen.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

  • Schleifmaschine: Ein Exzenterschleifer ist ideal für große Flächen. Für Kanten und Ecken eignet sich ein Deltaschleifer oder ein Schleifklotz für Handarbeit.
  • Schleifpapier: In verschiedenen Körnungen (z.B. 80er, 120er, 180er, 240er).
  • Holzöl: Achte auf ein hochwertiges Öl, das für Esstische geeignet und lebensmittelecht ist.
  • Lappen und Tücher: Fusselfreie Baumwolltücher zum Auftragen und Abwischen des Öls.
  • Pinsel oder Rolle: Zum gleichmäßigen Auftragen des Öls.
  • Schutzbrille und Atemschutzmaske (FFP2): Unverzichtbar zum Schutz vor Holzstaub und Öldämpfen.
  • Handschuhe: Zum Schutz der Hände.
  • Staubsauger und feuchte Tücher: Zum Entfernen von Schleifstaub.
Tipp: Besorge dir ausreichend Schleifpapier. Es nutzt sich schnell ab und eine frische Scheibe liefert bessere Ergebnisse.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Tischplatte richtig abschleifen

Das Abschleifen ist der wichtigste Schritt, wenn du deinen Tisch abschleifen und ölen willst. Nimm dir hierfür ausreichend Zeit und sei gründlich.

1. Alte Beschichtung entfernen (Grob-Schliff)

Starte mit grobem Schleifpapier, etwa Körnung 80 oder 100. Das ist wichtig, um alte Lackschichten, tiefere Kratzer und hartnäckige Flecken zu entfernen. Schleife immer in Richtung der Holzmaserung. Ein Exzenterschleifer macht die Arbeit einfacher und schneller. Übe dabei gleichmäßigen, aber nicht zu starken Druck aus. Achte darauf, keine Kuhlen ins Holz zu schleifen. Arbeite dich systematisch über die gesamte Fläche.

2. Feinere Schleifgänge

Nach dem Grobschliff wechsle zu einer feineren Körnung, beispielsweise 120. Schleife erneut die gesamte Fläche in Maserrichtung ab. Dieser Schritt entfernt die Schleifspuren des groben Papiers. Danach kommt die Körnung 180 oder 240 zum Einsatz. Mit dieser feinen Körnung bereitest du das Holz optimal auf das Ölen vor. Die Oberfläche sollte sich nun glatt und eben anfühlen. Beim Schleifen von Holz solltest du mindestens drei verschiedene Körnungen verwenden, beginnend mit grob (z.B. 80er) und endend mit fein (z.B. 180er oder 240er), um eine glatte Oberfläche zu erzielen.

3. Zwischenschliff bei Bedarf

Manchmal richten sich nach dem ersten feinen Schliff die Holzfasern wieder auf, besonders wenn das Holz Feuchtigkeit aufnimmt. Du kannst diesen Effekt simulieren, indem du die Oberfläche leicht mit einem feuchten Tuch abwischst und trocknen lässt. Stehen die Fasern danach hoch, führe einen weiteren leichten Schleifgang mit der feinsten Körnung (240er) durch. Das sorgt für eine besonders glatte Oberfläche.

4. Kanten und Ecken bearbeiten

Vergiss nicht die Kanten und Ecken. Hierfür eignet sich ein Schleifklotz mit Schleifpapier oder ein Deltaschleifer. Auch hier gilt: Immer in Faserrichtung arbeiten und die Körnungen schrittweise wechseln.

5. Staub entfernen

Nach jedem Schleifgang musst du den Schleifstaub gründlich entfernen. Nutze dafür einen Staubsauger und wische die Oberfläche anschließend mit einem leicht feuchten Tuch ab. Achte darauf, dass wirklich kein Staub mehr auf dem Tisch liegt, bevor du mit dem Ölen beginnst. Staubpartikel würden sich sonst im Öl festsetzen und die Oberfläche rau machen. Der Staub beim Holzschleifen, insbesondere bei Harthölzern, kann gesundheitsschädlich sein und erfordert das Tragen einer FFP2-Maske sowie eine gute Belüftung des Arbeitsbereichs.

