Deine Hausfassade ist die Visitenkarte deines Zuhauses und schützt es vor Wind und Wetter. Doch mit der Zeit hinterlassen Umwelteinflüsse ihre Spuren: Die Farbe verblasst, Risse entstehen oder Algen setzen sich fest. Dann ist es Zeit, deine Fassade zu streichen und ihr einen frischen Anstrich zu verpassen. Das ist ein großes Projekt, das aber mit der richtigen Planung und Vorbereitung auch für Heimwerker gut machbar ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Zeitpunkt wählen: Streiche deine Fassade bei Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad Celsius, ohne direkte Sonne, Wind oder Regen.
- Gründliche Vorbereitung: Reinige die Fassade sorgfältig, bessere Schäden aus und klebe alle nicht zu streichenden Flächen ab.
- Gerüst ist Pflicht: Bei mehrstöckigen Häusern ist ein sicheres Gerüst unerlässlich. Leitern sind zu unsicher.
- Farbwahl entscheidend: Wähle die Fassadenfarbe passend zum Untergrund und den Umwelteinflüssen. Dispersions-, Silikat- oder Silikonharzfarben sind die gängigsten Typen.
- Zwei Anstriche für Haltbarkeit: Ein Grundieranstrich und zwei Deckanstriche sind Standard für ein langlebiges Ergebnis.
Inhaltsverzeichnis
- Fassade streichen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
- Fassade streichen: Planung und Vorbereitung
- Farben, Pinsel, Rollen: Diese Materialien brauchst du
- Fassade richtig streichen: Schritt für Schritt zum Erfolg
- Häufige Fehler beim Fassade streichen vermeiden
- Fassade streichen Kosten: Was kostet der neue Anstrich?
- Fassade streichen für Anfänger: Wichtige Tipps
- FAQ zum Thema Fassade streichen
- Fazit
Fassade streichen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Der perfekte Zeitpunkt, um deine Hausfassade zu streichen, ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Wähle einen Tag mit stabilen Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung, starken Wind oder Regen, da diese Faktoren die Trocknung und Haftung der Farbe negativ beeinflussen können. Frühling oder Herbst bieten oft ideale Bedingungen, da die Luftfeuchtigkeit moderat ist und die Temperaturen nicht zu extrem sind.
Fassade streichen: Planung und Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete, wenn du deine Fassade streichen willst. Nimm dir hierfür ausreichend Zeit, um später unnötigen Ärger zu vermeiden.
Zustand prüfen und Schäden ausbessern
Bevor du mit dem eigentlichen Anstrich beginnst, untersuche deine Fassade gründlich. Achte auf Risse, lose Putzstellen, Algen- oder Pilzbefall. Kleinere Risse kannst du mit geeignetem Reparaturmörtel ausbessern. Lose Putzstellen müssen entfernt und neu verputzt werden. Ein intakter Untergrund ist die Basis für einen langlebigen Anstrich. Ist der Altanstrich kreidend oder sandend (ein Test mit der Hand zeigt Farbpigmente oder Sandkörner), ist eine Grundierung zwingend notwendig.
Fassade reinigen: So wird sie sauber
Schmutz, Staub, Spinnweben und vor allem Algen oder Pilze müssen vor dem Streichen restlos entfernt werden. Eine gründliche Fassadenreinigung ist unerlässlich. Bei groben Verschmutzungen oder Algenbefall hilft ein Hochdruckreiniger. Gehe hierbei behutsam vor und halte ausreichend Abstand, um den Putz nicht zu beschädigen. Bei hartnäckigem Befall nutze spezielle Fassadenreiniger oder Algenentferner.
Abkleben und Abdecken: Schutz für Fenster und Co.
Fenster, Türen, Fensterbänke, Regenrinnen, Lichtschächte und alle anderen nicht zu streichenden Bauteile müssen sorgfältig abgeklebt und abgedeckt werden. Verwende dafür hochwertiges Malerband und Abdeckfolie. Das spart später viel Reinigungsarbeit und sorgt für saubere Kanten.
Das richtige Gerüst: Sicherheit geht vor
Bei Arbeiten an der Fassade, besonders an mehrstöckigen Häusern, ist ein stabiles Gerüst unerlässlich. Eine Leiter ist zu unsicher und bietet keinen ausreichenden Arbeitsradius. Du kannst ein Gerüst mieten. Die Kosten dafür liegen durchschnittlich zwischen 4,50 € und 15,00 € pro Quadratmeter, abhängig von Größe, Belastbarkeit und Mietdauer. Achte darauf, dass das Gerüst fachgerecht aufgebaut und gesichert ist. Die DGUV Information 201-011 gibt hierzu wichtige Hinweise zur sicheren Verwendung von Gerüsten.
Farben, Pinsel, Rollen: Diese Materialien brauchst du
Die Auswahl der richtigen Materialien ist entscheidend für die Qualität und Haltbarkeit deines Fassadenanstrichs.
Die passende Fassadenfarbe wählen
Es gibt verschiedene Arten von Fassadenfarben, die sich in ihren Eigenschaften und Anwendungsbereichen unterscheiden. Die Wahl hängt vom Untergrund (Putz, Beton, Holz) und den Umwelteinflüssen ab.
