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Regenwasser sammeln: Systeme, Kosten & Vorteile (2026)

11. März 2026 · Maik Möhring

Dein Garten braucht Wasser, aber die Kosten für Leitungswasser steigen? Dann ist Regenwasser sammeln die Lösung. Es entlastet nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Wir zeigen dir, wie du richtig startest und welche Möglichkeiten es gibt – von der einfachen Regentonne bis zur smarten Zisterne.

Regenwasser sammeln – Frau schließt Regensammler an Fallrohr an Regentonne an
Mit einem Regensammler im Fallrohr füllt sich deine Regentonne schnell und einfach.
Regenwasser sammeln bedeutet, Niederschlag von Dachflächen oder anderen Oberflächen aufzufangen und zu speichern. Das gesammelte Wasser eignet sich hervorragend für die Gartenbewässerung, spart Trinkwasserressourcen und senkt die Wasserkosten. Systeme reichen von einfachen Regentonnen bis zu komplexen Erdtanks mit Pumpen und Filtern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regenwasser sammeln spart bis zu 50% Trinkwasser im Haushalt und Garten.
  • Du hast die Wahl zwischen einfachen Regentonnen und komplexeren Zisternen.
  • Die Kosten variieren stark, von unter 100 Euro für eine Regentonne bis zu mehreren Tausend Euro für eine Zisterne.
  • Regenwasser ist ideal für die Gartenbewässerung, die Toilettenspülung oder die Waschmaschine.
  • Achte auf die Wasserqualität und installiere passende Filter, um Schmutz fernzuhalten.

Warum Regenwasser sammeln? Die Vorteile auf einen Blick

Regenwasser zu sammeln, bringt viele Vorteile mit sich, die sowohl deinen Geldbeutel als auch die Umwelt freuen. Der offensichtlichste Punkt: Du sparst bares Geld. Trinkwasser wird immer teurer, und die Gebühren für Abwasser steigen ebenfalls. Wenn du Regenwasser für die Gartenbewässerung oder sogar im Haushalt nutzt, reduzierst du deinen Verbrauch an teurem Leitungswasser erheblich.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Regenwasser ist kalkfrei und frei von Chlor. Das ist besonders gut für deine Pflanzen. Sie vertragen das weiche Wasser besser als hartes Leitungswasser. Auch für die Waschmaschine ist kalkfreies Wasser von Vorteil, da es die Lebensdauer des Geräts verlängert und weniger Waschmittel nötig ist. Du leistest außerdem einen Beitrag zum Umweltschutz, indem du wertvolle Trinkwasserressourcen schonst und die Kanalisation bei Starkregen entlastest.

Regenwasser sammeln: Welche Systeme gibt es?

Es gibt verschiedene Wege, Regenwasser aufzufangen. Die Wahl des Systems hängt davon ab, wie viel Wasser du speichern möchtest und wofür du es nutzen willst.

Die Regentonne: Einfach und günstig Wasser auffangen

Die Regentonne ist der Klassiker unter den Regenwasser-Sammelsystemen. Sie ist günstig in der Anschaffung, einfach zu installieren und perfekt für die Gartenbewässerung. Du schließt sie über einen Regensammler an dein Fallrohr an, und schon füllt sie sich bei jedem Schauer. Regentonnen gibt es in verschiedenen Größen und Designs, von schlichten Kunststofffässern bis zu dekorativen Modellen.

Tipp: Achte beim Kauf auf einen integrierten Überlaufschutz, damit die Tonne bei starkem Regen nicht überläuft und der Keller unter Wasser steht. Ein Auslaufhahn am unteren Ende erleichtert die Wasserentnahme.

Ein Nachteil: Das Volumen ist begrenzt, und im Winter musst du die Tonne entleeren, damit das Wasser beim Gefrieren nicht die Tonne sprengt. Außerdem kann das Wasser in offenen Tonnen schnell verschmutzen oder zur Brutstätte für Mücken werden. Ein Deckel oder ein feines Netz hilft hier.

Die Regenwasserzisterne: Große Mengen speichern

Wenn du größere Mengen Regenwasser sammeln und auch im Haus nutzen möchtest, ist eine Zisterne die bessere Wahl. Zisternen sind große Tanks, die in der Regel unterirdisch vergraben werden. Sie speichern mehrere Tausend Liter Wasser und schützen es vor Verdunstung, Frost und Algenbildung. Es gibt sie aus Kunststoff oder Beton.

Die Installation ist aufwendiger als bei einer Regentonne und erfordert Erdarbeiten. Dafür bietet eine Zisterne aber eine zuverlässige Wasserversorgung, auch in längeren Trockenperioden. Du kannst das Wasser über eine Pumpe entnehmen und es sogar an dein Hauswassernetz anschließen, um Toiletten zu spülen oder die Waschmaschine zu betreiben.

