Schrauben halten unsere Welt zusammen – egal ob im Möbelbau, am Fahrrad oder im Haus. Doch wer vor dem riesigen Angebot im Baumarkt steht, fragt sich schnell: Welche Schraubenarten gibt es überhaupt, und welche brauche ich jetzt? Diese Übersicht hilft dir, den Durchblick zu bekommen. Wir zeigen dir die wichtigsten Schraubentypen und erklären, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt unzählige Schraubenarten für verschiedene Materialien und Zwecke.
- Kopfform, Gewindeart und Antrieb sind entscheidend für die Auswahl.
- Holzschrauben haben ein spitzes Gewinde, Metallschrauben oft ein metrisches.
- Für sicheren Halt im Beton gibt es spezielle Betonschrauben.
- Die richtige Schraube verhindert Schäden und sorgt für eine stabile, lösbare Verbindung.
Schraubenarten Grundlagen: Kopf, Gewinde, Antrieb
Jede Schraube besteht aus drei Hauptteilen: dem Kopf, dem Gewinde und der Spitze. Diese Merkmale bestimmen, wie die Schraube aussieht, wie sie funktioniert und wofür du sie einsetzen kannst. Wenn du die verschiedenen Schraubenarten verstehen willst, musst du diese Grundlagen kennen.
Kopfformen im Überblick: Senk-, Linsen- und Zylinderkopf
Die Kopfform entscheidet, wie die Schraube mit dem Material abschließt und welche Last sie aufnehmen kann. Hier die gängigsten Formen:
- Senkkopfschrauben: Versenken sich komplett im Material und sorgen für eine glatte Oberfläche. Ideal für Holzmöbel oder wenn nichts hervorstehen soll.
- Linsenkopfschrauben: Haben einen leicht gewölbten Kopf, der etwas übersteht. Sieht oft dekorativ aus und bietet eine größere Auflagefläche als der Senkkopf.
- Zylinderkopfschrauben: Haben einen geraden, zylindrischen Kopf, der auf dem Material aufliegt. Sie übertragen hohe Kräfte und werden oft mit Innensechskant-Antrieb verwendet.
- Sechskantschrauben: Erkennst du am außenliegenden Sechskantkopf. Sie werden mit einem Schraubenschlüssel angezogen und sind für hohe Drehmomente und schwere Verbindungen, zum Beispiel im Stahlbau, geeignet.
- Tellerkopfschrauben: Haben einen sehr großen, flachen Kopf, der die Last auf eine große Fläche verteilt. Perfekt für Holzkonstruktionen, um das Einschneiden ins Holz zu verhindern.
Gewindearten verstehen: Vollgewinde, Teilgewinde, metrisch
Das Gewinde ist das Herzstück jeder Schraube. Es bestimmt, wie gut die Schraube im Material hält und welche Materialien sie verbinden kann. Es gibt verschiedene Gewindearten:
- Vollgewindeschrauben: Das Gewinde reicht bis unter den Kopf. Sie bieten eine hohe Auszugsfestigkeit und sind gut für dünne Materialien oder wenn das Gewinde in beiden zu verbindenden Teilen greifen soll.
- Teilgewindeschrauben: Hier endet das Gewinde vor dem Schraubenkopf. Der gewindefreie Schaft zieht das obere Werkstück fest an das untere. Das ist optimal, wenn du zwei Hölzer fest zusammenziehen willst.
- Metrisches Gewinde: Standardisiert nach ISO-Norm (früher oft DIN). Diese Schrauben passen in Muttern oder vorgefertigte Gewinde in Metall. Ein Beispiel ist die weit verbreitete M8 Schraube.
- Holzgewinde: Breiter, spitzer und selbstschneidend. Sie schneiden sich ihr eigenes Gewinde ins Holz und brauchen in der Regel kein Vorbohren (außer bei Hartholz oder dicken Schrauben).
- Blechschraubengewinde: Feiner und schärfer als Holzgewinde, oft mit einer Bohrspitze. Sie schneiden sich in Blech oder dünne Kunststoffe.
Schraubenantriebe erkennen: Kreuzschlitz, Torx, Innensechskant
Der Antrieb ist die Form im Schraubenkopf, in die du dein Werkzeug steckst. Ein passender Antrieb ist wichtig, damit du die Schraube fest anziehen kannst, ohne den Kopf zu beschädigen.
- Schlitz (Slot): Der älteste Antrieb, aber anfällig für Abrutschen. Heute eher selten bei neuen Projekten.
- Kreuzschlitz (PH – Phillips): Sehr verbreitet und einfach zu handhaben. Es gibt auch Pozidriv (PZ), eine Weiterentwicklung mit zusätzlichen Einkerbungen, die besseren Halt bietet.
- Torx (TX – Innensechsrund): Bietet die beste Kraftübertragung und reduziert das Risiko des Herausrutschens des Werkzeugs (Cam-out). Ideal für hohe Drehmomente.
