Schluss mit feuchtem Holz und unordentlichen Stapeln: Wenn du einen Holzunterstand selber bauen möchtest, schützt du dein Brennholz effektiv vor Regen und Bodenfeuchtigkeit. So trocknet es schneller und verbrennt später effizienter in deinem Ofen oder Kamin. Dieses DIY-Projekt ist auch für Anfänger machbar und spart dir bares Geld im Vergleich zum Kauf.
Ein selbst gebauter Unterstand bietet nicht nur praktischen Nutzen, sondern fügt sich auch optisch ansprechend in deinen Garten ein. Mit der richtigen Planung und den passenden Materialien hast du lange Freude an deinem stabilen Brennholzregal.
Lesezeit: ca. 15 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Standortwahl: Ein sonniger, windgeschützter Platz mit Abstand zur Hauswand ist ideal für die Trocknung.
- Genehmigung: Kleine Holzunterstände sind oft genehmigungsfrei, informiere dich aber bei deiner Gemeinde.
- Belüftung: Offene Seitenwände, Abstand zum Boden und zur Rückwand sind entscheidend für trockene Scheite.
- Material: Wähle wetterbeständiges Holz wie Lärche, Douglasie oder druckimprägniertes Kiefernholz.
- Kosten: Rechne mit Materialkosten ab 100 bis 300 Euro, je nach Größe und Holzart.
Inhaltsverzeichnis
- Planung des Holzunterstands: Standort, Größe und Fundament
- Material und Werkzeuge für deinen Brennholzunterstand
- Fundament legen: So steht dein Unterstand stabil
- Der Rahmenbau: Das Gerüst deines Holzlagers
- Seitenwände und Rückwand für optimalen Schutz
- Dachkonstruktion: So bleibt dein Holz trocken
- Optimale Belüftung für trockenes Brennholz
- Was kostet ein Holzunterstand zum selber bauen?
- Holzunterstand Genehmigung: Was du wissen musst
- Häufige Fehler beim Holzunterstand-Bau vermeiden
- FAQ: Fragen und Antworten zum Holzunterstand selber bauen
- Fazit
Wer einen Kamin oder Ofen besitzt, weiß: Brennholz braucht einen trockenen Lagerplatz. Ein guter Brennholzunterstand schützt deine Holzscheite nicht nur vor Regen und Schnee, sondern sorgt auch für eine optimale Belüftung, damit das Holz schneller trocknet und seine Heizkraft voll entfalten kann. Mit dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du deinen eigenen Holzunterstand selber bauen kannst – stabil, funktional und optisch ansprechend.

Planung des Holzunterstands: Standort, Größe und Fundament
Bevor du mit dem Bau beginnst, ist eine gute Planung entscheidend. Überlege dir genau, wo dein Unterstand stehen soll und wie groß er sein muss.
Standortwahl: Der beste Platz für dein Brennholz
Der ideale Standort für deinen Holzunterstand ist sonnig und windgeschützt. Das fördert die Trocknung. Ein Abstand von etwa 10 bis 15 cm zur Hauswand ist wichtig, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und Feuchtigkeitsschäden an der Wand zu vermeiden. Achte auch darauf, dass das Regenwasser vom Dach gut ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet.
Größe und Kapazität: Wie viel Holz soll rein?
Miss den Platz aus, den du zur Verfügung hast, und überlege, wie viel Brennholz du lagern möchtest. Ein Raummeter (rm) Holz entspricht etwa 1 x 1 x 1 Meter lose geschichtet. Plane lieber etwas größer, falls du mal mehr Holz auf Vorrat haben willst. Eine gängige Größe für einen Holzunterstand ist zum Beispiel 2 Meter breit, 1 Meter tief und 1,80 Meter hoch.
Material und Werkzeuge für deinen Brennholzunterstand
Die Wahl der richtigen Materialien und Werkzeuge macht den Bau einfacher und sorgt für ein langlebiges Ergebnis.
Welches Holz ist das richtige?
