Deine Hausfassade ist in die Jahre gekommen, der Putz bröckelt oder du möchtest einfach einen neuen Look? Dann ist es Zeit, deine Aussenwand zu verputzen. Das klingt nach viel Arbeit, aber mit der richtigen Anleitung und den passenden Materialien schaffst du das auch selbst. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du vorgehst, welche Putzarten sich eignen und welche Kosten auf dich zukommen.
Lesezeit: ca. 12 Minuten
Das Wichtigste in Kuerze
- Putzarten: Wähle zwischen mineralischem Putz (atmungsaktiv, robust) und organisch gebundenem Putz (elastisch, rissbeständig, große Farbvielfalt).
- Vorbereitung: Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und frei von losen Teilen sein. Alte Putzreste oder Schäden unbedingt beheben.
- Schichten: Ein Putzsystem besteht in der Regel aus Spritzbewurf, Unterputz und Oberputz. Die Mindestdicke des Putzsystems beträgt 20 mm.
- Kosten: Rechne beim Selbermachen mit Materialkosten von 4 bis 11 Euro pro Quadratmeter. Ein Profi verlangt zwischen 30 und 80 Euro pro Quadratmeter für Material und Arbeit.
- Witterung: Verputze deine Aussenwand idealerweise bei Temperaturen zwischen +5 °C und +25 °C. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und starken Wind.
Inhaltsverzeichnis
- Aussenwand verputzen: Planung und Vorbereitung
- Die richtige Putzart für deine Fassade wählen
- Hauswand verputzen: Schritt für Schritt zum neuen Look
- Aussenwand verputzen: Mit diesen Kosten musst du rechnen
- Haltbarkeit und Pflege deiner Fassade
- Aussenwand verputzen: Selber machen oder Profi beauftragen?
- Häufige Fragen zum Aussenwand verputzen
- Fazit
Eine gepflegte Fassade schützt dein Haus nicht nur vor Wind und Wetter, sondern ist auch entscheidend für den ersten Eindruck. Wenn der alte Putz unansehnlich wird oder Risse zeigt, ist es höchste Zeit für eine Sanierung. Eine neue Putzschicht verbessert nicht nur die Optik, sondern kann auch die Dämmwerte deines Hauses optimieren und den Wert deiner Immobilie steigern. Aber wie gehst du das Projekt „Aussenwand verputzen“ am besten an, gerade als Anfänger? Keine Sorge, wir führen dich durch alle wichtigen Schritte – von der Materialauswahl bis zum perfekten Finish.

Aussenwand verputzen: Planung und Vorbereitung
Bevor du loslegst, ist eine gute Planung das A und O. Überlege dir genau, welche Art von Putz du verwenden möchtest, welche Werkzeuge du brauchst und wie der Untergrund beschaffen ist.
Die richtigen Werkzeuge und Materialien
Fürs Aussenwand verputzen benötigst du eine Reihe von Werkzeugen und Materialien:
- Gerüst: Sicherheit geht vor! Für Fassadenarbeiten ist ein stabiles Gerüst unerlässlich.
- Putzmaschine oder Mischmaschine: Wenn du größere Flächen verputzt, spart eine Putzmaschine viel Zeit und Kraft. Für kleinere Projekte reicht eine Mischmaschine und ein Quirlaufsatz für die Bohrmaschine.
- Maurerkelle, Glättkelle, Reibebrett: Für das Auftragen und Glätten des Putzes.
- Wasserwaage, Richtlatte: Für exakte Kanten und eine ebene Fläche.
- Putzprofile (Eckschutzschienen, Putzabschlussprofile): Für saubere Abschlüsse und Kanten.
- Putzgrundierung (Haftgrund): Sorgt für bessere Haftung des Putzes auf dem Untergrund.
- Spritzbewurf: Die erste, grobe Schicht für eine gute Verbindung.
- Unterputz (Grundputz): Die eigentliche Putzschicht, die Unebenheiten ausgleicht.
- Oberputz (Edelputz): Die finale Schicht, die Optik und Schutz bietet.
- Wasser: Zum Anmischen des Putzes.
- Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille, eventuell Atemschutz bei staubigen Arbeiten.
Die richtige Putzart für deine Fassade wählen
Es gibt verschiedene Putzarten, die sich in ihren Eigenschaften und der Verarbeitung unterscheiden. Die Wahl hängt von deinem Untergrund, den gewünschten Eigenschaften (z.B. Atmungsaktivität, Rissfestigkeit) und der Optik ab.
Hauswand verputzen: Schritt für Schritt zum neuen Look
Jetzt geht’s ans Eingemachte! Wir zeigen dir, wie du deine Aussenwand richtig verputzt.
Schritt 1: Untergrund prüfen und vorbereiten
Der Putzgrund muss tragfähig, sauber, trocken und frei von losen Teilen, Staub, Ölen oder Fetten sein. Alte, nicht tragfähige Putzschichten oder Farbanstriche musst du restlos entfernen. Risse und Löcher im Mauerwerk besserst du mit Reparaturmörtel aus. Eine gründliche Reinigung, zum Beispiel mit einem Hochdruckreiniger, ist oft sinnvoll. Achte darauf, dass das Mauerwerk danach vollständig trocknet. Mauerwerk sanieren: Risse, Feuchtigkeit & Salze beheben (2026) hilft dir dabei.
