Das alte WC wackelt, ist unansehnlich oder passt einfach nicht mehr zu deinem Bad? Keine Sorge, du musst nicht gleich einen teuren Handwerker rufen. Ein WC selbst auszutauschen, ist ein Projekt, das du mit etwas Geschick und der richtigen Anleitung gut hinbekommst. Wir zeigen dir, wie du dein WC demontierst, die Anschlüsse vorbereitest und das neue Klo fachgerecht montierst und abdichtest.

Das Wichtigste in Kuerze
- Vorbereitung ist alles: Wasser abstellen, Spülkasten leeren und Werkzeug bereitlegen, bevor du mit der Demontage beginnst.
- Anschlüsse prüfen: Stelle sicher, dass die Anschlüsse für Frischwasser und Abwasser zu deinem neuen WC passen.
- Abdichten nicht vergessen: Verwende Sanitärsilikon und gegebenenfalls eine Wanddichtung, um das WC zuverlässig abzudichten.
- Kosten sparen: Wenn du dein WC selbst wechselst, sparst du die Handwerkerkosten von 300 bis 500 Euro.
- Sicherheit geht vor: Trage Handschuhe und sorge für gute Belüftung, besonders bei der Arbeit mit Silikon.
Inhaltsverzeichnis
- WC austauschen: Welches Werkzeug und Material brauchst du?
- Altes WC demontieren: So gehst du vor
- Anschlüsse vorbereiten: Wasser und Abfluss
- Neues WC montieren: Wandhängend oder stehend?
- WC anschließen und abdichten: Dichtigkeit prüfen
- WC austauschen: Kosten im Überblick
- Wann lohnt sich der Profi beim WC-Austausch?
- Häufige Fehler beim WC-Austausch vermeiden
- FAQ zum WC wechseln
- Fazit
WC austauschen: Welches Werkzeug und Material brauchst du?
Bevor du dein altes Klo ausbaust, sammelst du am besten alle nötigen Werkzeuge und Materialien. So vermeidest du unnötige Unterbrechungen. Hier eine Übersicht:
Altes WC demontieren: So gehst du vor
Der erste Schritt beim WC austauschen ist immer die sorgfältige Demontage des alten Modells. Hier ist Präzision gefragt, um Wasserschäden zu vermeiden.
1. Wasserzufuhr trennen
Nachdem das Wasser abgestellt und der Spülkasten leer ist, trennst du den Zulaufschlauch vom Spülkasten. Halte einen Eimer bereit, da immer etwas Restwasser austreten kann.
2. Spülkasten entfernen (falls extern)
Wenn du einen aufgesetzten Spülkasten hast, löst du die Schrauben, die ihn am WC befestigen. Hebe ihn vorsichtig ab und stelle ihn beiseite.
3. WC vom Boden/Wand lösen
Jetzt löst du die Befestigungsschrauben des WCs. Bei stehenden WCs sind diese oft seitlich am Fuß oder unter Abdeckkappen. Bei wandhängenden WCs befinden sich die Schrauben meist unter Keramikabdeckungen an der Seite. Entferne auch die Silikonfugen rund um das WC mit einem Cuttermesser. Sei hier gründlich, da alte Fugen das Lösen erschweren.
4. Abfluss und Zuluft trennen
Ziehe das WC vorsichtig vom Abflussrohr weg. Halte auch hier einen Eimer bereit, da sich immer etwas Restwasser im Siphon befindet. Trenne auch die Manschette für die Frischluftzufuhr (falls vorhanden, meist bei wandhängenden WCs).
Anschlüsse vorbereiten: Wasser und Abfluss
Nachdem das alte Klo raus ist, ist der perfekte Zeitpunkt, um die Anschlüsse zu prüfen und eventuell zu reinigen oder anzupassen. Eine gute Vorbereitung erleichtert die Montage des neuen WCs erheblich.
1. Abflussrohr reinigen
Entferne alle alten Dichtungsreste und Schmutz vom Abflussrohr. Die Oberfläche muss sauber und glatt sein, damit die neue Dichtung perfekt sitzt. Ein feuchter Lappen reicht hier meist aus.
2. Frischwasseranschluss prüfen
Schau dir das Eckventil für die Wasserzufuhr an. Ist es verkalkt, undicht oder alt? Dann wechsle es gleich mit aus. Das ist eine gute Gelegenheit, und ein neues Ventil kostet nicht viel. Achte darauf, dass du das Hauptwasser im Bad abstellst, bevor du das Eckventil wechselst.
3. Befestigungspunkte checken
Bei einem stehenden WC prüfst du die vorhandenen Bohrlöcher. Passen sie zum neuen WC? Wenn nicht, musst du neue Löcher bohren. Bei wandhängenden WCs sind die Gewindestangen in der Wand entscheidend. Sind sie stabil und haben den richtigen Abstand? Hier kann es manchmal nötig sein, eine neue Vorwandinstallation zu planen, besonders wenn du von einem stehnden auf ein hängendes WC umsteigst. Das bedeutet dann aber auch Bad renovieren Kosten, die deutlich höher liegen.