Regenwasser sammeln: Was kostet die Installation?

Die Kosten für das Regenwasser sammeln variieren stark, je nachdem welches System du wählst und ob du die Installation selbst vornimmst oder einen Fachmann beauftragst.

System Kosten (Material) Installationsaufwand
Regentonne (200-500 Liter) 50 – 300 Euro Sehr gering (Do-it-yourself)
Flachspeicher (1500-3000 Liter) 1.000 – 3.000 Euro Mittel (mit Erdarbeiten, ggf. Fachmann)
Zisterne (3000-10.000 Liter) 2.000 – 6.000 Euro Hoch (umfangreiche Erdarbeiten, Fachmann empfohlen)
Pumpen und Filter 100 – 1.000 Euro (je nach System) Mittel (Anschluss an System)

Hinzu kommen eventuelle Kosten für Erdarbeiten bei Zisternen, die Miete für Bagger und die Arbeitszeit eines GaLaBau-Betriebs. Für ein Komplettsystem mit Zisterne und Hausanbindung können schnell 4.000 bis 10.000 Euro anfallen. Auf lange Sicht rechnet sich die Investition aber durch die eingesparten Wasserkosten.

regenwasser sammeln – Regenwasserzisterne – Schnittbild einer unterirdischen Zisterne mit Pumpe und Filter
Eine Zisterne speichert große Mengen Regenwasser frostsicher unter der Erde.

Gesammeltes Regenwasser nutzen: Wofür eignet es sich?

Das gesammelte Regenwasser ist vielseitig einsetzbar. Es ist weich und chlorfrei, was es für viele Anwendungen besser macht als Leitungswasser.

Gartenbewässerung mit Regenwasser

Der häufigste und einfachste Einsatzbereich ist die Gartenbewässerung. Blumen, Sträucher, Rasen und Gemüsebeete lieben Regenwasser. Du kannst es direkt aus der Regentonne entnehmen oder über ein Bewässerungssystem aus der Zisterne pumpen. Gerade in trockenen Sommern sparst du hier enorme Mengen an teurem Trinkwasser.

Tipp: Für eine effiziente Gartenbewässerung kannst du eine kleine Tauchpumpe in die Regentonne stellen und das Wasser per Schlauch verteilen. Für Zisternen eignen sich Hauswasserwerke oder Tauchdruckpumpen, die auch Rasensprenger oder Tropfbewässerungssysteme versorgen.

Regenwasser im Haushalt: Grauwasser nutzen

Mit einer passenden Aufbereitung kannst du Regenwasser auch im Haushalt nutzen – allerdings nicht als Trinkwasser. Es ist ideal für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder zum Putzen. Hier spricht man von Grauwasser. Das spart bis zu 50% deines Trinkwasserverbrauchs.

Der Einbau einer Regenwassernutzungsanlage im Haus ist komplex und sollte von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um eine strikte Trennung vom Trinkwassernetz zu gewährleisten.

Regenwasserqualität: Ist es sauber genug?

Regenwasser ist von Natur aus sauber, aber auf dem Weg vom Dach in dein Speichersystem nimmt es Schmutz, Blätter, Pollen und andere Partikel auf. Für die Gartenbewässerung ist das meist unproblematisch. Für die Nutzung im Haus oder um Algenbildung zu vermeiden, sind Filter wichtig.

Es gibt verschiedene Filtersysteme: Grobfilter am Fallrohr halten Blätter und Äste zurück, Feinfilter in der Zisterne reinigen das Wasser zusätzlich. Eine „beruhigte Zulauf“ in der Zisterne verhindert, dass aufgewirbelte Sedimente das Wasser trüben. Für die Trinkwasseraufbereitung ist Regenwasser in Deutschland nicht zugelassen.

Regenwasser sammeln für Anfänger: Wichtige Tipps

Du möchtest mit dem Regenwasser sammeln starten? Hier sind ein paar Tipps, damit der Einstieg gelingt:

  • **Starte klein:** Eine Regentonne ist ideal für den Anfang. So siehst du schnell die Vorteile und kannst später immer noch auf eine Zisterne aufrüsten.
  • **Standortwahl:** Stelle die Regentonne auf einen stabilen, ebenen Untergrund, am besten in der Nähe eines Fallrohrs.
  • **Regensammler installieren:** Ein Regensammler im Fallrohr leitet das Wasser in die Tonne und verhindert, dass Blätter und grober Schmutz eindringen.
  • **Überlaufschutz beachten:** Sorge dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann, ohne Schaden anzurichten.
  • **Winterfest machen:** Leere Regentonnen vor dem ersten Frost komplett, um Schäden durch gefrierendes Wasser zu vermeiden. Zisternen sind frostsicher, wenn sie tief genug vergraben sind.
  • **Mücken vorbeugen:** Decke offene Regentonnen mit einem Deckel oder einem feinen Netz ab.

