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Das Wichtigste in Kuerze
- Kleine Löcher: Spachtelmasse, Gips oder Reparaturpaste nutzen.
- Vorbereitung: Bohrloch reinigen, lose Teile und Dübel entfernen.
- Füllung: Material fest eindrücken, leicht überstehen lassen.
- Glätten: Mit Spachtel oder Glättkelle bündig abziehen.
- Trocknen: Aushärtezeiten des Materials beachten und vollständig durchtrocknen lassen.
- Finish: Bei Bedarf schleifen, grundieren und überstreichen.
- Rigips: Speziellen Füllspachtel, Reparaturflicken oder Gipsplattenstücke verwenden.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Bohrlöcher ausbessern?
- Welche Materialien brauche ich zum Bohrlöcher ausbessern?
- Die richtigen Werkzeuge für die Reparatur
- Bohrlöcher richtig ausbessern: Schritt für Schritt Anleitung
- Spezialfall: Rigips Bohrlöcher ausbessern
- Was kostet Bohrlöcher ausbessern?
- Häufige Fehler beim Bohrlöcher ausbessern
- Wann solltest du einen Profi beauftragen?
- FAQ
- Fazit
Du hast ein Bild abgehängt, ein Regal versetzt oder einfach nur ein paar unschöne Bohrlöcher in der Wand? Keine Sorge, Bohrlöcher ausbessern ist einfacher, als du denkst. Mit den richtigen Materialien und ein paar Handgriffen verschwinden sie im Nu. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du Löcher in der Wand unsichtbar machst und deine Wände wieder wie neu aussehen.

Warum Bohrlöcher ausbessern?
Offene Bohrlöcher sind nicht nur ein optischer Makel. Sie können auch Feuchtigkeit oder Schädlingen einen Weg ins Mauerwerk bahnen. Besonders wenn du aus einer Mietwohnung ausziehst, ist das professionelle Verschließen der Bohrlöcher oft Pflicht. Eine saubere Wand hinterlässt einfach einen besseren Eindruck und verhindert Ärger mit dem Vermieter.
Welche Materialien brauche ich zum Bohrlöcher ausbessern?
Die Auswahl des richtigen Materials ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Es gibt verschiedene Optionen, je nach Größe des Lochs und Wandtyp. Die gängigsten sind Spachtelmasse, Gips und spezielle Reparaturpasten oder -stifte.
Die richtigen Werkzeuge für die Reparatur
Bevor du startest, leg dir alles bereit, was du brauchst. Das spart Zeit und Nerven.
- Spachtel: Am besten ein Set mit verschiedenen Breiten (2-10 cm) für präzises Arbeiten und Glätten.
- Glättkelle: Für größere Flächen oder um die Spachtelmasse sauber abzuziehen.
- Bürste oder Handfeger: Zum Entfernen von Staub und losen Teilen aus dem Bohrloch.
- Staubsauger: Um Bohrmehl gründlich zu entfernen.
- Cuttermesser: Um überstehende Dübel oder Putzreste zu entfernen.
- Schleifpapier: Feine Körnung (z.B. 120er oder 180er) für den Feinschliff nach dem Trocknen.
- Gipsbecher oder Eimer: Falls du Pulverspachtel anmischen musst.
- Wasser: Zum Anmischen und zum Anfeuchten der Bohrlöcher.
- Lappen oder Schwamm: Zum Säubern und Anfeuchten.
- Grundierung: Bei stark saugenden Untergründen oder größeren Reparaturen, bevor du überstreichst.
Bohrlöcher richtig ausbessern: Schritt für Schritt Anleitung
Diese Anleitung hilft dir, Bohrlöcher in Putz- oder Betonwänden sauber zu verschließen. Für Rigips gibt es ein paar Besonderheiten, die wir später besprechen.
Schritt 1: Bohrloch vorbereiten und reinigen
Eine gründliche Vorbereitung ist die halbe Miete. Nur so hält die Reparaturmasse optimal.