Neues WC montieren: Wandhängend oder stehend?
Die Montage unterscheidet sich je nach WC-Typ. Wandhängende WCs wirken moderner und erleichtern die Reinigung des Bodens, stehende WCs sind oft einfacher zu installieren.
Wandhängendes WC montieren
- Gewindestangen vorbereiten: Schiebe die mitgelieferten Schallschutzhülsen auf die Gewindestangen der Vorwandinstallation.
- Dichtung anbringen: Bringe die Wanddichtung oder Schallschutzmatte an der Wand an. Sie schützt die Fliesen und reduziert Geräusche.
- Abwasser- und Spülrohr stecken: Stecke die Abwasser- und Spülrohr-Dichtungen in die entsprechenden Öffnungen des WCs. Achte auf die korrekte Länge – meist musst du die Rohre passend kürzen. Schmiere die Dichtungen leicht mit Gleitmittel ein, das erleichtert das Aufstecken.
- WC aufstecken: Hebe das WC vorsichtig an und stecke es auf die Gewindestangen und die Rohre. Das erfordert oft etwas Feingefühl.
- Festschrauben: Ziehe die Muttern auf den Gewindestangen fest, aber nicht zu fest, um die Keramik nicht zu beschädigen. Prüfe mit der Wasserwaage, ob das WC gerade hängt.
Stehendes WC montieren
- Abwasseranschluss: Schiebe die Abwasser-Dichtung über das Abflussrohr am Boden und stecke das WC darauf. Achte auf einen festen Sitz.
- Ausrichten und Bohren: Positioniere das WC am Boden und markiere die Bohrlöcher für die Befestigungsschrauben. Bohre die Löcher (falls nötig) und setze die Dübel ein.
- Festschrauben: Schraube das WC mit den mitgelieferten Schrauben am Boden fest. Auch hier gilt: nicht überdrehen.
- Spülkasten montieren (falls extern): Wenn du einen aufgesetzten Spülkasten hast, montierst du ihn jetzt auf dem WC und schließt ihn an.
WC anschließen und abdichten: Dichtigkeit prüfen
Der letzte Schritt ist entscheidend für ein funktionierendes und hygienisches WC. Hier geht es um das Anschließen des Wassers und das fachgerechte Abdichten.
1. Wasserzufuhr anschließen
Verbinde den Frischwasserzulauf wieder mit dem Spülkasten. Drehe das Eckventil langsam auf und beobachte, ob Wasser in den Spülkasten läuft und sich dieser füllt. Prüfe alle Verbindungen auf Dichtigkeit. Eventuell musst du die Verschraubungen noch etwas nachziehen.
2. Funktionstest durchführen
Betätige die Spülung mehrmals. Achte darauf, ob das Wasser sauber abläuft und keine Geräusche oder Gerüche entstehen. Kontrolliere alle Anschlüsse genau auf austretendes Wasser. Auch unter dem WC solltest du nachsehen.
3. WC abdichten
Dichte den Übergang zwischen WC und Wand bzw. Boden mit Sanitärsilikon ab. Ziehe eine saubere Silikonfuge. Glätte die Fuge mit einem Fugenglätter oder einem feuchten Finger (mit Spüliwasser benetzen). Diese Fuge ist wichtig, damit kein Schmutz oder Wasser unter das WC gelangen kann und sich keine Keime ansammeln. Lasse das Silikon mindestens 12-24 Stunden aushärten, bevor du das WC voll belastest. Auch das Fugen erneuern im Bad ist eine gute Gelegenheit, wenn du schon dabei bist.
4. WC-Sitz montieren
Zum Schluss montierst du den WC-Sitz gemäß der Herstelleranleitung. Auch hier gibt es verschiedene Befestigungssysteme.

WC austauschen: Kosten im Überblick
Die Kosten für den WC-Austausch setzen sich hauptsächlich aus dem Material und den Arbeitskosten zusammen, falls du einen Profi beauftragst.
Materialkosten
Ein neues WC kostet zwischen 80 Euro für ein einfaches stehendes Modell und 400 Euro für ein hochwertiges wandhängendes Design-WC. Dazu kommen:
- WC-Sitz: 20 – 100 Euro
- Dichtungsmanschetten, Befestigungsmaterial: 10 – 30 Euro
- Silikon, Acryl: 10 – 20 Euro
- Ggf. neue Eckventile, Panzerschläuche: 10 – 30 Euro
- Ggf. Schallschutzmatte: 10 – 20 Euro
Insgesamt kannst du für das Material mit 130 bis 600 Euro rechnen.