- Innensechskant (Inbus): Ein Sechskantloch im Kopf, das mit einem Inbusschlüssel bedient wird. Gut für enge Stellen und hohe Anzugsmomente.
- Außensechskant: Der Kopf selbst ist sechseckig und wird mit einem Schraubenschlüssel oder einer Nuss angezogen. Wie bei Sechskantschrauben erwähnt.
Die wichtigsten Schraubenarten für jedes Material
Je nach Material und Einsatzzweck gibt es spezialisierte Schraubenarten. Hier eine Übersicht, die dir hilft, die richtige Schraube zu finden.
Holzschrauben: Für sicheren Halt im Holz
Holzschrauben sind die Klassiker im Heimwerkerbereich. Sie haben ein grobes, spitz zulaufendes Gewinde, das sich gut in Holz schneidet. Oft sind sie aus verzinktem Stahl und bieten einen gewissen Korrosionsschutz.
Metallschrauben und Maschinenschrauben: Stabil und präzise
Metallschrauben erkennst du meist an ihrem metrischen Gewinde. Sie brauchen entweder ein vorgefertigtes Gewinde im Material oder eine passende Mutter. Maschinenschrauben sind eine Unterart davon, oft mit Zylinderkopf und Innensechskant, die für präzise und lösbare Verbindungen im Maschinenbau und bei Metallkonstruktionen verwendet werden.
Eine spezielle Form sind Gewindestangen, die du auf die passende Länge kürzen und mit Muttern fixieren kannst. Für genaue Bohrungen in Metall schau dir unsere Anleitung zum Bohren in Beton an, die auch Tipps für ähnliche Materialien bietet.
Blechschrauben und selbstbohrende Schrauben: Schnell und effizient
Blechschrauben haben ein feines, scharfes Gewinde und oft eine Spitze, die das Vorbohren in dünnem Blech oder Kunststoff überflüssig macht. Selbstbohrende Schrauben gehen noch einen Schritt weiter: Sie haben eine Bohrspitze, die zuerst das Loch bohrt und dann das Gewinde schneidet. Das spart Zeit und Aufwand, besonders bei der Montage von Metallprofilen.
Betonschrauben: Für massive Befestigungen
Um schwere Lasten in Beton oder Vollmauerwerk zu befestigen, greifst du zu Betonschrauben. Sie haben ein spezielles Gewinde, das sich direkt in den vorgebohrten Beton schneidet und so eine sehr feste Verbindung schafft – ganz ohne Dübel. Achte darauf, den richtigen Bohrer und die korrekte Lochtiefe zu verwenden, wenn du Beton bohren willst.
Universalschrauben: Die Allrounder
Wie der Name schon sagt, sind Universalschrauben für viele Materialien geeignet. Sie sind oft eine Mischform aus Holz- und Spanplattenschraube und eignen sich für Holz, Spanplatten, Kunststoff und manchmal auch mit Dübeln in Mauerwerk. Sie sind praktisch für kleinere Projekte, aber bei Spezialanwendungen solltest du immer zur passenden Fachschraube greifen.
Stockschrauben und andere Spezialisten
Neben den gängigen Schraubenarten gibt es viele Spezialschrauben für besondere Aufgaben:
- Stockschrauben: Haben auf einer Seite ein Holzgewinde und auf der anderen ein metrisches Gewinde. Ideal, um zum Beispiel Heizkörper an der Wand zu befestigen.
- Rigips- oder Schnellbauschrauben: Haben ein spezielles Gewinde für Gipskartonplatten und einen Trompetenkopf, der sauber im Material versenkt wird.
- Spenglerschrauben: Mit Dichtscheibe, um Bleche wasserdicht zu befestigen, zum Beispiel an Dächern.
- Flügelschrauben: Haben einen flügelförmigen Kopf und können ohne Werkzeug von Hand angezogen werden.

Schrauben richtig auswählen: Tipps für Anfänger
Die Auswahl der richtigen Schraube ist entscheidend für die Stabilität und Haltbarkeit deines Projekts. Besonders als Anfänger kann das verwirrend sein. Hier sind ein paar einfache Regeln.
Material und Last bestimmen die Wahl
Bevor du eine Schraube kaufst, überlege:
- Welche Materialien verbindest du? Holz, Metall, Kunststoff, Beton? Das ist der wichtigste Faktor.
- Wie hoch ist die Belastung? Muss die Schraube viel Gewicht tragen oder nur etwas fixieren? Für schwere Lasten brauchst du stärkere Schrauben, eventuell mit größerem Durchmesser oder aus hochwertigerem Material wie Edelstahl A4.
- Ist die Verbindung lösbar oder dauerhaft? Schraubverbindungen sind im Gegensatz zu Nägeln immer lösbar.
Korrosionsschutz und Außeneinsatz
Für den Außeneinsatz oder feuchte Umgebungen ist der Korrosionsschutz der Schraubenarten entscheidend. Unbeschichtete Stahlschrauben rosten schnell.