Für einen Holzunterstand im Freien eignen sich besonders witterungsbeständige Hölzer. Dazu gehören:
- Lärche und Douglasie: Sehr robust, langlebig und von Natur aus widerstandsfähig gegen Fäulnis und Insekten.
- Kiefer oder Fichte (druckimprägniert): Günstiger als Lärche/Douglasie, aber durch die Druckimprägnierung ebenfalls gut vor Witterung geschützt.
- Eiche oder Robinie: Sehr langlebig, aber auch teurer und schwerer zu bearbeiten.
Für die Unterkonstruktion und das Fundament benötigst du Kanthölzer, für die Verkleidung Latten oder Bretter. Achte darauf, dass das Holz trocken und nicht verzogen ist.
Benötigte Werkzeuge
- Zollstock und Bleistift
- Kreissäge oder Stichsäge
- Akkuschrauber
- Wasserwaage
- Hammer
- Spitzhacke oder Schaufel (für Punktfundamente)
- Bohrmaschine
- Stecheisen und Raspel (optional für Holzverbindungen)
- Schutzbrille und Arbeitshandschuhe
Fundament legen: So steht dein Unterstand stabil
Ein stabiles Fundament ist das A und O, damit dein Holzunterstand nicht im Boden versinkt und lange hält. Du hast verschiedene Möglichkeiten:
Punktfundamente aus Beton
Die einfachste und gängigste Methode sind Punktfundamente. Hebe an den vier Ecken (und bei größeren Unterständen auch in der Mitte der langen Seiten) Löcher von etwa 30x30x50 cm aus. Fülle eine Schicht Kies ein, lege eine PE-Folie als Feuchtigkeitssperre aus und fülle die Löcher mit Beton. Setze vor dem Aushärten Einschlaghülsen oder Pfostenträger in den Beton, um die Kanthölzer des Unterstands zu befestigen. Achte darauf, dass alle Pfostenträger exakt in der Waage sind. Mehr Infos zum Thema Fundamente findest du auch in unserer Anleitung zum Aussenkamin selber bauen.
Platten- oder Streifenfundament
Für sehr große oder schwere Unterstände kannst du auch ein Platten- oder Streifenfundament in Betracht ziehen. Das ist aufwendiger, bietet aber maximale Stabilität. Bei einem Plattenfundament gießt du eine durchgehende Betonplatte; bei einem Streifenfundament legst du Betonstreifen unter den tragenden Wänden an.
Der Rahmenbau: Das Gerüst deines Holzlagers
Der Rahmen bildet das tragende Gerüst deines Holzunterstands. Er besteht aus senkrechten Pfosten und waagerechten Riegeln.
Pfosten aufstellen und verbinden
Befestige die zugeschnittenen Kanthölzer (z.B. 9×9 cm oder 7×7 cm) an den Pfostenträgern des Fundaments. Achte darauf, dass die Pfosten absolut senkrecht stehen – nutze hierfür eine Wasserwaage. Verbinde die oberen Enden der Pfosten mit waagerechten Kanthölzern (Kopfbändern), um dem Rahmen Stabilität zu geben. Verwende Winkelverbinder oder spezielle Holzschrauben.
Stabilität durch Querstreben
Zusätzliche Querstreben zwischen den Pfosten, besonders an den Seiten und der Rückwand, erhöhen die Stabilität deines Holzunterstands erheblich. Diese kannst du mit Schrauben oder Zapfenverbindungen befestigen. Achte darauf, dass die Konstruktion ausreichend stabil ist, um das Gewicht des Holzes und eventuelle Schneelasten auf dem Dach zu tragen.
Seitenwände und Rückwand für optimalen Schutz
Die Verkleidung der Seitenwände und der Rückwand schützt dein Brennholz vor Regen und Schnee, während sie gleichzeitig die wichtige Belüftung ermöglicht.
Holzunterstand richtig bauen: Belüftung ist Trumpf!
