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Vierschanzentournee: Geschichte, Regeln & Faszination im Mai 2026

08. Mai 2026 · Maik Möhring

Die Vierschanzentournee zieht seit Jahrzehnten Millionen von Wintersportfans in ihren Bann. Am 08. Mai 2026 blicken wir auf die reiche Geschichte, die einzigartigen Regeln und die ungebrochene Faszination dieses prestigeträchtigen Skisprung-Events, das jährlich um den Jahreswechsel in Deutschland und Österreich ausgetragen wird.

Die Vierschanzentournee ist eine seit 1953 jährlich stattfindende Reihe von Skisprungwettkämpfen, die vier Weltcup-Veranstaltungen in Deutschland und Österreich umfasst und zu den prestigeträchtigsten Wettbewerben im Skispringen zählt. Sie ist bekannt für ihr einzigartiges K.o.-System und ihre vier traditionsreichen Austragungsorte: Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Vierschanzentournee findet seit 1953 jährlich um den Jahreswechsel statt und umfasst vier Weltcup-Springen in Deutschland und Österreich.
  • Die Austragungsorte sind Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen.
  • Ein besonderes Merkmal ist das K.o.-System im ersten Wertungsdurchgang, bei dem 25 Paare gegeneinander antreten.
  • Rekordsieger ist der Finne Janne Ahonen mit fünf Gesamtsiegen.
  • Drei Athleten gelang bisher der sogenannte Grand Slam, also der Sieg bei allen vier Springen einer Tournee: Sven Hannawald (2001/02), Kamil Stoch (2017/18) und Ryoyu Kobayashi (2018/19).
  • Die 74. Vierschanzentournee 2025/26 fand zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 6. Januar 2026 statt.
  • Die 75. Vierschanzentournee 2026/27 ist zwischen dem 28. Dezember 2026 und dem 6. Januar 2027 geplant und soll erstmals auch Wettkämpfe für Frauen umfassen.

Die Geschichte der Vierschanzentournee: Von der Idee zum Kult-Event

Die Ursprünge der Vierschanzentournee reichen bis ins Jahr 1949 zurück, als Skisprungfreunde aus Innsbruck und Partenkirchen die Idee einer "Springertournee" entwickelten. Die erste Auflage fand schließlich im Januar 1953 statt, wobei das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen den Auftakt bildete. Der Österreicher Josef Bradl triumphierte als erster Gesamtsieger. Die anfängliche Reihenfolge der Austragungsorte variierte, doch bereits ab der zweiten Tournee 1953/54 etablierte sich die bis heute gültige Reihenfolge: Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen.

In den 1960er Jahren dominierte zunächst Skandinavien, bevor in den 1970er Jahren die Springer aus der DDR eine erfolgreiche Ära prägten. Die 1990er Jahre brachten mit der Einführung des V-Stils eine revolutionäre Veränderung mit sich, die zu immer größeren Weiten führte und die Schanzenanlagen entsprechend anpassen ließ. Ein bemerkenswerter Athlet dieser Zeit war Jens Weißflog, der als erster Springer die Tournee viermal gewann und sowohl im Parallel- als auch im V-Stil erfolgreich war.

Die vier Schanzen der Vierschanzentournee: Austragungsorte und ihre Besonderheiten

Jede der vier Schanzen der Vierschanzentournee hat ihren eigenen Charakter und stellt die Athleten vor spezifische Herausforderungen. Sie sind fest im Skisprung-Weltcup-Kalender verankert und bieten den Fans eine einzigartige Atmosphäre.

  1. Schattenbergschanze, Oberstdorf (Deutschland): Traditionell bildet Oberstdorf den Auftakt der Tournee am 29. Dezember. Die Großschanze (HS 137) ist bekannt für ihre beeindruckende Kulisse und die große Zuschauerzahl. Der Schanzenrekord liegt bei 143,5 Metern, aufgestellt von Sigurd Pettersen im Jahr 2003.
  2. Große Olympiaschanze, Garmisch-Partenkirchen (Deutschland): Das Neujahrsspringen am 1. Januar in Garmisch-Partenkirchen ist ein absoluter Klassiker. Die Schanze (HS 142) wurde 2007 neu gebaut und bietet eine moderne Wettkampfstätte.
  3. Bergiselschanze, Innsbruck (Österreich): Am 3. oder 4. Januar findet das dritte Springen auf der Bergiselschanze (HS 128) statt. Die futuristisch anmutende Architektur von Zaha Hadid und die Lage inmitten der Alpen machen sie zu einem optischen Highlight. Sven Hannawald hält hier seit 2002 den Schanzenrekord mit 134,5 Metern.
  4. Paul-Außerleitner-Schanze, Bischofshofen (Österreich): Das Finale und traditionelle Dreikönigsspringen am 6. Januar in Bischofshofen entscheidet über den Gesamtsieg der Vierschanzentournee. Die Großschanze (HS 140) ist Schauplatz vieler dramatischer Entscheidungen.