Rechtliche Aspekte und Genehmigungen beim Regenwasser sammeln

Grundsätzlich darfst du in Deutschland Regenwasser auf deinem eigenen Grundstück sammeln. Es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten:

  • **Nutzungsgebühren:** In manchen Gemeinden musst du eine Niederschlagswassergebühr für die Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation zahlen. Wenn du Regenwasser sammelst und nutzt, kann sich diese Gebühr reduzieren oder entfallen. Informiere dich bei deiner Kommune.
  • **Trennung vom Trinkwassernetz:** Wenn du Regenwasser im Haus nutzt, muss das System strikt vom öffentlichen Trinkwassernetz getrennt sein. Eine Rücksaugung von Regenwasser ins Trinkwassernetz muss ausgeschlossen werden, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Hierfür gibt es klare DIN-Normen (z.B. DIN EN 1717).
  • **Meldepflicht:** Je nach Bundesland oder Gemeinde kann es eine Meldepflicht für größere Regenwassernutzungsanlagen geben. Erkundige dich bei deiner örtlichen Baubehörde oder Wasserwirtschaftsamt.

Wartung und Pflege deiner Regenwassersysteme

Damit dein Regenwasser-Sammelsystem zuverlässig funktioniert und die Wasserqualität stimmt, ist regelmäßige Wartung wichtig:

  • **Regensammler reinigen:** Entferne regelmäßig Blätter, Äste und Schmutz aus dem Regensammler und den Filtern. Das beugt Verstopfungen vor.
  • **Regentonne säubern:** Spüle die Regentonne mindestens einmal im Jahr aus, um Ablagerungen und Algen zu entfernen.
  • **Zisterne prüfen:** Bei Zisternen sollte der Vorkammerfilter regelmäßig gereinigt werden. Eine jährliche Sichtprüfung des Tankinneren auf Ablagerungen ist ebenfalls ratsam. Ein Fachmann kann hier unterstützen.
  • **Pumpe warten:** Wenn du eine Pumpe nutzt, überprüfe sie auf Funktion und reinige sie gegebenenfalls nach Herstellerangaben.
  • **Wintercheck:** Regentonnen entleeren und ggf. abbauen. Zisternen sind meist frostsicher, aber die oberirdischen Komponenten wie Pumpen oder Hähne solltest du schützen.
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FAQ zum Thema Regenwasser sammeln

Ist Regenwasser wirklich kostenlos?

Das Wasser selbst ist kostenlos, aber für die Infrastruktur (Regentonne, Zisterne, Pumpe) fallen Anschaffungs- und Installationskosten an. In manchen Gemeinden kann sich die Niederschlagswassergebühr durch die Nutzung reduzieren.

Darf ich gesammeltes Regenwasser trinken?

Nein, in Deutschland ist gesammeltes Regenwasser nicht als Trinkwasser zugelassen. Es kann Keime und Schadstoffe enthalten, die von den Dachflächen oder aus der Luft stammen. Es ist für die Gartenbewässerung und Grauwassernutzung im Haushalt geeignet.

Wie groß muss meine Regentonne sein?

Die Größe hängt von deinem Wasserbedarf und der Größe deiner Dachfläche ab. Für einen kleinen Garten reichen oft 200-500 Liter. Wenn du größere Flächen bewässerst, planst du besser mit mehreren Tonnen oder einer Zisterne. Eine Faustregel ist: Pro Quadratmeter Dachfläche kannst du mit etwa 10-15 Litern Regenwasser pro Jahr rechnen, die du nutzen kannst.

Wie verhindere ich Mücken in der Regentonne?

Decke die Regentonne mit einem dichten Deckel oder einem feinen Netz ab. Das verhindert, dass Mücken ihre Eier im Wasser ablegen können. Auch ein Regensammler mit Filtersystem minimiert das Risiko.

Gibt es Förderungen für Regenwassernutzung?

Manche Gemeinden oder Bundesländer bieten Förderprogramme für die Installation von Regenwassernutzungsanlagen an, besonders bei Zisternen. Erkundige dich bei deiner Stadt oder Gemeinde nach aktuellen Möglichkeiten.

Fazit

Regenwasser sammeln ist eine clevere und nachhaltige Entscheidung. Egal, ob du dich für eine einfache Regentonne oder eine komplexe Zisterne entscheidest – du sparst Wasser, schonst die Umwelt und hast immer weiches Wasser für deine Pflanzen. Starte noch heute dein Projekt und genieße die Vorteile.

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