Verkleide die Rückwand und die Seiten. Wichtig ist, dass du dabei genügend Abstand zwischen den einzelnen Brettern lässt, damit die Luft zirkulieren kann. Ein Abstand von 1-2 cm zwischen den Brettern ist ideal. Du kannst auch nur die oberen zwei Drittel verkleiden und den unteren Bereich offen lassen, um die Belüftung zu maximieren. Das ist besonders wichtig, um Schimmelbildung zu verhindern und die Trocknung zu fördern. Für weitere Gartenprojekte, die eine gute Planung erfordern, schau dir auch unsere Anleitung zum Gartenlaube selber bauen an.
Dachkonstruktion: So bleibt dein Holz trocken
Das Dach ist der wichtigste Schutz für dein Brennholz. Eine leichte Neigung ist unerlässlich, damit Regenwasser abläuft.
Dachneigung und Eindeckung
Baue das Dach mit einer leichten Neigung nach hinten oder zu einer Seite, damit das Wasser gut abläuft. Eine Neigung von mindestens 10-15 Grad ist empfehlenswert. Als Dacheindeckung eignen sich:
- Dachpappe: Günstig und einfach zu verlegen.
- Bitumenschindeln: Langlebiger und optisch ansprechender als Dachpappe.
- Welldachplatten (Bitumen oder Kunststoff): Leicht zu montieren und wetterfest.
- Blechdach (Trapezblech): Sehr robust und langlebig, kann aber bei Regen laut sein.
Achte darauf, dass das Dach an allen Seiten etwas übersteht (mindestens 10-20 cm), um das darunterliegende Holz optimal zu schützen.
Optimale Belüftung für trockenes Brennholz
Die Trocknung des Holzes ist der Hauptgrund für einen Unterstand. Ohne gute Belüftung drohen Schimmel und Fäulnis.
Luftzirkulation von allen Seiten
Dein Holzunterstand sollte so konstruiert sein, dass die Luft von allen Seiten an das Holz gelangt: von unten, von den Seiten und von hinten. Das erreichst du durch:
- Abstand zum Boden: Die unterste Holzreihe sollte mindestens 10-15 cm über dem Erdboden liegen. Nutze dafür eine Palette, Kanthölzer oder eine Gitterkonstruktion.
- Offene oder gelattete Seiten: Die Seitenwände und die Rückwand sollten nicht komplett dicht sein, sondern Spalte haben (siehe oben).
- Abstand zur Rückwand: Auch zwischen der Rückwand des Unterstands und dem Brennholz sollte ein kleiner Spalt bleiben.
- Freie Vorderseite: Die Vorderseite des Unterstands bleibt in der Regel komplett offen.
Eine gute Luftzirkulation ist entscheidend, damit die Feuchtigkeit aus dem Holz entweichen kann und es optimal trocknet. So erreichst du eine Restfeuchte von unter 20%, die für effizientes Verbrennen nötig ist.
Was kostet ein Holzunterstand zum selber bauen?
Die Kosten für einen selbstgebauten Holzunterstand variieren stark je nach Größe, Materialwahl und Ausstattung. Im Vergleich zu einem fertigen Bausatz sparst du aber in der Regel deutlich.
Wenn du Wert auf besonders langlebiges Holz wie Lärche legst, können die Materialkosten schnell 300 Euro und mehr betragen. Mit einfachem, druckimprägniertem Kiefernholz kommst du oft schon mit unter 200 Euro aus. Werkzeuge sind in der Regel bereits vorhanden oder können geliehen werden.

Holzunterstand Genehmigung: Was du wissen musst
Die Frage nach einer Baugenehmigung ist bei kleineren Bauvorhaben im Garten immer wichtig. Die Regelungen können von Bundesland zu Bundesland und sogar von Gemeinde zu Gemeinde variieren.
Genehmigungsfrei oder nicht?
In vielen Bundesländern sind kleinere Gartenhäuser, Geräteschuppen oder eben auch Holzunterstände bis zu einer bestimmten Größe und Höhe genehmigungsfrei. Oft liegt die Grenze bei einem Volumen von 10 bis 30 Kubikmetern und einer Höhe von 2,5 bis 3 Metern. Auch der Abstand zum Nachbargrundstück spielt eine Rolle.