Holz ölen: So gelingt das perfekte Finish

Wenn die Oberfläche perfekt vorbereitet ist, kommt der schönste Teil: Das Ölen. Hierbei gibst du dem Holz seinen Charakter zurück und schützt es gleichzeitig.

1. Oberfläche vorbereiten

Stelle sicher, dass der Tisch komplett staubfrei und trocken ist. Die Raumtemperatur sollte idealerweise zwischen 18 und 25 Grad Celsius liegen, damit das Öl optimal einziehen und trocknen kann.

2. Öl auftragen

Trage das Holzöl gleichmäßig mit einem Pinsel, einer Rolle oder einem fusselfreien Baumwolltuch auf. Arbeite dich dabei in kleineren Abschnitten vor und verteile das Öl dünn und gleichmäßig in Richtung der Holzmaserung. Achte darauf, dass du keine Pfützen bildest.

3. Einziehen lassen und Überschuss entfernen

Lass das Öl für die vom Hersteller angegebene Zeit einziehen – meist sind das 10 bis 30 Minuten. Das Holz saugt das Öl auf, das es benötigt. Anschließend musst du überschüssiges Öl restlos mit einem sauberen, fusselfreien Tuch abwischen. Ist noch zu viel Öl auf der Oberfläche, wird diese klebrig und glänzend. Wechsle die Tücher häufig, damit du immer mit einer sauberen Fläche wischst.

4. Mehrere Schichten für besseren Schutz

Für einen besseren Schutz und eine höhere Widerstandsfähigkeit solltest du mehrere dünne Schichten Öl auftragen. Lass jede Schicht vollständig trocknen, bevor du die nächste aufträgst. Die Trocknungszeit kann je nach Produkt und Luftfeuchtigkeit variieren, liegt aber oft zwischen 12 und 24 Stunden. Leichte Zwischenschliffe mit sehr feinem Schleifpapier (Körnung 400) nach der ersten Ölschicht können die Oberfläche noch glatter machen, sind aber nicht zwingend notwendig.

Wichtig: Ölgetränkte Lappen können sich durch Oxidation selbst entzünden. Lege sie nach Gebrauch ausgebreitet zum Trocknen ins Freie, tränke sie in Wasser oder lagere sie luftdicht in einem Metallbehälter, bevor du sie entsorgst.

Pflege und Schutz: So bleibt dein geölter Tisch lange schön

Ein geölter Tisch ist pflegeleicht, benötigt aber etwas Aufmerksamkeit, um seine Schönheit und seinen Schutz zu bewahren.

Regelmäßige Reinigung

Wische deinen geölten Tisch regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch ab. Verwende keine scharfen Reiniger oder Scheuermittel, da diese die Ölschicht angreifen können. Ein spezieller Holzreiniger für geölte Oberflächen ist ideal. Verschüttete Flüssigkeiten solltest du sofort aufwischen, um Flecken zu vermeiden.

Nachölen bei Bedarf

Je nach Beanspruchung und Holzart sollte ein geölter Holztisch alle 6 bis 24 Monate nachgeölt werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Du merkst, dass es Zeit wird, wenn die Oberfläche stumpf aussieht, Wasser nicht mehr abperlt oder sich das Holz trocken anfühlt. Die Schritte sind dieselben wie beim ersten Ölen: Reinigen, bei Bedarf leicht anschleifen (Körnung 240 oder feiner) und eine dünne Schicht Öl auftragen.

Schutz vor Hitze und Feuchtigkeit

Stelle heiße Töpfe oder feuchte Gläser niemals direkt auf die geölte Oberfläche. Benutze Untersetzer, um Hitzeschäden und Wasserflecken zu verhindern. Direkte Sonneneinstrahlung kann das Holz ebenfalls ausbleichen, daher ist es ratsam, den Tisch bei Bedarf zu schützen.

Häufige Fehler beim Abschleifen und Ölen vermeiden

Einige Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn du weißt, worauf du achten musst.