Handwerkerkosten
Wenn du einen Sanitärfachmann beauftragst, kommen Arbeitskosten hinzu. Diese liegen je nach Aufwand (Demontage, Montage, Entsorgung des alten WCs) und regionalen Preisen zwischen 300 und 500 Euro.
Fazit: Wenn du das WC selbst wechselst, sparst du die Handwerkerkosten und zahlst nur das Material. Das können schnell 300 bis 500 Euro Ersparnis sein.
Wann lohnt sich der Profi beim WC-Austausch?
Auch wenn das WC austauschen für Anfänger machbar ist, gibt es Situationen, in denen du lieber einen Fachmann rufst:
- Komplexe Umbauten: Wenn du von einem stehenden auf ein wandhängendes WC wechseln möchtest und dafür eine Vorwandinstallation gebaut werden muss.
- Alte Leitungen: Bei sehr alten Installationen oder wenn die Rohre marode sind, kann es beim Demontieren zu Problemen kommen.
- Undichtigkeiten am Abfluss: Wenn du bereits vor dem Austausch Probleme mit dem Abfluss oder undichten Rohren hast, sollte ein Profi die Ursache klären.
- Keine Zeit oder zwei linke Hände: Wenn du dir unsicher bist oder einfach keine Zeit hast, ist der Fachmann die bessere Wahl.
Für die meisten Standardfälle – also der Austausch eines WCs gegen ein ähnliches Modell – kannst du die Arbeit aber selbst erledigen.
Häufige Fehler beim WC-Austausch vermeiden
Damit dein Projekt reibungslos läuft und du lange Freude an deinem neuen WC hast, vermeide diese häufigen Fehler:
- Wasser nicht richtig abgestellt: Das führt zu einer Überschwemmung im Bad. Immer doppelt prüfen!
- Falsche Dichtungen: Achte darauf, dass die Dichtungsmanschetten zum Durchmesser deiner Abflussrohre passen.
- Rohre nicht gekürzt: Besonders bei wandhängenden WCs müssen die Anschlussrohre oft passend gekürzt werden, sonst lässt sich das WC nicht montieren oder die Spülung funktioniert nicht richtig.
- Schrauben überdreht: Keramik ist empfindlich. Ziehe Schrauben fest, aber mit Gefühl, um Risse zu vermeiden.
- Silikonfuge vergessen oder falsch ausgeführt: Eine unsaubere Fuge ist nicht nur unschön, sondern kann auch zu Hygieneproblemen führen, da sich Schmutz und Feuchtigkeit darunter sammeln können. Eine korrekt ausgeführte Silikonfuge ist essenziell.
- Keine Schallschutzmatte: Bei wandhängenden WCs ist eine Schallschutzmatte wichtig, um Geräusche zu dämmen und Spannungen in der Keramik zu vermeiden.
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FAQ zum WC wechseln
Wie lange dauert es, ein WC auszutauschen?
Für einen geübten Heimwerker dauert der Austausch eines WCs in der Regel 2 bis 4 Stunden. Als Anfänger solltest du eher 4 bis 6 Stunden einplanen, da die Vorbereitung und das sorgfältige Arbeiten mehr Zeit in Anspruch nehmen können.
Kann man jedes WC einfach austauschen?
Im Prinzip ja, aber du musst auf die Art des Abgangs (waagerecht oder senkrecht) und die Art der Montage (stehend oder wandhängend) achten. Wenn du von einem stehenden auf ein wandhängendes WC wechseln möchtest, ist oft eine umfangreichere Installation mit Vorwandelement nötig.
Welches Silikon nimmt man für das WC?
Verwende ausschließlich Sanitärsilikon. Dieses ist wasserabweisend, schimmelresistent und flexibel, was wichtig für die Bewegungen der Keramik ist. Achte auf die Farbe, die zu deinen Fugen im Bad passt.
Muss ich das Wasser komplett abstellen, um das WC zu wechseln?
Ja, du musst die Wasserzufuhr für das WC komplett abstellen. Meist gibt es ein Eckventil direkt am Spülkasten. Wenn nicht, musst du das Hauptabsperrventil für das Badezimmer oder sogar für das gesamte Haus schließen.
Wie entsorge ich das alte WC?
Ein altes WC ist Keramik und gehört in den Bauschutt oder Sperrmüll. Erkundige dich bei deinem örtlichen Wertstoffhof über die genauen Bestimmungen und Kosten für die Entsorgung von Sanitärkeramik.
Fazit
Dein WC austauschen ist ein Projekt, das du mit unserer Anleitung und etwas handwerklichem Geschick gut selbst meistern kannst. Die Ersparnis gegenüber einem Handwerker ist beträchtlich, und das Gefühl, etwas selbst geschaffen zu haben, ist unbezahlbar. Wichtig ist, dass du sorgfältig arbeitest, alle Anschlüsse auf Dichtigkeit prüfst und die Silikonfugen korrekt ausführst. So hast du lange Freude an deinem neuen, sauberen WC.