Reglement und Modus: Das K.o.-System macht die Vierschanzentournee einzigartig

Das Besondere an der Vierschanzentournee ist das einzigartige K.o.-System im ersten Wertungsdurchgang, das seit der Saison 1996/97 angewendet wird. Im Gegensatz zu anderen Weltcup-Wettbewerben, bei denen die besten 30 Springer des ersten Durchgangs in die zweite Runde kommen, treten hier 25 Paare, also 50 Springer, direkt gegeneinander an. Die Paarungen werden dabei anhand des Qualifikationsergebnisses des Vortages gebildet: Der Qualifikationssieger springt gegen den 50., der Zweitplatzierte gegen den 49. und so weiter.

Die 25 Sieger der Duelle qualifizieren sich direkt für den zweiten Wertungsdurchgang. Ergänzt wird das Feld der besten 30 durch die fünf besten Verlierer, die sogenannten "Lucky Loser". Dieses System sorgt für zusätzliche Spannung und macht jeden einzelnen Sprung von entscheidender Bedeutung, da selbst Top-Favoriten bei einem Fehler im K.o.-Duell früh ausscheiden können. Allerdings wird der K.o.-Modus nur ausgetragen, wenn die Qualifikation am Vortag des Springens stattfinden konnte.

Legenden und Rekorde: Grand Slams und ewige Bestenlisten der Vierschanzentournee

Die Vierschanzentournee hat im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Legenden hervorgebracht und für unvergessliche Momente gesorgt. Besonders hervorzuheben sind die Athleten, denen der "Grand Slam" gelang – der Sieg bei allen vier Einzelspringen einer Tournee. Dieses Kunststück schafften bisher nur drei Skispringer:

  • Sven Hannawald (Deutschland): In der Saison 2001/02 schrieb Hannawald Geschichte, als er als erster Springer überhaupt alle vier Wettbewerbe der Tournee gewann.
  • Kamil Stoch (Polen): "König Kamil" wiederholte diesen Triumph in der Saison 2017/18.
  • Ryoyu Kobayashi (Japan): Ein Jahr später, in der Saison 2018/19, komplettierte Kobayashi das Trio der Grand-Slam-Gewinner.

Der Rekordsieger der Vierschanzentournee ist der Finne Janne Ahonen, der die Tournee unglaubliche fünfmal für sich entscheiden konnte (1998/99, 2002/03, 2004/05, 2005/06 und 2007/08). Eine weitere Besonderheit ereignete sich in der Saison 2005/06, als Janne Ahonen und Jakub Janda punktgleich die Gesamtwertung anführten und es somit erstmals zwei Tourneesieger gab. Die meisten Einzelsiege bei der Tournee halten Bjørn Wirkola (Norwegen) und Jens Weißflog (Deutschland) mit jeweils zehn Erfolgen.

Die Vierschanzentournee im Wandel der Zeit: Technik, Stil und Zukunftsaussichten

Seit ihrer Gründung hat sich die Vierschanzentournee stetig weiterentwickelt. Von den Anfängen des Parallelstils bis zur Dominanz des V-Stils in den 1990er Jahren hat sich die Technik des Skispringens grundlegend verändert. Diese Veränderungen erforderten auch Anpassungen der Schanzenprofile und der Ausstattung, um den immer größer werdenden Weiten gerecht zu werden. Auch die Professionalisierung des Sports hat zugenommen, was sich in intensiven Trainingsphasen und der mentalen Arbeit der Athleten widerspiegelt. Die Bedeutung von jungen Talenten und Rookies, die sich in diesem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld beweisen müssen, wächst stetig. Mehr über die Herausforderungen für Neulinge im Sport erfahren Sie in unserem Artikel über Rookie: Bedeutung, Trends & Herausforderungen für Neulinge 2026.

Die Wetterbedingungen spielen im Wintersport, insbesondere beim Skispringen, eine entscheidende Rolle. Wind und Schneefall können den Verlauf der Wettbewerbe maßgeblich beeinflussen und erfordern oft kurzfristige Anpassungen des Zeitplans. Informationen zu Wetterkapriolen im Wintersport oder anderen Großereignissen sind daher stets von Interesse, auch wenn hier nicht direkt thematisch passend, so doch im Kontext der Witterung relevant. Die Organisation der Tournee muss zudem die anspruchsvollen Logistik- und Sicherheitsvorgaben meistern, um einen reibungslosen Ablauf der vier Springen zu gewährleisten.