  • Falsche Schleifrichtung: Immer in Faserrichtung schleifen, um unschöne Kratzer zu vermeiden.
  • Zu wenige Schleifgänge: Das Überspringen von Körnungen führt zu einer rauen Oberfläche und sichtbaren Schleifspuren. Arbeite dich schrittweise hoch.
  • Öl nicht richtig abwischen: Überschüssiges Öl muss restlos entfernt werden, sonst wird die Oberfläche klebrig und zieht Schmutz an.
  • Ungeduld: Lass dem Öl ausreichend Zeit zum Einziehen und Trocknen zwischen den Schichten.
  • Kein Atemschutz: Holzstaub ist gesundheitsschädlich. Trage immer eine FFP2-Maske und sorge für Belüftung.
Eigenschaft Holzöl Holzlack
Schutz Dringt ins Holz ein, schützt von innen. Bildet eine Schicht auf der Oberfläche.
Haptik Natürliche, warme Holzoberfläche. Glatte, oft glänzende Oberfläche, fühlt sich weniger nach Holz an.
Reparatur Einzelne Stellen können nachgeschliffen und nachgeölt werden. Oft muss die gesamte Fläche neu geschliffen und lackiert werden.
Atmungsaktivität Holz bleibt atmungsaktiv. Versiegelt das Holz, weniger atmungsaktiv.
Optik Betont die natürliche Maserung und Farbe. Verändert die Optik, kann glänzend oder matt sein.
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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Tisch abschleifen und ölen

Wie oft sollte man einen geölten Tisch nachölen?

Die Häufigkeit hängt von der Beanspruchung und der Holzart ab. Für einen Esstisch, der täglich genutzt wird, empfiehlt sich ein Nachölen alle 6 bis 12 Monate. Weniger beanspruchte Tische oder Hölzer mit dichterer Struktur kommen auch 18 bis 24 Monate ohne Auffrischung aus. Achte auf Anzeichen wie stumpfe Stellen oder verminderte Wasserabweisung.

Welches Holzöl ist das beste für Esstische?

Für Esstische solltest du ein lebensmittelechtes und speichelfestes Holzöl wählen. Produkte auf Basis natürlicher Öle wie Leinöl, Tungöl oder Hartwachsöl sind hierfür gut geeignet. Sie sind unbedenklich im Kontakt mit Lebensmitteln und bieten gleichzeitig guten Schutz. Informiere dich beim Kauf über die genauen Inhaltsstoffe und Zertifizierungen.

Kann man auch lackierte Tische ölen?

Ja, aber nur, wenn du den Lack vorher komplett entfernst. Öl kann nicht in lackiertes Holz eindringen, da die Lackschicht eine Barriere bildet. Du musst den Tisch daher gründlich abschleifen oder den Lack auf andere Weise entfernen, bevor du ihn ölen kannst. Hier findest du Methoden zum Lack entfernen von Holz.

Was tun bei tiefen Kratzern im Holz?

Tiefe Kratzer kannst du vor dem Schleifen mit Holzspachtelmasse füllen. Wähle eine Spachtelmasse, die farblich zum Holz passt und die du später schleifen und überölen kannst. Lass die Spachtelmasse gut trocknen und schleife sie dann plan mit der Oberfläche ab, bevor du mit den feineren Schleifgängen beginnst.

Welche Körnung brauche ich zum Abschleifen?

Starte mit einer groben Körnung (z.B. 80er oder 100er), um alte Beschichtungen und tiefe Kratzer zu entfernen. Arbeite dich dann schrittweise zu feineren Körnungen vor: 120er, dann 180er und schließlich 240er für ein glattes Finish. Bei sehr feinen Hölzern oder nur zum Auffrischen einer geölten Oberfläche kann auch eine Startkörnung von 120 ausreichen, gefolgt von 180er und 240er.

Fazit

Deinen Tisch abschleifen und ölen ist ein überschaubares Projekt, das dein Möbelstück wieder zum Leben erweckt und gleichzeitig schützt. Mit der richtigen Vorbereitung, der passenden Ausrüstung und etwas Geduld erzielst du ein langlebiges und schönes Ergebnis. Du wirst stolz auf dein aufgearbeitetes Möbelstück sein, das nun wieder viele Jahre lang Mittelpunkt deines Zuhauses sein kann. Wenn du dich auch für andere Projekte rund um die Möbelaufarbeitung interessierst, schau dir unseren Guide zum Holzmöbel aufarbeiten an.

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