- Dübel entfernen: Zieh alte Dübel vorsichtig mit einer Zange oder einem Schraubendreher heraus. Manchmal hilft es, den Dübel etwas einzudrücken und dann mit der Zange zu packen.
- Lose Teile entfernen: Kratz oder schneide lose Putz- oder Farbreste rund um das Bohrloch mit einem Cuttermesser oder Spachtel weg. Das Loch sollte sauber und stabil sein.
- Staub entfernen: Sauge das Bohrloch gründlich mit dem Staubsauger aus. Kleinste Staubpartikel können die Haftung der Spachtelmasse beeinträchtigen.
- Anfeuchten: Bei saugenden Untergründen (wie Putz oder Gips) feuchtest du das Bohrloch leicht mit einem feuchten Schwamm oder Pinsel an. Das verhindert, dass die Wand dem Spachtel zu schnell das Wasser entzieht und er nicht richtig aushärtet.
Schritt 2: Reparaturmasse anmischen oder vorbereiten
Je nach gewähltem Material gehst du hier unterschiedlich vor.
- Fertigspachtel: Einfach die Tube oder den Eimer öffnen und loslegen.
- Pulverspachtel (Gips- oder Zementbasis): Gib kaltes, sauberes Wasser in einen Gipsbecher und streue das Pulver langsam ein, bis kleine „Berge“ entstehen, die knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Lass es kurz quellen und rühre es dann mit einem Spachtel zu einer klumpenfreien, cremigen Masse an. Die Konsistenz sollte wie dicker Joghurt sein – nicht zu flüssig, nicht zu fest. Arbeite zügig, besonders bei Gips, da dieser schnell aushärtet.
Schritt 3: Bohrloch füllen und glätten
Jetzt geht es ans Eingemachte: Das Loch wird geschlossen.
- Masse einfüllen: Nimm etwas Spachtelmasse mit einem kleinen Spachtel auf. Drücke die Masse fest in das Bohrloch, sodass es komplett gefüllt ist und keine Lufteinschlüsse entstehen. Bei tieferen Löchern kann es sinnvoll sein, die Masse in zwei Schichten aufzutragen und jede Schicht antrocknen zu lassen.
- Überstehen lassen: Lass die Spachtelmasse leicht über die Wandoberfläche überstehen. Beim Trocknen zieht sich das Material oft etwas zusammen.
- Abziehen und glätten: Zieh die überschüssige Spachtelmasse mit einem breiteren Spachtel oder einer Glättkelle bündig zur Wand ab. Halte den Spachtel dabei in einem flachen Winkel (ca. 30-45 Grad) zur Wand und arbeite mit gleichmäßigem Druck.
- Kanten prüfen: Achte darauf, dass keine harten Kanten entstehen. Die Übergänge zur bestehenden Wandfläche sollten weich sein.

Schritt 4: Trocknen lassen und nachbearbeiten
Geduld ist hier wichtig, sonst riskierst du Risse oder unschöne Stellen.
- Trockenzeit beachten: Lass die Spachtelmasse vollständig durchtrocknen. Die genaue Zeit hängt vom Produkt und der Schichtdicke ab, liegt aber meist zwischen 12 und 24 Stunden. Bei Fertigspachtel kann es länger dauern, bei Gips schneller. Halte dich unbedingt an die Herstellerangaben.
- Schleifen: Sobald die Masse komplett trocken ist, schleif die ausgebesserte Stelle mit feinem Schleifpapier (z.B. 120er Körnung) vorsichtig glatt. Arbeite dabei kreisend und ohne zu viel Druck, um keine Mulden zu erzeugen. Die Oberfläche sollte sich eben anfühlen.
- Reinigen: Entferne den Schleifstaub gründlich mit einem Handfeger oder Staubsauger.