Grundierung: Wann ist sie nötig?
Eine Grundierung, auch Tiefengrund genannt, ist oft ein Muss. Sie sorgt für eine gleichmäßige Saugfähigkeit des Untergrunds, verfestigt leicht sandende Flächen und verbessert die Haftung der späteren Fassadenfarbe. Teste die Saugfähigkeit mit einem nassen Schwamm: Zieht das Wasser schnell ein, ist eine Grundierung nötig. Bei stark saugenden, kreidenden oder ungleichmäßigen Untergründen solltest du immer grundieren.
Werkzeuge für den Anstrich
Besorge dir folgende Werkzeuge:
- Fassadenrollen: Große Rollen für die Flächen, am besten mit Teleskopstange.
- Pinsel: Für Ecken, Kanten, Laibungen und Details. Flachpinsel und Eckpinsel sind ideal.
- Farbeimer und Abstreifgitter: Für effizientes Arbeiten.
- Rührstab: Zum gründlichen Aufrühren der Farbe.
- Schutzbrille, Handschuhe, Arbeitskleidung: Für deine Sicherheit.
- Hochdruckreiniger: Falls die Fassade stark verschmutzt ist.
Fassade richtig streichen: Schritt für Schritt zum Erfolg
Jetzt geht es ans Eingemachte! Halte dich an diese Schritte, um deine Fassade richtig zu streichen.
Schritt 1: Grundierung auftragen
Ist der Untergrund vorbereitet und sauber, trage die Grundierung gleichmäßig auf. Verwende dafür einen Flächenstreicher oder eine Rolle. Achte darauf, die Grundierung nicht bei direkter Sonneneinstrahlung aufzutragen. Lass die Grundierung gemäß Herstellerangaben vollständig trocknen. Bei sehr stark saugenden Untergründen kann ein zweiter Grundieranstrich sinnvoll sein.
Schritt 2: Erster Anstrich
Rühre die Fassadenfarbe gründlich auf. Beginne mit den Ecken, Kanten, Fensterlaibungen und anderen Details. Hierfür verwendest du am besten einen Pinsel. Anschließend streichst du die großen Flächen mit der Fassadenrolle. Arbeite nass in nass, um Ansätze zu vermeiden. Das bedeutet, du streichst immer in Bahnen und setzt die neue Bahn direkt an die noch feuchte vorherige an. Vermeide zu dicke Farbschichten.

Schritt 3: Zweiter Anstrich (Schlussanstrich)
Nachdem der erste Anstrich vollständig getrocknet ist (Herstellerangaben beachten!), folgt der zweite Anstrich. Dieser ist entscheidend für eine hohe Deckkraft und lange Haltbarkeit. Gehe dabei genauso vor wie beim ersten Anstrich: Erst die Details mit dem Pinsel, dann die Flächen mit der Rolle. Achte auf eine gleichmäßige Verteilung der Farbe.
Trocknungszeiten beachten
Jeder Anstrich muss ausreichend trocknen, bevor der nächste folgt. Die genauen Trocknungszeiten findest du auf den Produktinformationen deiner Farbe und Grundierung. Diese können je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit variieren. Üblicherweise sind es mehrere Stunden bis zu einem Tag pro Anstrich. Unterschätze diese Zeiten nicht, da sonst die Haftung und Haltbarkeit leiden.
Häufige Fehler beim Fassade streichen vermeiden
Einige typische Fehler können das Ergebnis deines Fassadenanstrichs beeinträchtigen. Vermeide sie:
- Schlechte Vorbereitung: Eine nicht gereinigte oder unzureichend ausgebesserte Fassade führt zu einem ungleichmäßigen und kurzlebigen Ergebnis.
- Falscher Zeitpunkt: Bei zu viel Sonne, Wind oder Regen trocknet die Farbe ungleichmäßig oder wäscht ab.
- Keine Grundierung: Auf stark saugenden oder sandenden Untergründen hält die Farbe ohne Grundierung nicht richtig.
- Falsche Farbe: Eine ungeeignete Fassadenfarbe kann zu Problemen wie Algenbefall oder schlechter Haftung führen.
- Zu wenig Farbe: Spar nicht an der Menge. Für Putzfassaden solltest du etwa 15 Prozent mehr Farbe einplanen, als vom Hersteller pro Quadratmeter empfohlen wird, besonders bei strukturierten Untergründen.
- Ansätze: Nass in nass arbeiten, um unschöne Übergänge zu vermeiden.
- Sicherheit vernachlässigen: Arbeiten auf unsicheren Leitern oder Gerüsten kann gefährlich sein.
Fassade streichen Kosten: Was kostet der neue Anstrich?
Die Kosten, um deine Fassade zu streichen, variieren stark. Sie hängen von der Größe deiner Fassade, dem Zustand des Untergrunds, der gewählten Farbe und davon ab, ob du selbst streichst oder einen Profi beauftragst.