Schritt 2: Putzprofile anbringen
Putzprofile, auch Putzschienen genannt, helfen dir, gerade Kanten und eine gleichmäßige Putzdicke zu erzielen. Bringe Eckschutzschienen an allen Hausecken und Fensterlaibungen an. Putzabschlussprofile setzt du an Sockelbereichen oder Farbtrennkanten. Befestige die Profile mit Ansetzmörtel und richte sie exakt mit der Wasserwaage aus.
Schritt 3: Spritzbewurf auftragen
Der Spritzbewurf, auch Vorspritzmörtel genannt, ist eine dünne, grobe Schicht, die als Haftbrücke zwischen Mauerwerk und Unterputz dient. Er sorgt dafür, dass der nachfolgende Putz besser hält. Mische den Spritzbewurf nach Herstellerangaben an und wirf ihn mit einer Kelle oder einer Putzmaschine vollflächig an die Wand. Die Schicht sollte nicht glatt sein, sondern eine raue Oberfläche bilden. Lass den Spritzbewurf ausreichend trocknen – meist 1 bis 3 Tage, je nach Produkt.

Schritt 4: Unterputz (Grundputz) anbringen
Der Unterputz ist die Hauptschicht, die Unebenheiten ausgleicht und die Basis für den Oberputz bildet. Die mittlere Putzdicke des gesamten Systems (Unterputz + Oberputz) sollte mindestens 20 mm betragen. Bei einlagigen Putzen aus Werkmörtel liegt die durchschnittliche Dicke bei 15 mm.
Mische den Unterputz an und trage ihn mit einer Maurerkelle oder Putzmaschine in der gewünschten Dicke auf. Ziehe den Putz mit einer Richtlatte oder einem H-Profil ab, um eine ebene Fläche zu erhalten. Anschließend kannst du die Oberfläche mit einem Gitterrabott oder einer Kartätsche anrauen, damit der Oberputz später gut haftet. Halte die vom Hersteller angegebene Trocknungszeit des Unterputzes unbedingt ein. Diese kann mehrere Tage bis Wochen dauern (ca. 1 Tag pro mm Putzdicke).
Schritt 5: Oberputz und Struktur
Der Oberputz ist die letzte Schicht und prägt das Erscheinungsbild deiner Fassade. Trage ihn gleichmäßig dünn mit einer Glättkelle auf. Je nach gewünschter Struktur arbeitest du den Putz anschließend mit einem Reibebrett (z.B. für Reibeputz, Scheibenputz) oder einer Strukturrolle. Übliche Oberputzarten sind Reibe-, Scheiben- oder Filzputz. Achte darauf, immer eine zusammenhängende Fläche ohne Unterbrechung zu bearbeiten, um Ansätze zu vermeiden. Auch hier gilt: Die Trocknungszeiten des Herstellers sind einzuhalten.
Aussenwand verputzen: Mit diesen Kosten musst du rechnen
Die Kosten fürs Aussenwand verputzen variieren stark, je nachdem, ob du die Arbeit selbst übernimmst oder einen Fachmann beauftragst. Auch die gewählte Putzart und der Zustand der Fassade spielen eine Rolle.
Kosten beim Selbermachen (Materialkosten)
Wenn du deine Aussenwand selbst verputzt, sparst du die Arbeitskosten des Handwerkers. Du zahlst dann nur für Material und eventuell gemietete Geräte.
- Putzgrundierung: ca. 2–5 Euro pro m²
- Spritzbewurf: ca. 1–2 Euro pro m²
- Unterputz: ca. 2–5 Euro pro m²
- Oberputz: ca. 3–10 Euro pro m² (je nach Art und Qualität)
- Putzprofile: ca. 2–3 Euro pro lfm
Rechne insgesamt mit Materialkosten von ca. 8 bis 22 Euro pro Quadratmeter Putzfläche. Hinzu kommen Kosten für Werkzeugmiete (Gerüst, Putzmaschine) und Schutzausrüstung.
Kosten mit Fachmann (Material- und Arbeitskosten)
Wenn du einen Profi beauftragst, liegen die Kosten deutlich höher, dafür hast du aber auch die Gewissheit einer fachgerechten Ausführung und Garantie. Die Preise variieren regional und je nach Umfang der Arbeiten.
- Aussenwand verputzen (Grundierung, Unter- und Oberputz): ca. 30–80 Euro pro m²
- Zusätzliche Dämmung (WDVS): Wenn du die Fassade gleichzeitig dämmen lässt, kommen weitere 35–210 Euro pro m² hinzu. Hier findest du mehr Infos zu den Wärmedämmung Fassade Kosten: Preise & Förderung 2026.