- Grundieren (optional): Bei stark saugenden Wänden oder wenn du eine dunkle Farbe über einer hellen Spachtelstelle streichst, ist eine Grundierung sinnvoll. Sie sorgt für eine gleichmäßige Saugfähigkeit und verhindert Farbunterschiede. Mehr Infos dazu findest du in unserem Guide Grundierung Wand: Wann und warum sie wichtig ist (2026).
- Überstreichen: Nach dem Grundieren (falls nötig) und vollständigem Trocknen kannst du die Wand in deiner Wunschfarbe überstreichen.
Spezialfall: Rigips Bohrlöcher ausbessern
Rigips- oder Trockenbauwände verhalten sich anders als massive Wände. Hier ist etwas andere Herangehensweise gefragt.
- Kleine Löcher (bis ca. 1 cm): Diese kannst du wie bei Putzwänden mit Füllspachtel für Trockenbau oder Fertigspachtel verschließen. Achte darauf, dass der Spachtel für Gipskarton geeignet ist.
- Mittlere Löcher (ca. 1-5 cm): Hier kann ein Reparaturflicken aus Glasfasergewebe helfen. Diesen klebst du über das Loch und spachtelst ihn dann in zwei Schichten glatt. Der Flicken verstärkt die Stelle.
- Größere Löcher (ab ca. 5 cm): Bei größeren Schäden musst du ein passendes Stück Gipskarton einsetzen.
- Schneide das beschädigte Stück Rigips rechteckig aus.
- Setze dahinter eine Holzlatte als Stütze ein und befestige sie mit Schrauben an der bestehenden Rigipsplatte.
- Schneide ein neues Stück Gipskarton passgenau zu und schraube es auf die Holzlatte.
- Verwende selbstklebendes Armierungsgewebe über den Fugen und spachtel die Übergänge in zwei Schichten glatt.
Was kostet Bohrlöcher ausbessern?
Bohrlöcher selbst auszubessern ist eine sehr kostengünstige Angelegenheit. Die größten Posten sind die Materialien:
- Spachtelmasse: Eine Tube Fertigspachtel (ca. 250-400g) kostet zwischen 5 und 15 Euro. Pulverspachtel ist noch günstiger, ein 1-kg-Beutel liegt bei 3 bis 8 Euro.
- Werkzeuge: Ein einfacher Spachtel kostet nur wenige Euro. Ein Set mit verschiedenen Spachteln bekommst du für 10 bis 20 Euro. Schleifpapier liegt bei 2 bis 5 Euro.
- Grundierung: Falls nötig, kostet eine kleine Flasche (ca. 1 Liter) um die 10 bis 20 Euro, reicht aber für viele Quadratmeter.
Insgesamt kannst du davon ausgehen, dass du für das Ausbessern von Bohrlöchern in mehreren Räumen selten mehr als 20 bis 30 Euro für Materialien ausgibst, wenn du die Werkzeuge schon hast. Beauftragst du einen Maler, können die Wände streichen Kosten schnell in die Hunderte gehen, auch wenn die Bohrlöcher nur einen kleinen Teil der Arbeit ausmachen. Für eine detaillierte Übersicht über die Kosten für Malerarbeiten, sieh dir unseren speziellen Artikel an.
Häufige Fehler beim Bohrlöcher ausbessern
Auch wenn es einfach klingt, gibt es ein paar Fallen, in die man tappen kann:
- Schlechte Reinigung: Wenn Staub oder lose Teile im Loch bleiben, hält die Spachtelmasse nicht richtig und kann später herausbrechen.
- Zu wenig Material: Das Loch ist nicht vollständig gefüllt, die Spachtelmasse sackt ein. Lieber etwas mehr auftragen und später abschleifen.
- Zu viel Material auf einmal: Besonders bei tiefen Löchern führt eine zu dicke Schicht dazu, dass die Spachtelmasse schlecht trocknet, Risse bildet oder sich stark zusammenzieht. Lieber in mehreren dünnen Schichten arbeiten.
- Zu schnelles Überstreichen: Wenn die Spachtelmasse noch feucht ist, kann die Farbe nicht richtig haften, es bilden sich Flecken oder die Farbe blättert ab. Halte dich unbedingt an die Trockenzeiten.