Materialkosten für Fassadenfarbe und Zubehör
Rechne für Farbe und Grundierung mit etwa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Eine hochwertige Fassadenfarbe kann teurer sein, zahlt sich aber durch längere Haltbarkeit und besseren Schutz aus. Hinzu kommen Kosten für Abdeckmaterialien, Klebeband, Pinsel, Rollen und eventuell spezielle Reiniger.
Gerüstkosten: Mieten oder kaufen?
Ein Gerüst ist ein großer Kostenfaktor. Für ein gemietetes Gerüst solltest du mit 4,50 bis 15 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche rechnen, wobei der Durchschnitt bei etwa 9,50 Euro liegt. Diese Preise beinhalten oft Auf- und Abbau sowie eine Standzeit von 2-4 Wochen. Für ein Einfamilienhaus mit 100 m² Fassade liegen die Gerüstkosten somit zwischen 800 und 1.500 Euro.
Kosten für den Maler: Wann lohnt sich der Profi?
Wenn du die Fassade streichen lässt, fallen zusätzliche Arbeitskosten an. Diese liegen im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Euro pro Quadratmeter für den reinen Anstrich. Zusammen mit Material- und Gerüstkosten kannst du mit Gesamtkosten von 91,50 bis 112,50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Ein Profi arbeitet schneller, sicherer und bietet oft eine Garantie auf die Arbeit. Bei großen oder komplexen Fassaden, wenn du keine Zeit oder Erfahrung hast, oder bei schwierigen Untergründen, kann der Fachmann die bessere Wahl sein.
Fassade streichen für Anfänger: Wichtige Tipps
- Kleine Flächen zuerst: Übe an einer unauffälligen Stelle oder einer kleinen Fläche, um ein Gefühl für die Farbe und die Rolle zu bekommen.
- Nicht überstürzen: Nimm dir ausreichend Zeit für jeden Arbeitsschritt, besonders für die Vorbereitung und die Trocknungszeiten.
- Qualität zahlt sich aus: Investiere in gute Farbe und Werkzeuge. Das erleichtert die Arbeit und sorgt für ein besseres Ergebnis.
- Sicherheitsausrüstung: Trage immer Schutzbrille, Handschuhe und alte Kleidung.
- Wetterbericht prüfen: Plane die Arbeitstage genau und behalte den Wetterbericht im Auge.
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FAQ zum Thema Fassade streichen
Wie oft sollte ich meine Fassade streichen?
Putzfassaden benötigen in der Regel alle 10 bis 15 Jahre einen neuen Anstrich. Holzfassaden sind anfälliger für Witterung und sollten alle 3 bis 7 Jahre gepflegt und neu gestrichen werden. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt stark von der Fassadenart, der Farbe, den Umwelteinflüssen und der Lage deines Hauses ab.
Welche Temperatur ist ideal zum Fassade streichen?
Die optimale Außentemperatur liegt zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Vermeide das Streichen bei Frost, großer Hitze über 30 Grad, direkter Sonneneinstrahlung oder Regen, da dies die Trocknung und Haftung der Farbe negativ beeinflusst.
Brauche ich immer ein Gerüst zum Fassade streichen?
Ja, bei mehrstöckigen Häusern ist ein professionelles Gerüst für deine Sicherheit und ein effizientes Arbeiten unerlässlich. Leitern sind zu unsicher und bieten nicht den nötigen Arbeitsradius. Rollgerüste können eine Alternative für kleinere, ebenerdige Flächen sein.
Wie lange dauert es, bis Fassadenfarbe trocken ist?
Die Trocknungszeit von Fassadenfarbe variiert je nach Produkt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Im Allgemeinen ist die Farbe nach 4-8 Stunden oberflächentrocken und nach 12-24 Stunden überstreichbar. Die vollständige Aushärtung kann mehrere Tage bis Wochen dauern. Beachte immer die Angaben des Herstellers.
Kann ich Fassade streichen, wenn es regnen soll?
Nein, du solltest deine Fassade nicht streichen, wenn Regen vorhergesagt ist oder es regnet. Regen kann die frische Farbe abwaschen, zu Flecken führen und die Haftung beeinträchtigen. Warte, bis die Fassade vollständig trocken ist und keine Niederschläge zu erwarten sind.
Welche Fassadenfarbe ist die beste gegen Algen?
Silikonharzfarben bieten einen sehr guten Schutz gegen Algen- und Pilzbefall, da sie extrem wasserabweisend sind und Schmutz schlechter an ihnen haftet. Auch spezielle Fassadenfarben mit sogenannten Filmschutzmitteln (Algizide und Fungizide) können helfen, den Befall zu reduzieren.
Fazit
Deine Fassade zu streichen, ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Projekt, das deinem Haus nicht nur einen neuen Glanz verleiht, sondern es auch langfristig schützt. Mit einer sorgfältigen Planung, gründlicher Vorbereitung und der richtigen Farbwahl kannst du auch als Heimwerker ein professionelles Ergebnis erzielen. Nimm dir ausreichend Zeit für jeden Schritt, achte auf die Wetterbedingungen und scheue dich nicht, bei Unsicherheiten fachlichen Rat einzuholen. So erstrahlt dein Zuhause bald in neuem Glanz und ist bestens für die nächsten Jahre gerüstet.