- Gerüstkosten: ca. 5–20 Euro pro m²
- Vorbereitende Arbeiten (Altputz entfernen, Risse spachteln): Können je nach Aufwand extra berechnet werden.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche kannst du bei Beauftragung eines Fachbetriebs mit Gesamtkosten zwischen 4.500 und 12.000 Euro rechnen (ohne Dämmung). Mit Dämmung können es schnell 18.000 bis 30.000 Euro werden.
Haltbarkeit und Pflege deiner Fassade
Wie lange deine neu verputzte Aussenwand hält, hängt stark von der gewählten Putzart und den Witterungseinflüssen ab. Mineralputze halten etwa 15–20 Jahre, Silikatputze 20–25 Jahre. Danach ist oft eine Erneuerung der Oberfläche nötig, die Kosten von 40–50 Euro pro Quadratmeter verursachen kann.
Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer. Dazu gehört das Hausfassade reinigen: Algen, Moos & Schmutz entfernen (2026). Achte darauf, keine aggressiven Reinigungsmittel zu verwenden, die den Putz angreifen könnten.
Aussenwand verputzen: Selber machen oder Profi beauftragen?
Gerade für Anfänger ist das Verputzen einer Aussenwand eine anspruchsvolle Aufgabe. Es erfordert nicht nur körperlichen Einsatz, sondern auch Fachwissen und Übung, um ein gleichmäßiges und langlebiges Ergebnis zu erzielen.
- Selber machen: Wenn du handwerklich geschickt bist, Zeit hast und kleinere Flächen verputzen möchtest, kannst du die Arbeit selbst in Angriff nehmen. Du sparst dabei die Arbeitskosten und lernst viel dazu. Achte auf die Einhaltung der DIN-Normen (z.B. DIN 18550-1 und DIN EN 13914-1) für die Ausführung.
- Profi beauftragen: Bei großen oder komplexen Fassaden, wenn du unsicher bist oder einfach ein perfektes Ergebnis wünschst, ist der Fachmann die bessere Wahl. Stuckateure verfügen über die nötige Erfahrung, Ausrüstung und kennen alle Vorschriften. Sie können auch beurteilen, ob dein Mauerwerk eine spezielle Behandlung benötigt, zum Beispiel bei Feuchtigkeitsproblemen.
Häufige Fragen zum Aussenwand verputzen
Welche Putzdicke ist für Aussenputz notwendig?
Für normale Putze muss die mittlere Putzdicke des Systems aus Unter- und Oberputz insgesamt 20 mm betragen. An einzelnen Stellen ist eine Unterschreitung um bis zu 5 mm zulässig. Bei einlagigen Putzen aus Werkmörtel gilt eine durchschnittliche Dicke von 15 mm.
Kann ich eine Aussenwand auch bei Frost verputzen?
Nein, das Verputzen bei Frost ist nicht empfehlenswert. Die Temperaturen müssen während der Arbeiten und bis zum Erhärten des Putzes mindestens +5 °C betragen. Unter +5 °C kommt der Abbindeprozess mineralischer Putze nahezu zum Erliegen, und bei Kunstharz- oder Silikatputzen kann die Filmbildung oder Verkieselung gestört werden.
Welche Putzarten eignen sich für eine Aussenwand?
Für Aussenwände eignen sich mineralische Putze (Kalk-Zement-Putz), Kunstharzputze (Dispersionsputze), Silikonharzputze und Silikatputze. Die Wahl hängt von den gewünschten Eigenschaften wie Atmungsaktivität, Rissfestigkeit und Schmutzabweisung ab.
Wie lange muss der Unterputz trocknen, bevor der Oberputz draufkommt?
Die Trocknungszeit des Unterputzes ist entscheidend und kann mehrere Tage bis Wochen dauern. Eine Faustregel besagt, dass du etwa 1 Tag pro Millimeter Putzdicke rechnen solltest. Halte dich unbedingt an die Herstellerangaben, um Risse und Haftungsprobleme zu vermeiden.
Muss ich ein Gerüst aufstellen, um meine Aussenwand zu verputzen?
Ja, für das Verputzen von Aussenwänden ist aus Sicherheitsgründen fast immer ein stabiles Gerüst erforderlich. Das Arbeiten in der Höhe birgt erhebliche Risiken, die durch ein fachgerecht aufgebautes Gerüst minimiert werden.
Kostenlose Schritt-für-Schritt Anleitung als PDF
Alle wichtigen Schritte kompakt zusammengefasst – zum Ausdrucken und Mitnehmen in die Werkstatt.
Kostenlos · Du erhältst die PDF-Anleitung + gelegentlich neue Tipps per E-Mail.
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Fazit
Die Aussenwand zu verputzen, ist ein Projekt, das dein Haus optisch aufwertet und schützt. Auch als Anfänger kannst du diese Aufgabe mit guter Vorbereitung und Sorgfalt meistern. Nimm dir ausreichend Zeit für die einzelnen Arbeitsschritte und halte die Trocknungszeiten ein. So hast du lange Freude an deiner neu verputzten Fassade.