- Keine Grundierung bei Bedarf: Auf stark saugenden Untergründen oder ungleichmäßigen Flächen ohne Grundierung zu streichen, kann zu unschönen Farbunterschieden (Wolkenbildung) führen.
- Falscher Spachtel für Rigips: Normaler Gipsspachtel kann auf Rigips nicht die nötige Flexibilität bieten und zu Rissbildung führen. Verwende hier immer Trockenbauspachtel oder spezielle Füllspachtel.
Wann solltest du einen Profi beauftragen?
Für einzelne Bohrlöcher ist ein Profi in der Regel nicht nötig. Wenn deine Wände jedoch größere Schäden aufweisen, wie:
- Große Risse, die sich durch die ganze Wand ziehen
- Abgeplatzter Putz auf großen Flächen
- Feuchtigkeitsschäden oder Schimmelbefall
- Strukturelle Schäden am Mauerwerk
…dann solltest du lieber einen Fachmann hinzuziehen. Diese Probleme erfordern oft eine genaue Analyse der Ursache und eine professionelle Sanierung, die über das einfache Bohrlöcher ausbessern hinausgeht.
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FAQ
Kann ich Bohrlöcher mit Zahnpasta ausbessern?
Nein, Zahnpasta ist keine dauerhafte Lösung. Sie trocknet spröde aus und bietet keinerlei Stabilität oder Haftung. Für eine unsichtbare und haltbare Reparatur solltest du immer Spachtelmasse oder Gips verwenden.
Wie lange muss Spachtelmasse trocknen, bevor ich streichen kann?
Die Trockenzeit hängt vom Produkt und der Dicke der Schicht ab. Bei dünnen Schichten reichen oft 2-4 Stunden, bei tieferen Löchern und mehreren Schichten können es 12-24 Stunden sein. Halte dich immer an die Herstellerangaben auf der Verpackung.
Muss ich alte Dübel immer entfernen?
Ja, alte Dübel solltest du immer entfernen. Sie können die Spachtelmasse beim Trocknen behindern, sich lockern und die Reparatur instabil machen. Nur so kann das Bohrloch vollständig und dauerhaft verschlossen werden.
Was mache ich, wenn das Bohrloch zu groß ist für normalen Spachtel?
Bei Löchern über 2-3 cm Durchmesser in Putz oder Beton kannst du das Loch mit Bauschaum oder Gips vorfüllen, bevor du die oberste Schicht Spachtelmasse aufträgst. Bei Rigips sind Reparaturflicken oder das Einsetzen eines neuen Gipskartonstücks die beste Lösung.
Brauche ich eine Grundierung, nachdem ich Bohrlöcher ausgebessert habe?
Eine Grundierung ist nicht immer zwingend, aber oft sinnvoll. Besonders bei stark saugenden Untergründen (wie Gips) oder wenn du eine helle Spachtelstelle mit dunkler Farbe überstreichen möchtest, sorgt sie für ein gleichmäßiges Ergebnis und verhindert Flecken oder Farbunterschiede.
Kann ich Bohrlöcher im Außenbereich mit normalem Spachtel ausbessern?
Nein, für den Außenbereich benötigst du spezielle, wetterfeste Außenspachtelmasse auf Zementbasis. Normale Innenspachtel sind nicht frost- und feuchtigkeitsbeständig und würden sich schnell wieder ablösen.
Fazit
Bohrlöcher ausbessern ist ein Heimwerker-Projekt, das du mit etwas Geduld und den richtigen Materialien problemlos selbst erledigen kannst. Die Investition in gute Spachtelmasse und ein paar Werkzeuge lohnt sich, denn so sehen deine Wände schnell wieder makellos aus. Achte auf eine gründliche Vorbereitung und ausreichende Trockenzeiten, dann steht einem perfekten Ergebnis nichts im Weg.