Häufige Fehler beim Holzunterstand-Bau vermeiden
Auch als Anfänger kannst du einen stabilen Holzunterstand bauen. Achte auf diese Punkte, um typische Fehler zu vermeiden:
- Mangelnde Belüftung: Zu dichte Verkleidung oder kein Abstand zum Boden führt zu Schimmel.
- Fehlendes Fundament: Der Unterstand sackt ab, das Holz fault von unten.
- Unzureichende Dachneigung: Wasser bleibt stehen und dringt ins Holz ein.
- Falsche Holzart: Nicht witterungsbeständiges Holz verrottet schnell.
- Kein Abstand zur Wand: Feuchtigkeit kann sich zwischen Holz und Hauswand sammeln.
- Instabile Konstruktion: Ein zu schwacher Rahmen kann unter der Last des Holzes zusammenbrechen.
Wann zum Profi: Solltest du lieber einen Fachmann beauftragen?
Für die meisten Hobbyhandwerker ist der Bau eines einfachen Holzunterstands gut machbar. Wenn du jedoch einen sehr großen, komplexen Unterstand planst, der eventuell statische Anforderungen erfüllen muss, oder wenn du unsicher bist bei der Fundamentierung, kann es sinnvoll sein, einen Zimmermann oder Garten- und Landschaftsbauer zu beauftragen. Das gilt besonders, wenn der Unterstand direkt am Haus angebaut werden soll.
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FAQ: Fragen und Antworten zum Holzunterstand selber bauen
Wie lange dauert es, bis Brennholz trocken ist?
Frisch geschlagenes Holz benötigt in der Regel 1,5 bis 2 Jahre, um eine Restfeuchte von unter 20% zu erreichen. Harthölzer wie Buche oder Eiche brauchen oft länger als Weichhölzer wie Birke oder Fichte. Ein gut belüfteter Holzunterstand beschleunigt diesen Prozess erheblich.
Welchen Abstand sollte ein Holzunterstand zur Hauswand haben?
Halte mindestens 10 bis 15 cm Abstand zur Hauswand. Das gewährleistet eine gute Luftzirkulation zwischen dem Holzunterstand und der Wand, beugt Feuchtigkeitsschäden vor und verhindert, dass sich Schimmel bildet.
Kann ich einen Holzunterstand ohne Betonfundament bauen?
Ja, für kleinere, leichtere Unterstände kannst du auch Gehwegplatten auf einem verdichteten Kiesbett als Fundament nutzen. Wichtig ist, dass der Untergrund eben ist und das Holz keinen direkten Erdkontakt hat, um Fäulnis zu vermeiden.
Welche Dachneigung ist für einen Holzunterstand ideal?
Eine Dachneigung von mindestens 10 bis 15 Grad ist ideal. Dies reicht aus, damit Regenwasser gut abläuft und sich nicht auf dem Dach sammelt. Eine größere Neigung ist ebenfalls möglich und kann die Optik beeinflussen.
Wie hoch sollte der Abstand zwischen Holz und Boden sein?
Deine unterste Holzreihe sollte mindestens 10 bis 15 cm über dem Erdboden liegen. Das schützt das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit und sorgt für eine gute Luftzirkulation von unten, die für die Trocknung unerlässlich ist.
Kann ich auch Paletten für den Bau eines Holzunterstands verwenden?
Ja, Paletten eignen sich hervorragend als Unterlage, um das Brennholz vom Boden fernzuhalten. Du kannst sie auch für die Seitenwände nutzen, um eine schnelle und kostengünstige Konstruktion zu realisieren. Achte aber auf die Stabilität und Wetterbeständigkeit der Paletten.
Fazit
Einen Holzunterstand selber bauen ist ein lohnendes Projekt, das nicht nur funktional ist, sondern auch deinen Garten bereichert. Mit dieser Anleitung hast du alle wichtigen Schritte von der Planung über den Bau bis zur richtigen Belüftung kennengelernt. Achte auf eine solide Konstruktion, die richtige Materialwahl und eine gute Luftzirkulation, damit dein Brennholz optimal trocknet und du lange Freude an deinem selbstgebauten Holzlager hast. So verbrennst du im Winter trockenes Holz und heizt effizienter.