DIN und ISO-Normen: Was du wissen musst
Gerade beim Kauf von Schrauben stößt du immer wieder auf Bezeichnungen wie DIN oder ISO. Diese Normen sorgen für eine weltweit einheitliche Qualität und Austauschbarkeit von Schrauben und anderen Verbindungselementen.
- DIN-Normen: Sind deutsche Industrienormen. Sie waren lange Zeit der Standard in Deutschland.
- ISO-Normen: Sind internationale Normen, die zunehmend die DIN-Normen ersetzen. Viele DIN-Normen wurden in ISO-Normen übernommen oder angepasst. Das bedeutet für dich: Auch wenn auf der Verpackung eine ISO-Norm steht, ist die Schraube oft identisch oder weitestgehend austauschbar mit der früheren DIN-Norm.
Was kosten Schrauben? Preise und Qualität
Die Kosten für Schrauben variieren stark je nach Art, Material, Größe und Menge. Eine einfache Spanplattenschraube ist deutlich günstiger als eine spezielle Betonschraube oder eine hochwertige Edelstahlschraube. Im Baumarkt oder Fachhandel findest du oft kleine Packungen für einzelne Projekte, während größere Mengen im Online-Handel oder bei Großhändlern günstiger sind.
Faustregel: Investiere lieber in Qualität, besonders bei tragenden Konstruktionen oder im Außenbereich. Eine rostfreie Schraube aus Edelstahl A2 oder A4 mag teurer sein, erspart dir aber auf lange Sicht Ärger und Reparaturen. Achte auch auf die Festigkeitsklasse, die oft auf dem Schraubenkopf angegeben ist (z.B. 8.8 für hochfeste Stahlschrauben).
Häufige Fehler bei der Schraubenwahl vermeiden
Auch erfahrene Heimwerker greifen manchmal zur falschen Schraube. Hier sind typische Fehler, die du vermeiden kannst:
- Falscher Durchmesser: Eine zu dünne Schraube hält nicht, eine zu dicke kann das Material spalten.
- Falsche Länge: Zu kurz hält nicht, zu lang steht unnötig über oder beschädigt dahinterliegende Bauteile.
- Falsches Gewinde: Eine Holzschraube in Metall ohne Vorbohren ist nutzlos.
- Falscher Antrieb: Wenn der Bit nicht passt, drehst du den Schraubenkopf rund. Das ist ärgerlich und macht das Entfernen schwer.
- Korrosionsschutz vergessen: Im Außenbereich oder in Feuchträumen rosten normale Stahlschrauben schnell und verlieren ihre Funktion.
- Kein Vorbohren bei Hartholz: Das Holz kann reißen und die Schraube verliert ihren Halt.
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FAQ rund um Schraubenarten
Was sind die häufigsten Schraubenarten?
Im Heimwerkerbereich sind Holzschrauben, Spanplattenschrauben, Universalschrauben, Blechschrauben und Maschinenschrauben mit metrischem Gewinde am weitesten verbreitet.
Woran erkenne ich eine Holzschraube?
Holzschrauben haben meist ein spitzes, grobes Gewinde, das sich bis zur Spitze verjüngt. Der Gewindegang ist weiter als bei Metallschrauben. Oft sind sie auch verzinkt und haben einen Senk- oder Linsenkopf.
Kann ich eine Holzschraube für Metall nutzen?
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Holzschrauben sind nicht dafür gemacht, in Metall zu schneiden oder dort zu halten. Du würdest das Metall nicht richtig verbinden und die Schraube beschädigen. Für Metall benötigst du Schrauben mit metrischem oder Blechschraubengewinde.
Welche Schraube für Dübel?
Für Dübel verwendest du meist Universalschrauben oder Spax-Schrauben mit Teilgewinde. Der Durchmesser der Schraube muss zum Dübel passen – am besten so groß wie möglich, ohne den Dübel zu überlasten. Achte auf die Empfehlungen des Dübelherstellers.
Welche Schrauben rosten nicht?
Schrauben aus Edelstahl A2 sind rostfrei und für den normalen Außeneinsatz geeignet. Für aggressive Umgebungen wie Salzwasser oder chlorhaltige Luft solltest du Edelstahl A4 verwenden, da dieser säurebeständiger ist.
Fazit
Die Welt der Schrauben ist vielfältig, aber keine Hexerei. Mit unserer Schraubenarten Übersicht hast du jetzt das nötige Wissen, um die richtige Schraube für dein nächstes Heimwerkerprojekt zu finden. Achte auf Material, Kopfform, Gewinde und Antrieb, dann klappt’s auch mit der stabilen Verbindung. Wenn du unsicher bist, frag lieber im Fachhandel nach oder nimm das zu verbindende Material als Muster mit. So sparst du dir Zeit und Ärger.