Die mentale Stärke und die physische Vorbereitung der Athleten sind entscheidend für den Erfolg bei der Vierschanzentournee. Die lange Saison und die aufeinanderfolgenden Wettkämpfe erfordern nicht nur sportliches Können, sondern auch eine hohe Belastbarkeit. Der Fokus auf eine acht Stunden Arbeit umfassende Trainingsroutine und die psychologische Betreuung sind dabei von großer Bedeutung für die Sportler. Dies unterstreicht die Parallelen zwischen intensiver sportlicher Betätigung und der effizienten Gestaltung von Arbeitsprozessen im Allgemeinen.

Ausblick auf kommende Vierschanzentourneen: Die Saison 2026/2027

Nach der 74. Auflage, die zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 6. Januar 2026 stattfand und bei der Domen Prevc als Gesamtsieger hervorging, blickt die Skisprungwelt bereits auf die kommende Saison. Die 75. Vierschanzentournee 2026/27 ist für den Zeitraum vom 28. Dezember 2026 bis zum 6. Januar 2027 geplant. Eine bedeutende Neuerung ist, dass die Tournee 2026/27 erstmals auch Wettkämpfe für Frauen abhalten soll. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der Gleichstellung im Skisprungsport und verspricht zusätzliche Spannung und neue Gesichter im Wettbewerb.

Die International Ski and Snowboard Federation (FIS), der globale Dachverband für den Wintersport, organisiert die Vierschanzentournee als Teil des Skisprung-Weltcups. Die genauen Termine und Austragungsorte für den Skisprung-Weltcup 2026/2027 werden von der FIS offiziell bestätigt und versprechen eine abwechslungsreiche Saison für Herren und Damen. Skisprungfans können sich darauf freuen, die besten Athleten der Welt erneut live in Aktion zu erleben und die einzigartige Atmosphäre der Tournee zu genießen. Tickets für das Auftaktspringen in Oberstdorf sind voraussichtlich ab dem 1. September 2026 erhältlich.

Video: Die Faszination der Vierschanzentournee

Um die einzigartige Atmosphäre und die spektakulären Sprünge der Vierschanzentournee noch besser zu verdeutlichen, haben wir hier ein passendes Video für Sie eingebettet:

Hinweis: Das eingebettete Video ist ein generisches Beispiel für die Faszination des Skispringens. Es repräsentiert nicht zwingend die aktuellste Tournee.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Vierschanzentournee

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur Vierschanzentournee:

Frage Antwort
Wann findet die Vierschanzentournee statt? Die Vierschanzentournee findet jährlich um den Jahreswechsel statt, traditionell vom 28./29. Dezember bis zum 6. Januar. Die nächste Tournee (2026/27) ist vom 28. Dezember 2026 bis 6. Januar 2027 geplant.
Welche Städte sind Austragungsorte der Vierschanzentournee? Die vier Austragungsorte sind Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen in Deutschland sowie Innsbruck und Bischofshofen in Österreich.
Was ist das Besondere am K.o.-System der Vierschanzentournee? Im K.o.-System treten im ersten Durchgang 25 Paare gegeneinander an, wobei der Qualifikationsbeste gegen den 50. Platzierten springt. Die 25 Sieger und die fünf besten Verlierer ("Lucky Loser") kommen in den zweiten Durchgang.
Wer sind die bekanntesten Grand-Slam-Gewinner der Vierschanzentournee? Bisher gelang der Grand Slam (Sieg bei allen vier Springen) Sven Hannawald (2001/02), Kamil Stoch (2017/18) und Ryoyu Kobayashi (2018/19).
Wer ist der Rekordsieger der Vierschanzentournee? Der Finne Janne Ahonen ist mit fünf Gesamtsiegen der erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Vierschanzentournee.
Wird es eine Vierschanzentournee für Frauen geben? Ja, die 75. Vierschanzentournee 2026/27 soll erstmals Wettkämpfe für Frauen umfassen.
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Fazit: Die Vierschanzentournee bleibt ein Highlight

Die Vierschanzentournee ist weit mehr als nur eine Reihe von Skisprungwettkämpfen; sie ist ein kulturelles Phänomen, das Sportbegeisterte über Generationen hinweg fasziniert. Die Kombination aus sportlicher Höchstleistung, historischer Tradition und der einzigartigen Atmosphäre an den vier Austragungsorten macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Wintersportkalenders. Mit Blick auf die Zukunft und die geplante Integration von Frauenwettbewerben wird die Vierschanzentournee ihre Bedeutung als echtes Highlight des internationalen Sports weiter festigen. Ihre Geschichte ist geprägt von Triumphen, Dramen und unvergesslichen Momenten, die das Publikum immer wieder aufs Neue begeistern.